09. Oktober 2020 / 14:43 Uhr

Sachsenpokal als fiese Traineraufgabe: Chemie Leipzig gastiert in Reichenbach

Sachsenpokal als fiese Traineraufgabe: Chemie Leipzig gastiert in Reichenbach

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 03.10.2020, Alfred-Kunze-Sportpark, Fußball, Regionalliga , 
BSG Chemie Leipzig vs. FSV 63 Luckenwalde , 
Im Bild: Trainer Miroslav Jagatic, Chemie Leipzig , 
Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche , 
VERÖFFENTLICHUNG IST HONORARPFLICHTIG, zuzügl. MWST. , 
IBAN: DE46 8609 5604 0307 2390 00, Volksbank Leipzig ,
Chemie-Trainer Miroslav Jagatic warnt vor einer jungen, ehrgeizigen Mannschaft. © Picture Point
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Am Sonntag reist Chemie Leipzig zum Reichenbacher FC. Auf dem Papier sind die Leutzscher der klare Favorit, doch auch Trainer Miroslav Jagatic weiß, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat.

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Leipzig. Wie süß es ist, vom großen Erfolg zu kosten, Pokalfinale und DFB-Pokal, Flutlicht und bundesweites Interesse zu genießen, haben sie in Leipzig-Leutzsch vor gar nicht so langer Zeit erlebt. Nur zu gern würde man das bei der BSG Chemie wiederholen. Doch vor dem Erfolg steht der Schweiß – in der 3. Runde greifen die Grün-Weißen erstmals in den Sachsenpokal ein und müssen sich beim Reichenbacher FC aus der Landesklasse West beweisen.

Genau fünf Spiele sind es bis ins große Glück – doch davon will Chemie-Trainer Miro Jagatic naturgemäß rein gar nichts wissen: „Es ist doch keine Floskel, wenn ich sage, dass man jeden Gegner sehr ernst nehmen muss. Reichenbach hat alle vier Spiele in der Liga bislang gewonnen, hat elf Plustore und eine junge, ehrgeizige Mannschaft.“ Dagegen fehlen den Leutzschern etliche Spieler krank oder angeschlagen.

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Auf der Liste der definitiv ausfallenden Kräfte stehen Manuel Wajer, Max Keßler, Philipp Wendt und Denny Krahl. Fragezeichen stehen hinter Kapitän Stefan Karau (dickes Knie), Tarik Reinhard (begann erst wieder mit Training) und einigen anderen. „Sogar wenn ich wollte, könnte ich derzeit nicht sagen, mit welchen Spielern wir auflaufen“, so Jagatic. Glücklicherweise verfügt Chemie über einen recht breiten Kader, so dass sich Chancen für andere Spieler ergeben.

Jeder gibt für Verein sein Bestes

Die Gefahr, so der Coach, liegt bei derartigen Spielen ja immer darin, dass jedermann erwarte, dass man solche Spiele wie selbstverständlich gewinnt. „Für den Trainer die fieseste Aufgabe, denn man muss gegensteuern und die Köpfe erreichen. Jeder weiß ja, dass im Pokal tatsächlich alles möglich ist – wir haben ja auch schon davon profitiert.“ Die Erwartungshaltung als größten Feind – die Königsdisziplin für jeden Übungsleiter.

Für Jagatic indes nichts Neues, zuletzt gegen Luckenwalde war es aus seiner Sicht ähnlich. Die Mannschaft löste die Aufgabe sehr ordentlich, indem man sich auf das Wesentliche besann und die Forderung, „alles rauszuhauen“ (Jagatic) erfüllte. „Den Erfolg muss man sich verdienen, in jedem Spiel, und das ist auch im Pokal so. Da gibt es keine großen und keine Kleinen“, so der Trainer.

Chemie-Pokaltrikot
Stefan Karau (v.l.), Stephané Mvibudulu und Benjamin Schmidt im schicken Pokal-Trikot. © BSG Chemie

Um einen besonderen Reiz zu setzen, entwarf der Regionalligist in diesem Jahr ein eigenes Pokaltrikot. Brustsponsor Lewo ging dafür von der Brust und ermöglichte die Aktion somit. „Leutzscher Holz“ und die gekreuzten Äxte zieren die Brust in den Pokalspielen. Die Fans kaufen, dem Trainer gefällts: „Das sieht echt stark aus. Und es zeigt auch wieder, dass jeder für den Verein sein Bestes gibt.“