12. April 2021 / 07:32 Uhr

Sachsenpokal: Schon eine Gegenstimme würde Plan zur Fortführung scheitern lassen

Sachsenpokal: Schon eine Gegenstimme würde Plan zur Fortführung scheitern lassen

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Wie geht es mit dem Sachsenpokal in der Saison 2020/21 weiter?
Wie geht es mit dem Sachsenpokal in der Saison 2020/21 weiter? © Picture Point
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Verzichten die Amateur-Vereine auf die Fortsetzung des Sachsenpokals und ihre Titelchance? Der Sächsische Fußball-Verband will nur mit den Regional- und Drittligisten weiterspielen, alle anderen mit je 3500 Euro abfinden. Die Entscheidung liegt nun bei den Vereinen. Und die müssen sich einig sein.

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Leipzig. Finanziell klingt er interessant, der Vorschlag, den die noch im Fußball-Landespokal befindlichen Amateur-Teams auf dem Tisch liegen haben. In dem von den fünf Regionalligisten angeregten Arbeitspapier wird ihnen der Verzicht auf weitere „Pokaltaten“ mit etwa 3500 Euro schmackhaft gemacht – das Doppelte dessen, was sie normalerweise erhalten würden, nämlich acht statt vier Prozent aus dem Landespokaltopf. Dem einzigen noch vertretenen Stadtligisten, der SG Weißig vom Rande Dresdens, wird außerdem die Teilnahme am Landespokal 2021/22 zugesichert – eine Art Wildcard.

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Finalisten sollen Geld abtreten

Die erhöhte Abfindung für alle „Ausscheider“ soll unter anderem aus dem recht üppigen „Endspiel-Geld“ (etwa 115.000 Euro für den Sieger und 35 .000 Euro für den Verlierer) gespeist werden, die Finalisten sollen je zehn Prozent abtreten.

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Und zwar an alle 15 bis dahin eliminierten der momentan noch 17 Vereine (ein Match der 3. Runde ist noch offen). Diese müssen sich bis Dienstag bekennen, ob sie diesem Vorschlag zustimmen. Dann könnte sich also vorentscheiden, ob der Pokal 2020/21 auf Landesebene zu Ende geführt wird. Wie vom SPORTBUZZER berichtet, wird wegen der Pandemie die Zeit zu knapp, um vom – eigentlich anstehenden – Achtelfinale bis zum Endspiel alle Partien absolvieren zu können. Am 29. Mai soll das Finale zum bundeseinheitlichen Termin über die Bühne gehen. Die zehn Amateur-Vereine, die noch im Rennen sind, dürfen momentan jedoch nicht einmal trainieren, geschweige denn spielen. Sie könnten also frühestens in knapp vier Wochen antreten, doch selbst das ist unwahrscheinlich.

Deshalb also der auch vom Sächsischen Fußball-Verband (SFV) unterstützte Gedanke, nur mit den verbliebenen Viertligisten sowie den beiden erst jetzt eingreifenden Drittligisten Dynamo Dresden und FSV Zwickau weiterzuspielen. Die unterklassigen Teams von der Oberliga abwärts sollen freiwillig ausscheiden und dafür finanziell abgefunden werden. Die entsprechende Erklärung dazu hat der SFV an alle 17 Vereine geschickt.

Nur drei Partien in Viertelfinale?

Kern des Inhalts ist besagter Verzicht aufs Weiterspielen, da eine Spielplanung derzeit ungeachtet des Termindrucks nicht möglich ist. „Unter diesen Umständen stünde der Wettbewerb wegen Nichtdurchführbarkeit nach dem bisherigen Modus vor dem Abbruch“, heißt es in dem Schreiben an die Vereine. Der SFV sammelt die entsprechenden Erklärungen nun wieder ein, möglichst unterschrieben. Verweigert sich nur einer der 17, erlangt die neue Vereinbarung zum Pokal, die ja den vor der Saison festgelegten Modus gravierend abändert, keine Gültigkeit. Dann bliebe dem Verband wohl nur der Abbruch des Wettbewerbs, worauf er in dem Arbeitspapier auch hinweist. Ein sächsischer Landespokalsieger wäre dann kaum noch zu ermitteln und mithin auch nicht für den lukrativen DFB-Pokal zu melden. Ein Szenario, das der SFV im Interesse seiner Vereine vermeiden will.

Doch der Landesverband ist zuversichtlich und deutet das bei Zustimmung geplante Vorgehen an: „Nach Eingang aller Erklärungen und Bestätigung durch das SFV-Präsidium am 17. April erfolgt die Auslosung des Viertelfinals, Halbfinals und Festlegung des Finalortes. Das Viertelfinale wird bei Drittliga-Beteiligung am 1./2. Mai ausgetragen, grundsätzlich auch die übrigen Viertelfinalpartien.“ Das Viertelfinale würde aus nur drei Partien bestehen – einer der sieben Klubs erhielte ein Halbfinal-Freilos. Der Weg zum deutschlandweiten „Finaltag der Amateure“ am 29. Mai wäre geebnet – und das TV- und Sponsorengeld auch für Sachsen gesichert.