20. Mai 2020 / 20:15 Uhr

Saison-Abbruch, Quotient, keine Absteiger: NFV hat sich auf seinen Vorschlag festgelegt

Saison-Abbruch, Quotient, keine Absteiger: NFV hat sich auf seinen Vorschlag festgelegt

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Vereine aus Gifhorn mit dem Kreisvorsitzenden Ralf Thomas (l.), wie auch die Wolfsburger mit Fußball-Chef Stefan Pinelli (r.) würden sich über die geränderte Corona-Verordnung freuen.
Sind unterschiedlicher Meinung: Gifhorns Kreis-Chef Ralf Thomas (l.) und sein Wolfsburger Kollege Stefan Pinelli.
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Aus vier mach eins: Der NFV-Vorstand und die Kreis-Vorsitzenden haben sich nun auf eine Variante festgelegt, die der Verband auf dem außerordentlichen Verbandstag zur Abstimmung vorlegen möchte. Es könnten aber noch weitere dazukommen. Die heimischen Kreis-Chefs sind unterschiedlicher Meinung über das Ergebnis.

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Ursprünglich standen vonseiten des NFV vier Varianten für die Zukunft des Amateurfußballs im Raum (Annullierung, Abbruch unter Berücksichtigung der Quotientenregelung einmal mit Auf und Absteigern und einmal ohne Absteiger sowie die Fortsetzung der Saison). Am Mittwoch hat sich der Verband auf einer Sitzung mit dem NFV-Präsidium und den 33-Kreisvorsitzenden aber auf eine Variante festgelegt, die auf dem außerordentlichen Verbandstag als Beschlussvorlage eingereicht werden sollen. Der Verbandstag wird - auch das wurde in der Sitzung beschlossen - am 27. Juni digital stattfinden.

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Die Variante lautet: Saison-Abbruch unter Berücksichtigung der Quotientenregelung - mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger.

"Das Webinar am vergangenen Samstag hat noch einmal zur umfassenden Information der Vereine beigetragen. Die Resonanz hat gezeigt, wo die Präferenzen der Vereine liegen. Insofern ist der Verbandsvorstand auch nach Empfehlung des Präsidiums einmütig zur Beschlussfassung gekommen", sagt NFV-Präsident Günter Distelrath über die Entscheidung. "Der Antrag auf einen Saison-Abbruch nach Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Absteiger wird der Einzige sein, der vonseiten des NFV-Verbandsvorstandes auf dem außerordentlichen Verbandstag eingebracht und zur Abstimmung gestellt wird."

Und wer genau darf aufsteigen? Da hat sich der NFV auf die Variante Regelaufsteiger und Relegationsplatz geeinigt.

Distelrath ergänzt aber auch: "Unabhängig davon kann jeder Verein einen Antrag im Rahmen der Antragsfrist stellen." Es wird also erwartet, dass es vonseiten der Vereine weitere Anträge gibt - und damit auch die Annullierung der Saison sowie das Einfrieren und Fortsetzen der Spielzeit 2019/20 auf dem Verbandstag zur Wahl stehen können.

Der NFV sei sich bewusst, dass die Variante ohne Absteiger für die jeweiligen Spielausschüsse in der Folgesaison viel Arbeit bedeute. Deshalb sagte Distelrath: „Wir müssen darauf achten, dass kein Verein und keine Mannschaft überfordert wird. Deshalb wird es zum Beispiel hinsichtlich der Planung der Saison keine Denkverbote geben."

Der NFV behält sich darüber hinaus vor, Sonderregelungen für die Pokal-Wettbewerbe zu treffen oder die kommende Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 zu verlängern.

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Das sagt Wolfsburgs Kreis-Chef

Stefan Pinelli, Vorsitzender des NFV-Kreises Wolfsburg, ist mit dem Ausgang der Sitzung "absolut zufrieden, das ist voll auf meiner Linie". Und: "Das war eine Entscheidung im Sinne der Wolfsburger Fußballer." Gerade weil nun ein großer Schritt nach vorn gemacht wurde, hofft Pinelli, "dass wir möglichst bald durch sind mit dem Thema". Dennoch weiß auch er, dass auf dem Verbandstag noch andere Szenarien wieder auf der Tagesordnung landen können und werden: "Es gibt viele Antragsberechtigte."

Das sagt Gifhorns Kreis-Chef

Gifhorns Kreis-Vorsitzender Ralf Thomas sieht das Ergebnis nicht ganz so euphorisch wie sein Wolfsburger Kollege. Schließlich hatten sich in dem Kreis viele Klubs für eine Saison-Fortsetzung ausgesprochen - auch Thomas selbst. "Wir schließen uns dem Ergebnis an, sind aber trotzdem nicht zufrieden. Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun", sagt der Kreis-Chef. "Wir haben den demokratischen Prozess durchlaufen, die Mehrheit ist für den Abbruch, wir konnten uns leider nicht durchsetzen. Deshalb werden wir die Saison-Fortsetzung auch nicht als Antrag einreichen."

Thomas wies besonders auf den SSV Kästorf hin, der bei dieser Variante denkbar knapp nicht in die Oberliga aufsteigen würde. "Mit dem SSV haben wir dann einen der großen Verlierer im Kreis Gifhorn, das tut mir sehr leid. Wir werden noch versuchen, etwas zu ändern, aber da habe ich nicht mehr so viel Hoffnung." Thomas sei im Gespräch Staffelleitern, versuche noch anderweitig eine Lösung zu finden, versprach er. "Aber es stand leider von Anfang an fest: Irgendwer wird der Verlierer sein."