20. Februar 2021 / 08:05 Uhr

Sachsenderby: Dynamo Dresden in Zwickau heiß auf Revanche

Sachsenderby: Dynamo Dresden in Zwickau heiß auf Revanche

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Auf Paul Will (r.) und Dynamo wartet nicht nur FSV-Sturmtank Ronny König, sondern eine insgesamt sehr robuste Zwickauer Elf.
Auf Paul Will (r.) und Dynamo wartet nicht nur FSV-Sturmtank Ronny König, sondern eine insgesamt sehr robuste Zwickauer Elf. © imago images/Jan Huebner
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Die SG Dynamo Dresden hat beim FSV Zwickau noch eine Rechnung zu begleichen. Der Drittliga-Spitzenreiter aus Dresden ist am Samstag zu Gast an der Mulde. Das MDR-Fernsehen überträgt die Partie live.

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Dresden. Der 20. Oktober 2020 war kein guter Tag für Dynamo Dresden. Vor nur noch 999 zugelassenen Zuschauern im Sachsenderby gegen den FSV Zwickau verloren die Schwarz-Gelben erst Routinier Chris Löwe wegen eines Bänderrisses im Knie, am Ende auch noch das Spiel mit 1:2 (1:2). Beides wurmt Dynamo bis heute, denn Löwe ist immer noch nicht wieder fit und die Niederlage gegen den FSV trägt der Drittliga-Tabellenführer wie einen Fleck auf der ansonsten weißen Heimweste mit sich herum. Daher sind die Dresdner heiß auf das Rückspiel, das an diesem Sonnabend um 14 Uhr in Zwickau (MDR live) angepfiffen wird.

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Kauczinski spricht mit Hochachtung über König

„Das ist ein Derby, wo wir was gutzumachen haben. Das Hinspiel haben wir verdient verloren und jetzt gilt es für uns, das wieder wettzumachen“, bekräftigt Trainer Markus Kauczinski. Er ist sich sicher, dass die Mannschaft den Makel vom Herbst diesmal tilgen will: „Alle brennen auf Zwickau.“ Für die Truppe und den Coach ist klar, dass es in der GGZ-Arena in Eckersbach hoch hergehen wird. Keiner werde den anderen mit Samthandschuhen anfassen, eher die scharfe Klinge rausholen: „Wir erwarten eine bissige, körperlich sehr robuste Zwickauer Mannschaft“, so Kauczinski.

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Der Dresdner Trainer zollte besonders FSV-Sturmtank Ronny König Hochachtung. Der 37 Jahre alte Angreifer der Westsachsen ist trotz seines Alters immer noch Stammkraft, hat in 22 Einsätzen immerhin sechs Tore erzielt und zwei vorbereitet. Der Zwickauer Mittelstürmer, der 220 Zweitliga-Spiele für Darmstadt, Aue, Oberhausen und Wiesbaden sowie 195 Drittliga-Partien für Chemnitz und Zwickau in seiner Vita stehen hat, sei „ein richtig klasse Typ“, so Kauczinski. Er habe einen „Riesenrespekt“ vor dem Lichtensteiner, „dass er diese Leistung immer noch bringen kann“. Der 1,90 Meter große und wuchtige König sei sehr, sehr gut darin, „Bälle festzumachen und weiterzuleiten“.

Trainer Markus Kauczinski wird an diesem Sonnabend 51 Jahre alt. Gegen einen Sieg in Zwickau hätte er nichts einzuwenden.
Trainer Markus Kauczinski wird an diesem Sonnabend 51 Jahre alt. Gegen einen Sieg in Zwickau hätte er nichts einzuwenden. © Jochen Leimert

Beim Einlaufen müsse man auch auf den Oldie achten, da er sehr kopfballstark ist, so der Dresdner Trainer. Allerdings gäbe es einige große Stürmer in der Liga, die Dynamo meist „als Mannschaft an die Kette“ habe legen können. Nicht nur die Abwehrspieler seien gefragt, den Zwickauer Brecher zu stellen. Auch die Mittelfeldspieler müssten Königs abgelegte Bälle holen, „beim Kampf um den zweiten Ball die Wege in die Tiefe absichern“. All das habe man im Training besprochen, so Kauczinski. „Wir haben versucht, das zu simulieren.“ Jeder sei auf König eingestellt: „Wir werden ihn gemeinschaftlich bekämpfen.“

Dynamo trotz vieler Ausfälle Favorit

Doch nicht nur König ist gefährlich – auch Mittelfeldmann Morris Schröter (acht Tore, drei Assists) hat viel Zug zum Tor. Vor Marco Schikora (drei Treffer) und Leon Jensen (ein Tor, vier Vorlagen) sind die Dynamo-Profis eh gewarnt, denn das Duo traf im Hinspiel.

Nichtsdestotrotz hat Dynamo bislang 15 Punkte mehr geholt, ist das auswärtsstärkste Team der Liga (21 Punkte), während Zwickau zu Hause mit elf Zählern zu den schwächsten gehört (Rang 16). Und trotz der Langzeitverletzten (C. Löwe, Hartmann, Weihrauch, Becker) und des Ausfalls von Kapitän Sebastian Mai (Rotsperre) und von Vize-Kapitän Yannick Stark (Schulterprobleme) besitzt Dynamos Kader noch mehr individuelle Qualität als der von FSV-Trainer Joe Enochs. Doch in einem Derby gewinnt meist der, der den Sieg mehr will. Es wartet also ein Charaktertest auf beide Teams.