07. April 2022 / 20:42 Uhr

Saeveras in Bestform: SC DHfK Leipzig gewinnt hochverdient gegen Lemgo

Saeveras in Bestform: SC DHfK Leipzig gewinnt hochverdient gegen Lemgo

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Der SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Lemgo. © Picture Point
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Auch wenn es das Ergebnis nicht ganz hergibt: Der SC DHfK Leipzig gewinnt souverän gegen Lemgo, muss sich aber vorwerfen lassen, den Gegner zu lang im Spiel gehalten zu haben. Party-Stimmung nach dem Sieg gab es aber dennoch.

Leipzig. Zahlreiche Sitzplätze sind in der Arena Leipzig am Donnerstagabend leer geblieben. Dass die Roten Bullen einige Hundert Meter entfernt im Europa-League-Viertelfinale spielten, hatte viele Sportfreunde vor ein Dilemma gestellt und ließ so manchen Fan aus der einen in die andere Kluft schlüpfen. Der Stimmung in der Heimstätte des SC DHfK konnte das aber nichts anhaben. „Alle die heute Abend in der Arena sitzen, sind echte Handball-Fans“, verkündete Hallensprecher Sascha Röser lautstark und sollte Recht behalten. Viel mehr Lärm können 2723 Menschen nicht machen. Alles war angerichtet für ein packendes Bundesliga-Duell gegen die Gäste vom TBV Lemgo Lippe. Am Ende stand der 29:25 (16:12)-Heimsieg auf der Anzeigetafel und DJ Lawine lud die begeisterten Zuschauer zur After-Game-Party.

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Saeveras hält auch mit dem Kopf

Den perfekten Einstieg, der den Sachsen zuletzt gegen den HSV Hamburg mit 13 Treffern aus 13 Würfen gelungen war, konnten sie nicht reproduzieren. Mit etwas Startschwierigkeiten holperte die Mannschaft von Cheftrainer André Haber in die Partie. Hier ein technischer Fehler, dort ein Wurf an den Pfosten – nach acht Minuten hatte der Coach genug gesehen und rief in seiner Auszeit zur Ordnung. In den folgenden Minuten ließ er fleißig rotieren, setzte auf Gregor Remke und Oskar Sunnefeldt, die den hohen Anforderungen gerecht wurden. Die DHfK-Sieben kam immer besser ins Spiel, blieb in der Abwehr kompakt und erhöhte das Tempo. Bis zur Pause steuerte Lucas Krzikalla vier Treffer bei und half seiner Mannschaft sich immer weiter abzusetzen. Mit 16:12 ging es in die Pause, die so mancher Fan nutzte, um einen kurzen Blick auf das Smartphone zu werfen. Die Feststellung: alles richtig gemacht. Die Fußballer lagen hinten, die Handballer vorn.

DURCHSCROLLEN: Die Bilder zum Spiel

Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen den TBV Lemgo mit 29:25. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen den TBV Lemgo mit 29:25. ©

Nächste Halbzeit, selbes Spiel. Die Grün-Weißen stolperten aus der Kabine, machten unnötige Fehler und fanden offensiv nicht mehr die richtigen Lösungen - innerhalb von zehn Minuten schrumpfte die Führung von vier auf zwei Tore. Dann hatten Maciej Gebala und Kristian Saeveras genug Nervenkitzel für den Abend. Während sich der eine am gegnerischen Kreis ein ums andere Mal in Wurfposition kämpfte, verhinderte der andere eine handvoll sicherer Torchancen. Besonders sehenswerte Momente: in der 44. Minute blockte der Norweger den Siebenmeter von Bjarki Mar Elisson und wiederholte selbiges in der 53. Spielminute - dieses Mal jedoch eher unfreiwillig mit der Stirn. Leipziger Handballfans kennen die Folge. Für Kopftreffer bei Strafwürfen gibt es die Rote Karte, egal wie sympathisch Elisson sich auch entschuldigt hat.

"Sie haben uns kaum ins Tempo gehen lassen"

Vier Minuten vor Schluss war die Messe gelesen, das Publikum so richtig in Party-Laune und Saeveras hatte ein weiteres Spiel auf Weltklasse-Niveau absolviert. Für alle, die daran noch Zweifel hatten, hielt der Norweger in der 59. Minute auch noch den Strafwurf von Lukas Zerbe. Der 29:25-Endstand sollte bis in die späte Nacht gefeiert werden. Trainer André Haber sieht nach dem Spiel gute Ansätze: "Es war ein Schritt in die richtige Richtung, die Jungs haben sich heute den dritten zusätzlichen freien Tag verdient. 25 Gegentore waren der Garant für den Sieg - daran habe ich nichts auszusetzen. Unsere Chancen hätten wir noch konsequenter nutzen können."

Maciej Gebala empfand es ebenfalls als ein schwieriges Spiel: "Sie haben uns kaum ins Tempo gehen lassen, haben es taktisch sehr gut gespielt, um unseren Vorteil klein zu halten. Sie konnten vorher nicht trainieren, aber diese Mannschaften sind auch gefährlich. Lemgo ist eine Mannschaft auf unseren Level, aber zu Hause gewinnen wir diese Spiele. Das ist ein wichtiger Sieg für uns und zeigt, hier können wir jeden schlagen. Es ist unfassbar wie gut Kristian (Saeveras) aktuell ist. Er bestätigt es jedes Spiel, ist unglaublich gut in Form. Ich würde gegen ihn nicht werfen wollen."

Hüter Kristian Saeveras hatte einen guten Tag: "Das war ein wunderbares Spiel. Wir haben uns in den ersten 10 Minuten schwergetan, aber danach hatten wir die Kontrolle und haben es im Angriff mit viel Ruhe gespielt. Meinem Kopf geht es jetzt noch ganz gut. Ich habe noch das ganze Adrenalin im Körper, aber in ein, zwei Stunden könnte das natürlich schon anders aussehen. Wenn man den ersten Siebenmeter hält, ist der zweite schon leichter. Als ich zwei gehalten hatte, wusste ich, dass ich auch den dritten halten kann. Die Fans, die meinen Namen gerufen haben, haben mich richtig gepusht. Die Stimmung war unglaublich, obwohl RB gespielt hat. Handball ist einfach der geilste Sport der Welt."


DHfK-Tore: Ivic 5/1, Krzikalla 5, Jotic 4, Witzke 3, Gebala 3, Sunnefeldt 2, Milosevic 2, Mamic 2, Remke 1, Ernst 1, Binder 1.