15. November 2019 / 07:46 Uhr

Sachsenpokal-Kracher: FC Eilenburg gegen Chemie Leipzig - FSV Krostitz vs. Chemnitzer FC

Sachsenpokal-Kracher: FC Eilenburg gegen Chemie Leipzig - FSV Krostitz vs. Chemnitzer FC

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hoffnungsvoll, locker und trotzdem fokussiert: FSV-Trainer Mike Geppert ist vor dem Spiel des Jahres bester Dinge.
Hoffnungsvoll, locker und trotzdem fokussiert: FSV-Trainer Mike Geppert ist vor dem Spiel des Jahres bester Dinge. © Thomas Jentzsch
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Die Nordsachsen-Teams gehen als Außenseiter in die anstehenden Cup-Duelle.

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Krostitz oder Eilenburg – Hauptsache Landespokal, würde Andy Möller womöglich sagen, sofern er sich im Osten Deutschlands besser auskennt als im Süden Europas (und im Ilburg-Stadion saß der 96er Europameister ja tatsächlich schon einmal ...).

Das Etikett „Außenseiter“ klebt an beiden Mannschaften. Für die einen ist es eine ganz natürliche Sache, trennen sie doch gleich vier Ligen von ihrem Gegner. Die anderen sind zwar nur eine Klasse weiter unten unterwegs, klagen aber über infame Personalprobleme. Trotzdem sollen zwei Höhepunkte im Achtelfinale des Fußball-Landespokals herauskommen, wenn der FC Eilenburg am Samstag (13 Uhr, Ilburg-Stadion) die BSG Chemie Leipzig empfängt und der FSV Krostitz in Hausdorf den himmelblauen Chemnitzer FC zum Tanz übers Herbstgrün bittet (13.30 Uhr).

„Wir wollen wenigstens mit einer Null rausgehen“, sagt FSV-Mannschaftsleiter Herbert Häublein und meint damit nicht null Gegentore, so vermessen ist kaum einer in Krostitz, sondern den finanziellen Aufwand. Die berüchtigte tiefschwarze Null scheint mittlerweile das Ziel einer jeden halbwegs aufwendigen Unternehmung in diesem Land. Dergleichen beschäftigt die „Hausherren“ mindestens so sehr wie der sportliche Aspekt, den Trainer Mike Geppert mit „wir wollen unser Gesicht wahren, haben aber andererseits auch nichts zu verlieren“, plausibel umreißt.

Finger- beziehungsweise Fußübung

Weil scheinbar auch die Chemnitzer das Ganze nur als Finger- beziehungsweise Fußübung betrachten, bestritten sie Donnerstagabend noch einen Test gegen Dynamo Dresden. Fakt ist, dass der krisengeschüttelte Club (Insolvenz, diverse Nazi-Skandale) die Scheine aus dem Pokal gut gebrauchen kann und sich natürlich über den Landeswettbewerb für den lukrativen DFB-Pokal qualifizieren möchte.

Aber: So leicht wollen es die Krostitzer dem turmhohen Favoriten nicht machen. Die Hoffnung kreist leise, doch deutlich hörbar und in süße Floskeln verpackt über den Rasen. „Jedes Spiel geht bei null los. Wenn du die ersten 10,20 Minuten ohne Gegentor überstehst, fängst du vielleicht selbst an, daran zu glauben“, sagt Geppert und ergänzt: „Von vorn herein zu sagen: Das ist sinnlos, halte ich für Quatsch. Wenn wir sie zwingen, dass sie keine Lust mehr haben, Fußball zu spielen, wer weiß ...“

Und fast wie immer hat „Geppi“ auch noch eine kleine Kabaretteinlage zu bieten. Nach Wochen personeller Dürre quillt ausgerechnet zum Hit seine Auswechselbank über: „Das brauchen wir auch, in der Verlängerung können wir schließlich dann noch ein viertes Mal wechseln.“ Die Krostitzer sind locker und entspannt, sehen die Angelegenheit als einziges großes Fest. Und haben zu diesem Zwecke sogar einen Bus für ihre Fans organisiert, der 12 Uhr am heimischen Sportplatz aufbricht. Vielleicht parken sie das Gefährt in Colditz dann ja gleich vorm eigenen Tor.

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Eilenburgs große Erinnerungen

Ortswechsel: Der 24. November 2018 ist den Fans des Eilenburger Fußballs garantiert noch genau in Erinnerung. An jenem kühlen Herbsttag besiegte die Elf von Nico Knaubel im heimischen Revier den damaligen Oberliga-Spitzenreiter Chemie Leipzig überraschend, aber mehr als verdient mit 2:0. Gut ein Jahr später kreuzen beide Mannschaften wieder die Klingen: Diesmal geht es nicht im Liga-Punkte, sondern um den Einzug ins Sachsenpokal-Viertelfinale.

Die Runde der letzten Acht sächsischen Teams ist also das Ziel. Für den FC Eilenburg wäre es eine Sensation, ein Traum, der das ohnehin stimmungsvolle Vereinsfest am kommenden Dienstag wohl noch einmal toppen würde. Allerdings hängen die Trauben hoch. Die aktuelle Mannschaft von Chemie hat nicht mehr viel mit dem Team des 0:2 zu tun. Kurz nach der Niederlage in Eilenburg musste Chemie-Trainer Dietmar Demuth gehen. Miroslav Jagatic übernahm und führte die Kicker aus Leutzsch in die Regionalliga.

Dort spielt der Aufsteiger bisher eine starke Saison. Nach vielen Unentschieden zu Beginn sorgte der Sieg im Derby gegen Lok Leipzig für eine Befreiung. Seitdem läuft es. Die Chemiker sind im Tabellenmittelfeld angekommen und zeigen ein völlig anderes Gesicht als noch vor einem Jahr. Prunkstück ist die Defensive. Mit gerade 18 Gegentreffern gehört der Liga-Neuling zu den Top 5 der Liga. Größter Pluspunkt im Vergleich zur letzten Saison ist Torwart Benjamin Bellot, der scheinbar fehlerlos von Woche zu Woche seine Leistung abruft. Witzig dabei: Sein Onkel Harry Bellot wohnt in Eilenburg, engagierte sich lange beim FCE und ist seit einigen Jahren Torwarttrainer bei Chemie.

Bunge will wieder treffen

Duelle mit den Leipzigern gab es viele, aber nur einmal trafen sich beide Teams bisher im Pokal. In der Saison 2016/17 setzte sich Chemie deutlich mit 4:1 durch, damals traf Tim Bunge zum Endstand noch für die Leipziger. Am Sonnabend will er am liebsten wieder treffen. Im Trikot der Blau-Roten. „Ich bereite mich nicht anders auf das Spiel vor, aber an dem Tag bin ich sicher etwas aufgeregter“, sagt Eilenburg gefährlichster Angreifer.

Er kennt sein Ex-Team aus dem Effeff, saß auch beim jüngsten 0:2 gegen den ZFC Meuselwitz auf der Tribüne und weiß: „Chemie ist trotz der Niederlage zuletzt gut drauf. Wir müssen kämpferisch alles geben und lange die Null halten, hinten raus ist alles möglich.“ Überhaupt ist es wieder ein Treffen vieler alter Bekannter. Neben Bunge spielte auch Abwehrrecke Marko Trogrlic vor seiner Zeit in Eilenburg bei Chemie. Tommy Kind und Stefan Karau gingen den umgekehrten Weg. Der gebürtige Laußiger Philipp Wendt machte seine ersten fußballerischen Schritte sogar in Eilenburg, ehe er über Cottbus und Neustrelitz bei Chemie landete. Am Samstag fehlt er wegen einer langwierigen Fußverletzung. Ansonsten sind bei den Leipzigern alle Mann an Deck.

Ganz andere Sorgen haben die Eilenburger. Neben dem gesperrten Toni Majetschak fehlen auch die verletzten Benjamin Luis (Nasenbeinbruch), Adam Fiedler (Schulter) und Fabian Döbelt (Muskelbündelriss). „Im Pokal gibt es immer wieder Überraschungen, dafür brauchen wir einen perfekten Tag und das nötige Quäntchen Glück“, sagt Knaubel, der sich in erster Linie auf das Spiel und viele Zuschauer freut. „Wir hoffen, dass uns viele Anhänger unterstützen und unsere Mannschaft nach vorn treiben.“

Von Susan Stephan und Johannes David

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