28. April 2021 / 17:18 Uhr

Sachsenpokal-Spiel bei Chemie: Scheitert der FSV Zwickau erneut in Leipzig?

Sachsenpokal-Spiel bei Chemie: Scheitert der FSV Zwickau erneut in Leipzig?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die BSG Chemie schafft gegen den Drittligisten aus Zwickau die Pokalsensation. (@ Dirk Knofe) (1)
2017 verlor der FSV Zwickau mit 2:4 gegen Chemie Leipzig. © Dirk Knofe
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Am kommenden Samstag steigt die Viertelfinal-Begegnung im Sachsenpokal zwischen Chemie Leipzig und dem FSV Zwickau. Die Gäste haben in den letzten Jahren keine guten Erfahrungen mit Mannschaften aus der Messestadt gemacht. So verloren sie schon einmal 2017 in Leutzsch und 2019 dann gegen den FC Inter. Nun will die Mannschaft von Trainer Enochs endlich als Sieger vom Platz gehen und am Ende auch den Pokal gewinnen.

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Leipzig. Ein drittes Mal wollen die Drittliga-Profis des FSV Zwickau nach einem Landespokalspiel in Leipzig nicht als Verlierer die Heimreise nach Westsachsen antreten. „Wir haben in den vergangenen Jahren mit Mannschaften aus dem Leipziger Raum im Pokal keine guten Erfahrungen gemacht. Das soll und muss sich diesmal ändern“, sagt FSV-Stürmer Ronny König vor dem Sachsenpokal-Viertelfinale am Samstag (16.00 Uhr) zwischen dem Regionalligisten BSG Chemie Leipzig und Zwickau.

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Als der FSV am 31. Oktober 2017 im Alfred-Kunze-Sportpark mit 2:4 im Achtelfinale die Segel streichen musste, erzielte König beide Zwickauer Treffer. Doch die reichten dem FSV am Ende nicht. Zwickaus damaliger Trainer Torsten Ziegner fand für den schwachen Auftritt nach dem Abpfiff drastische Worte: „Es sind zu viele Spieler bei uns dabei, die einen Vogel haben.“

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Die BSG Chemie schafft gegen den Drittligisten aus Zwickau die Pokalsensation. (@ Dirk Knofe) (2) © Dirk Knofe

Zwei Jahre später, am 20. November 2019, war die Blamage für die Zwickauer nach dem Ausscheiden im Viertelfinale bei Oberligist FC International Leipzig (1:2) sogar noch größer. König, der in diesem Spiel fehlte, wird am Samstag aller Voraussicht nach auf dem Platz stehen. Der 37-Jährige erwartet einen ähnlich heißen Tanz wie im Herbst 2017: „Für Chemie ist es das Spiel des Jahres. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Wir müssen die Aufgabe entsprechend ernst nehmen und konzentriert angehen. Es gibt keinen Grund, die Leipziger zu unterschätzen.“

"Muss kein Vorteil sein"

Der FSV geht dennoch als klarer Favorit in die Partie. Nach vielen vergeblichen Anläufen wollen die Zwickauer die Landespokal-Trophäe in diesem Jahr mit aller Macht zum ersten Mal gewinnen und sich dadurch für die Teilnahme am DFB-Pokal qualifizieren. Dass Trainer Joe Enochs am Samstag einige Stammspieler schonen wird, ist daher nicht zu erwarten.

Während die Zwickauer als eingespielte Einheit nach Leutzsch kommen werden, fehlt den Leipzigern aufgrund des Saisonabbruchs in der Regionalliga jegliche Wettkampfpraxis. „Das muss kein Vorteil für uns sein. Der Pokal hat schon oft gezeigt, was in einem einzigen Spiel möglich ist. Wenn es für uns überhaupt einen Vorteil geben sollte, dann sind es die fehlenden Fans im Stadion“, meint König und denkt erneut an den 31. Oktober 2017 zurück. Mehr als 4600 Zuschauer hatten für einen kleinen Hexenkessel gesorgt. „Das war schon sehr unangenehm damals“, sagt der Angreifer.

Dass sich seine Zwickauer in der laufenden Drittliga-Saison als aktueller Tabellenelfter auf Kurs Klassenerhalt befinden, ist auch ein Verdienst des Oldies. Mit zehn Saisontoren führt König gemeinsam mit Morris Schröter die interne Torjägerliste bei den Westsachsen an. Erst Anfang April hatte „King“, wie er in Zwickau genannt wird, seinen Vertrag beim Drittligisten um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. „Ich habe zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr gesagt, dass ich meine Profikarriere vor Zuschauern beenden möchte. Es hat sich ja leider bisher nichts geändert. Wir dürfen immer noch nicht vor unseren Fans spielen und deshalb geht es für mich jetzt auch noch ein Jahr weiter“, erklärt König seine Beweggründe. Dazu habe er außerdem „noch viel zu viel Lust, Fußball zu spielen. Ich fühle mich fit und es macht mir Spaß, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und Erfolge zu feiern.“

Sebastian Wutzler