15. Februar 2021 / 08:04 Uhr

Sachsens Judoka verlieren Quellmalz: "Erpresserische Methoden nach chinesischem Vorbild"

Sachsens Judoka verlieren Quellmalz: "Erpresserische Methoden nach chinesischem Vorbild"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Fußball: Bundesliga, Bayern München - Borussia Dortmund, 28. Spieltag am 08.04.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Sokratis (l) und Marcel Schmelzer von Dortmund diskutieren nach Spielende miteinander. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Am Kragen gepackt und kurz vor dem Wurf auf den Boden. Ist Judo noch zu retten? © Alexander Prautzsch
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Leipzig ist kein Bundesstützpunkt im Judo mehr und Udo Quellmalz nicht länger der Landestrainer. Hinzukommt eine massive Kürzung der Mittel. SPORTBUZZER-Redakteur Frank Schober warnt vor einem Debakel bei Olympia 2024 und 2028. 

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Judo ist ein Paradebeispiel, um aufzuzeigen, warum es mit dem deutschen Sport weiter bergab gehen wird. In Sachsen wurde Udo Quellmalz viel zu spät verpflichtet, denn im Herbst 2019 war das Kind längst in den Brunnen gefallen. Der Landesverband versäumte über Jahre den Schulterschluss mit seinen stärksten Vereinen, nach wie vor übernimmt niemand die Verantwortung für die sportliche Misere. Diese wird gern den Trainern in die Schuhe geschoben, dabei stinkt der Fisch stets vom Kopf her.

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Der Spitzenverband DJB hat es versäumt, Aushängeschilder wie Olympiasieger Udo Quellmalz einzubinden. Nicht anders ergeht es Yvonne Böhnisch. Die Potsdamerin holte 2004 in Athen Gold, macht aber nach den Israelis nun die Österreicher fit für Olympia. Der DJB installiert in Potsdam und Berlin zwei Stützpunkte in unmittelbarer Nachbarschaft. Eine fragwürdige Entscheidung zu Ungunsten des mitteldeutschen Raums.

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Dass die Judoka in starken Trainingsgruppen an den Bundesstützpunkten trainieren sollen, ist richtig. Statt sie aber mit attraktiven Angeboten zu locken, werden erpresserische Methoden nach chinesischem Vorbild angewandt. Für ein demokratisches Land ein No-Go, das der DOSB nicht dulden darf. Denn einige Talente werfen deshalb das Handtuch.



Niemand soll sich wundern, wenn deutsche Judoka bei Olympia 2024 und 2028 von der Konkurrenz vermöbelt werden.

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