02. Dezember 2020 / 09:42 Uhr

Sachsenliga diskutiert über die Zahl der Absteiger

Sachsenliga diskutiert über die Zahl der Absteiger

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
Trainer Matthias Müller von der SG Dresden Striesen.
Matthias Müller fordert eine faire Lösung für die Teams in der unteren Tabellenhälfte. © Steffen Manig
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Der Sächsische Fußball-Verband will in der Sachsenliga bis 2023 zur alten Staffelstärke zurückkehren. Dadurch könnte im kommenden Jahr  bis zu acht Teams der Abstieg drohen. Aktuell prüft der Verband vor allem, wann und wie die abgebrochene Saison weitergehen kann.

Dresden. Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) hat alle Punkt- und Pokalspiele auf Landesebene für 2020 abgesagt. In der Sachsenliga haben die Mannschaften bisher zwischen fünf und sieben Punktspiele bestritten, die Tabelle ist somit etwas verzerrt. An der Spitze rangiert der SC Freital mit 19 Punkten, gefolgt von Budissa Bautzen (18) sowie dem FC Lößnitz (14) und dem amtierenden Meister Einheit Kamenz (13). Freital und Kamenz sind noch ungeschlagen. Schlusslicht SG Striesen (zwei Punkte) ist das einzige Team, das noch auf den ersten Saisondreier wartet, Aufsteiger FV Dresden 06 Laubegast belegt mit neun Zählern Platz zwölf.

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„Ob, wann und wie es weitergeht, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorhersehen“, sagt Volkmar Beier, Vorsitzender des SFV-Spielausschusses. „Mit den beschlossenen Änderungen der Spielordnung vor Saisonbeginn haben wir Handlungsspielräume geschaffen, um auf diese außergewöhnlichen Umstände zu reagieren und individuelle Lösungen zu entwickeln.“ Beier deutet an, was den Vereinen intern wohl schon „durchgesteckt“ wurde: Die Landesliga-Saison wird nicht wie geplant mit 21 Hinrunden-Spieltagen sowie anschließend einer Meister und einer Abstiegsrunde stattfinden können. Möglicherweise wird nur eine einfache Hinrunde gespielt.

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„Dann hätte jeder gegen jeden gespielt und nach 21 Partien könnte der Verband eine vernünftige Endabrechnung vornehmen und auch an der Abstiegsregelung festhalten“, sagt Bautzens Trainer Thomas Hentschel. Matthias Müller, seit dieser Saison im Striesener Trainerstab, sieht das anders: „Natürlich muss eine sportliche Lösung gefunden werden. Wenn aber der Modus nicht wie geplant durchgeführt werden kann, muss auch die Abstiegsregelung entsprechend angepasst werden. Man kann nach der Corona-Krise nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und alle durchpeitschen.“

Vorlaufzeit von zehn Tagen reicht nicht

Der letzte Landesliga-Spieltag ist für den 20. März 2020 angesetzt, danach könnten die Nachholspiele absolviert werden. Sollte die Meisterschaft wie vom SFV vor der Saison geplant am 13. Februar mit dem 16. Spieltag fortgesetzt werden, müssten ab Ende März die Nachholpartien gespielt werden. Einige Mannschaften hätten dann noch zehn Partien vor der Brust.

Einig dürften sich die Trainer sein, dass eine Vorlaufzeit von zehn Tagen bis zum ersten Pflichtspiel nicht mehr ausreicht. Anfang Januar müsste das Mannschaftstraining bereits aufgenommen werden. Eine Garantie dafür gibt es nicht. „Die Jungs hatten dann mehr als zwei Monate kein Mannschaftstraining, da kannst du nicht nach vier, fünf Einheiten wieder voll einsteigen“, so „Lotte“ Müller, der zweimal pro Woche noch im Nachwuchsbereich bei Dynamo Dresden individuell mit einigen Jungs der Bundesliga-Junioren-Kader (U17, U19) arbeitet.

Bis 2023 will der SFV wieder zur alten Staffelstärke von 16 Teams zurückkehren. Damit würden schon im kommenden Jahr bis zu acht (!) Absteiger aus der Landesliga drohen. Frank Rietschel, Trainer in Kamenz, hält das für unfair: „Wird der Modus geändert, kann der SFV nicht die letzten sieben, acht Mannschaften in die Landesklasse schicken. Ich denke, dass das Maximum auf vier Absteiger festgesetzt werden sollte und die vier Staffelsieger aus der Landesklasse eine Aufstiegsrunde bestreiten und die beiden besten Mannschaften dann in die Landesliga hochgehen.“ Müller sieht es ähnlich, „oder wir spielen eine kleine Turnierrunde mit den Landesliga-Teams, die unten stehen, und den Landesklasse-Staffelsiegern. Das wäre zumindest ein Ansatz für einen sportlichen Wettbewerb“.