19. August 2020 / 16:52 Uhr

FC Eilenburg fordert amtierenden Sachsenpokal-Meister Chemnitzer FC heraus

FC Eilenburg fordert amtierenden Sachsenpokal-Meister Chemnitzer FC heraus

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Der diesjährige Sachsenpokal ist coronagerecht: Aus der Trophäe kann der Sieger nichts trinken. 
Der diesjährige Sachsenpokal ist coronagerecht: Aus der Trophäe kann der Sieger nichts trinken.  © Dirk Knofe
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So muss Pokal in Corona-Zeiten: Aus der eigens designten Trophäe für den Sachsenmeister 2019/20 kann der Gewinner nicht trinken. Dafür darf sich der Sieger von 1000 Zuschauern bejubeln lassen.

Leipzig/Eilenburg. Endlich kommt es trotz Corona-Pandemie zum sportlichen Schlagabtausch in Sachsen. Anders als in der Liga wurden die Spiele um den Sachsenpokal ausgetragen. Das Finale am Samstag soll nun sogar vor 1000 Zuschauern stattfinden (14.45 Uhr, Ilburg-Stadion, live im SPORTBUZZER-Radio). Für den FC Eilenburg ist es das bedeutendste Spiel der Vereinsgeschichte. Der Chemnitzer FC hat als zehnmaliger Sieger und Titelverteidiger schon reichlich Erfahrung. CFC-Trainer Daniel Berlinski, der vorher noch nie etwas von Eilenburg gehört hatte, ist der Überzeugung: "Unser Auftrag ist es, der Favoritenrolle gerecht zu werden."

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Überraschung in Eilenburg: Der Oberligist setzt sich im Halbfinale des Sachsenpokals mit 1:0 gegen Favorit 1. FC Lok Leipzig durch. ©

Luise Böttger vom Sächsischen Fußball-Verband (SFV) betonte bei der Pressekonferenz am Mittwoch, welcher Aufwand hinter der Austragung des Spiels stecke. Sie dankte im Vorfeld allen Beteiligten und erinnerte daran, die ausgearbeiteten Konzepte am Spieltag einzuhalten. "Es war eine mutige Entscheidung, die nun mit Leben erfüllt ist", sagte SFV-Präsident Hermann Winkler mit Vorfreude auf die Finalpartie vor Zuschauern.

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"Geld ist keine Motivation"

Um den neu designeten Pokal buhlt Underdog FC Eilenburg gegen den Drittligaabsteiger Chemnitzer FC. Allerdings hat der Oberligist im Vorfeld schon die Regionalligamannschaften der BSG Chemie und von Lok Leipzig ausgeschaltet. Ist für Trainer Nico Knaubel der CFC nur noch reine Formsache? "Auf gar keinen Fall", sagt der 40-Jährige mit Nachdruck. "Ich bin durchaus mutig. Jedoch werden wir den Gegner sicher nicht unterschätzen. Jeder ist gewarnt." Zwar haben er und sein Team Respekt vor dem höherklassigen Gegner, gehen die Sache jedoch mit der nötigen Lockerheit an. Dabei muss er wahrscheinlich auf zwei gelbgesperrte Spieler verzichten, da der Verband die diesbezügliche Regelung zwar als ungerecht erachtet, bislang aber noch nicht angepasst hat. Um seine Schützlinge zu motivieren, hat er sich für den Samstag noch etwas ausgedacht, plaudert aber nicht aus dem Nähkästchen. Das Preisgeld spiele in dieser Hinsicht keine Rolle. "Wir sind ein reiner Amateurverein, daran haben wir gar keinen Gedanken verschwendet", sagte Knaubel und verspricht seinen Spielern im Falle eines Sieges aber eine Party.

Für den neuen Chemnitzer Trainer Daniel Berlinski geht es im dritten Pflichtspiel gleich um einen Titel. Außerdem winkt dem Sieger ein Duell mit Europa-League-Teilnehmer TSG Hoffenheim in der ersten Runde des DFB-Pokals. "Wer da nicht motiviert ist, ist fehl am Platz", so Berlinski, der keinen Druck, sondern vielmehr Vorfreude verspürt.

Für Erheiterung sorgte das tatsächliche Objekt der Begierde: Der Sachsenpokal, für dessen neuen Look Sponsor Wernesgrüner eine Online-Abstimmung laufen ließ. Die Trophäe ist erstmals nicht als Wanderpokal gedacht und verbleibt damit beim Sieger. Pokal - naja, nicht ganz. Denn statt an einen Trinkbecher, erinnert die Optik an eine Waagschale, in die beide Mannschaften am Samstag alles rein werfen wollen. "Wie soll man daraus trinken?", fragt FCE-Trainer Knaubel. "Gar nicht", antwortet CFC-Coach Berlinski und löst Gelächter unter den Anwesenden aus.

Von Julius Schilling und Elena Boshkovska