24. April 2019 / 22:42 Uhr

Sachsenpokal: Chemnitz schlägt 1. FC Lok Leipzig im XXL-Elfmeterkrimi 13:12

Sachsenpokal: Chemnitz schlägt 1. FC Lok Leipzig im XXL-Elfmeterkrimi 13:12

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Chemnitz, 24.04.2019, Stadion Chemnitz, Fussball, WernesgrŸner Sachsen-Pokal Halbfinale. , Chemnitzer FC vs. 1.FC Lokomotive Leipzig. , Im Bild: Robert Berger (2, Lok) enttŠuscht vorn, nach dem zweiten Tor fŸr Chemnitz. , 
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Der 1. FC Lok Leipzig verliert das Sachsenpokal-Halbfinale gegen den Chemnitzer FC nach Elfmeterkrimi mit 10:9. © PICTURE POINT
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Unglaublich spannender Pokal-Fight im Sachsenpokal-Halbfinale über 120 Minuten und finales Elfmeterschießen. Auch der Elfmeterkrimi war nach zehn Schützen noch nicht entschieden und auch als beide Keeper geschossen hatten, stand es noch immer 9:9.  Als es von vorne losging, hatten die Himmelblauen das bessere Ende.

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Chemnitz. Mit allen Spielern an Bord war der Mannschaftsbus des 1. FC Lok Leipzig am gestrigen Nachmittag um halb fünf vom Gelände des Bruno-Plache-Stadions mit Ziel Chemnitz gestartet. Im „Spiel des Jahres“ (O-Ton so ziemlich jedes Verantwortlichen in Probstheida) im Halbfinale des Sachsenpokals beim Chemnitzer FC sollte ein Sieg her – so wie vor dreieinhalb Wochen, als die Blau-Gelben zu Hause im Punktspiel einen schnellen 0:2-Rückstand noch in einen grandiosen 4:2-Sieg verwandeln konnten. Diesmal wurde es ein unglaublich spannender Pokal-Fight – über 120 Minuten und finales Elfmeterschießen – obwohl wiederum früh im Spiel alles auf einen klaren Chemnitzer Sieg hindeutete. Der CFC führte erneut 2:0, Lok schaffte die Wende, ging 3:2 in Führung, musste aber noch das 3:3 einstecken. Auch der Elfmeterkrimi war nach zehn Schützen noch nicht entschieden, weil Steinborn für Lok verschoss und der Chemnitzer Frahn an Kirsten scheiterte. Als beide Keeper geschossen hatten, stand es noch immer 9:9. Es ging von vorn los. Das bessere Ende hatten die Himmelblauen: Paul Schinke scheiterte an Torhüter Jakub Jakubov, der CFC gewann vom Punkt glücklich 10:9.

DURCHKLICKEN: Das Sachsenpokal-Halbfinale zwischen dem CFC und dem 1. FC Lok

Der Chemnitzer FC schlägt den 1. FC Lok Leipzig im Sachsenpokal-Halbfinale mit 10:9 (n.E.) Zur Galerie
Der Chemnitzer FC schlägt den 1. FC Lok Leipzig im Sachsenpokal-Halbfinale mit 10:9 (n.E.) © PICTURE POINT
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Als besonderen taktischen Kniff schickte Björn Joppe seine Elf in einer 4-1-4-1-Formation aufs Feld. Vor der Viererabwehr mit extrem hoch stehenden Außen sollte Paul Schinke die Räume des Gegners einengen und gleichzeitig für einen soliden Spielaufbau sorgen, vor der Mittelfeldreihe gab Kevin Schulze den einzigen etatmäßigen Stürmer. Das klappte nicht einmal mittelmäßig gut, weil Lok den Spielbeginn völlig verschlief: Chemnitz wirkte wacher, bissiger, bereiter – und ging folgerichtig nach nur fünf Minuten in Führung. Zuerst war es Daniel Frahn, der bei einer Ecke völlig blank am langen Pfosten stand – seinen Kopfball fingerte Benny Kirsten noch mit einem großartigen Reflex über die Latte. Beim abermaligen Eckstoß stimmte die Zuordnung wiederum ganz und gar nicht – Chemnitz‘ Matti Langer wusste gar nicht wie ihm geschah, als er nahezu unbedrängt aus fünf Metern einschieben konnte. Schnell brach Joppe das Experiment ab, schickte Pommer für Salewski aufs Feld (21.) und kehrte zurück zum 3-4-1-2 mit drei echten Verteidigern. Es war an diesem Abend seine letzte Amtshandlung, weil der Lok-Teamchef anschließend etwas heißblütig das Spielgeschehen kommentierte. Kann man mal machen, aber nicht mit Zweitliga-Schiri Alex Sather aus Grimma. Dessen Zündschnur ist in dieser Beziehung extrem kurz und leicht entzündbar, sodass Joppe zur Abkühlung für den Rest der Partie auf die Tribüne musste (23.). Auch danach war der CFC die klar bessere Mannschaft, die folgerichtig auf 2:0 erhöhte, als Lok den Ball im Vorwärtsgang mehrfach nicht behaupten konnte. Wiederum war es Langer, der plötzlich aufs Tor zulief und den Ball aus 20 Metern trocken versenkte (26.). Glück für die Blau-Gelben, dass Chemnitz in Halbzeit eins nicht noch mehr Tore schoss, Chancen waren einige da. Noch größeres Glück, dass wie aus dem Nichts der Anschlusstreffer gelang, als sich Pascal Pannier ein Herz fasste und vom linken Straufraumeck aus traf (40.).

WAS FÜR EINE KRANKE KACKMISTKACKE! Nach tollem Kampf und sensationeller Aufholjagd muss sich die Loksche in einem irren...

Gepostet von 1. FC Lokomotive Leipzig am Mittwoch, 24. April 2019

„Wir können uns bedanken, dass es nur 1:2 steht“, fasste Lok-Präsident Thomas Löwe in der Halbzeit am MDR-Mikrofon treffend zusammen, um sogleich eine Kampfansage hinterher zu schieben: „Wie man gegen den CFC ein 0:2 aufholt, wissen wir!“ Und tatsächlich legte Lok in der zweiten Halbzeit los wie die Feuerwehr, war plötzlich gallig, zweikampfstark und torgefährlich. Zunächst vergaben die Blau-Gelben noch zwei gute Möglichkeiten: Zuerst scheiterte Steinborn aus spitzem Winkel an CFC-Keeper Jakubov (51.). Einige Minuten später hätte der Ball wohl im Netz gezappelt, wenn die Stollen von Steinborn und Schulze nur ein paar Millimeter länger gewesen wären, aber beide verpassten die Eingabe von Berger hauchdünn (58.). In der 66. Minute passte dann endlich alles: Über Steinborn, Pommer und Schulze rollte ein Lok-Konter in den Chemnitzer Strafraum, den schließlich Pommer überlegt zum Ausgleich vollendete. Bis zum Ende der regulären Spielzeit wogte die Partie anschließend hin und her. In einem echten Pokalfight hatten beide Teams den Siegtreffer auf dem Fuß (mehrmals kurz hintereinander Bozic für Chemnitz/85., Steinborn für Lok/87.), aber es ging in die Verlängerung. Und auch da blieb es ein Krimi – einer, bei dem die Zuschauer ihre Nägel komplett herunter kauen, weil die Spannung kaum zu ertragen ist. Grenzenloser Jubel bei den etwa 2.000 mitgereisten Lokfans, als Schulze einen Gottschick-Freistoß mit dem Kopf ins Tor verlängerte (102.), dasselbe bei den über 5.000 CFC-Anhängern, als Karsanidis aus 18 Metern wieder alles auf Null stellte (106.). Kurzer Schreckmoment für den FCL, als Malone mit der Ampelkarte vom Feld musste (114.), aber die Blau-Gelben retteten sich ins XXL-Elfmeterschießen. Doch am Ende jubelten die Himmelblauen mit ihrem Anhang.

David Bergner (CFC): „Ich habe mich schon bei der Auslosung nicht gefreut. Lok ist eine richtig gute Mannschaft, die nicht gut in die Saison gekommen ist, aber die großes Potenzial hat, was Björn Joppe wieder frei gelegt hat. Nach dem 1:2 ging bei uns der Film los, viele Spieler dachten wohl an das Ligaspiel. Dann kassieren wir den Ausgleich, fangen uns aber wieder. Kirsten hat Lok ein paar Mal im Spiel gehalten. Wir haben in der Saison Außergewöhnliches geleistet, heute auch wieder: Nach dem Rückstand sind wir nicht auseinandergebrochen, sondern zurückgekommen. Natürlich war das Glück auf unserer Seite, Lok hätte den Sieg heute genauso verdient gehabt.“

Björn Joppe (Teamchef Lok): „Ein Wahnsinn dieses Spiel. Am Ende war es auch Glückssache. Es tut natürlich weh, aber wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Meine Spieler sind natürlich enttäuscht. Jetzt stehen noch vier Spiele an, dann ist Sommerpause und dann greifen wir wieder an.“

Paul Schinke (Lok): „Mein Schuss war zu unplatziert, ich hätte auch noch mal hoch gucken sollen. Aber Elfmeterschießen ist immer auch Glückssache.“

CFC: Jakubov – Itter, Velkov (120.+2 Blum), Hohenender, Milde – Karsanidis, Grote, Langer, Garcia – Frahn, Bozic (99. Hoppe)

Lok: Kirsten – Berger (76. Ziane), Urban, Zickert, Pannier (59. Gottschick) – Schinke – Malone, Pfeffer, Salewski (21. Pommer), Steinborn - Schulze

SR: Alexander Sather (Grimma),

Zuschauer: 7789.

Tore: 1:0/2:0 Langer (5./26.), 2:1 Pannier (40.), 2:2 Pommer (66.), 2:3 Schulze (102.), 3:3 Karsanidis (104.). Gelb: Bozic, Milde, Velkov – Salewski, Berger, Kirsten, Urban, Pfeffer, Zickert, Malone

Gelb-Rot: Malone (114./wiederholtes Foulspiel).

Bes. Vorkommnis: Feldverweis Lok-Teamchef Björn Joppe wegen Meckerns (23.)

Carsten Muschalle

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