12. September 2020 / 21:42 Uhr

Roter Stern verlangt Kamenz alles ab - Leipziger Oberligisten ziehen in Runde drei ein

Roter Stern verlangt Kamenz alles ab - Leipziger Oberligisten ziehen in Runde drei ein

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
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Nach einem schlechten Start kämpften sich die Sterne zurück ins Spiel. Dennoch mussten sie sich am Ende geschlagen geben. © Dirk Knofe
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Im Sachsenpokal verliert der Rote Stern Leipzig nach einer umkämpften Partie gegen Einheit Kamenz mit 3:5. Ein Torfestival gab es zwischen der BSG Stahl Riesa und dem FC International - mit dem besseren Ende für die Messestädter. Der SV Panitzsch/Borsdorf verpasst beim 0:4 gegen Budissa Bautzen die Überraschung. Die SG Taucha ist als einziger Leipziger Sachsenligist noch im Rennen.

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Leipzig. Dass die Roten Sterne für einen großen Kampf nicht unbedingt all ihre Fans brauchen, bewiesen sie am Sonntag. Diesmal waren wegen „Corona“ nur 50 zugelassen und per Los ermittelt worden, normalerweise wären aber zu einem Pokalmatch wie gegen Landesmeister Einheit Kamenz wohl zehnmal so viele gekommen.

Die Startphase mit dem Stand von 0:2 nach nur knapp vier Minuten ließ Schlimmes ahnen. Doch erstaunlich unbeeindruckt arbeiteten sich die Sterne in die Partie und glichen bis zur Pause durch tolle Treffer von Elias Baloun (10. Minute) und Max Herzog (40.) wieder aus. Nach dem Seitenwechsel beinah die gleiche Dramaturgie: Kamenz schoss zwei Tore (51., 68.), Herzog erzielte den Anschluss (79).

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 3:5-Niederlage der Roten Sterne im Sachsenpokal

Im Sachsenpokal musste sich der Rote Stern am 13. September 20 in einer torreichen Partie gegen Kamenz mit 3:5 geschlagen geben. Zur Galerie
Im Sachsenpokal musste sich der Rote Stern am 13. September 20 in einer torreichen Partie gegen Kamenz mit 3:5 geschlagen geben. ©

Erst in der Nachspielzeit fiel dann statt des erneuten Ausgleichs, das 5:3 (90.+4.) für die Gäste. Deren Trainer, der Ex-Leipziger Frank Rietschel, sagte erleichtert: „Weitergekommen, nur das zählt. Unser Zweikampfverhalten in der ersten Halbzeit war schlecht. Dadurch haben wir es uns unnötig schwer gemacht.“ Was zweifellos auch an den spielerisch gut mithaltenden Gastgebern lag. Urlaubsbedingt war Trainer Marcus Bieleit nicht dabei. Was einer seiner Sterne spaßig kommentierte: „Die Highlights verpasst er immer.“

Inter mit Wechselbad der Gefühle

Die drei Fußball-Oberligisten aus Leipzig und Umgebung haben den Sprung in die 3. Runde des Sachsenpokals geschafft. Der FC Eilenburg siegte bei Motor Marienberg souverän mit 6:1, während der FC Grimma beim SC Freital in die Verlängerung musste, um 4:2 zu siegen. „Der wieder genesene Christoph Jackisch hat uns mit einer Vorlage und einem verwandelten Elfmeter schließlich auf die Siegerstraße gebracht“, freute sich Grimmas Coach Alexander Kunert.

Inter Leipzig hatte es beim 5:3 in Riesa auch nicht ganz leicht. „Wir haben gut begonnen, hätten nach 20 Minuten eigentlich 3:0 statt 1:0 führen können“, stellte Inter-Sportdirektor Carsten Hänsel fest. Lovro Sindik traf schon in der 5. Minute für die Gäste in der Feralpi-Arena. Zamoranho legte in der 33. zum 2:0-Pausenstand für die Leipziger nach.

Danach nutzte Friedrich Töpfer einen Fehler der Inter-Abwehr zum Riesaer Anschlusstor. „Dann besaß Stahl sogar die Riesenchance zum Ausgleich, aber unser junger Torwart Alexander Ebert wehrte zum Eckball ab“, schildert Hänsel den Kulminationspunkt der Partie. „Unser Konter nach dieser Ecke führte dann zum 3:1 für uns (60.), Johannes Pistol vollendete.“ Als Robin Glänzel nach einem Freistoß in der 78. Minute genau richtig stand, waren die Messen tatsächlich gesungen, auch wenn es noch einen Treffertausch zum 3:5 gab.

Budissa ein, zwei Nummern zu groß

Stadtligist SV Panitzsch/Borsdorf konnte nicht noch einmal für eine Überraschung sorgen und unterlag Sachsenligist Budissa Bautzen 0:4. „Das war vom Ergebnis her in Ordnung“, schätzte SVP-Trainer Thomas Wedemann ein, „auch wenn die Gegentore zwei und drei etwas ärgerlich waren. Mitunter hat uns zudem ein wenig der Mut gefehlt.“ Dennoch zeigten die Gastgeber, die in diesen Tagen ihr Vereinsjubiläum feiern und dies mit einem großen Banner „100 Jahre stolze Dorfkinder“ bekundeten, wenig Respekt vorm Favoriten.

Ihr Coach forderte sie immer wieder auf: „Ihr müsst höher stehen.“ Sprich früh angreifen. Budissa war allerdings spielerisch dann doch ein, zwei Nummern zu groß. Vor allem Karel „Carlos“ Vrabec führte glänzend Regie.

JETZT Durchklicken: Die Bilder der 0:4-Niederlage der Panitzscher in der zweiten Runde des Sachsenpokals!

Teuer verkauft hat sich der SV Panitzsch/Borsdorf gegen Sachsenligist Budissa Bautzen, musste sich aber doch mit 0:4 geschlagen geben. Zur Galerie
Teuer verkauft hat sich der SV Panitzsch/Borsdorf gegen Sachsenligist Budissa Bautzen, musste sich aber doch mit 0:4 geschlagen geben. ©

Bautzens Coach Thomas Hentschel stellte zufrieden fest: „So habe ich mir das vorgestellt. Wir wollten hier gewinnen und zwar ohne ins Zittern zu kommen.“ Von Leipzigs Sachsenligisten ist einzig die SG Taucha noch im Rennen. Marcus Jeckels Team gewann beim VfB Weißwasser mit 4:1.