22. April 2021 / 18:03 Uhr

Saison abgebrochen, aber das Duda-Team will noch zwei wichtige Spiele gewinnen

Saison abgebrochen, aber das Duda-Team will noch zwei wichtige Spiele gewinnen

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Sven Kiontke (in Gelb) und Kapitän Dominik Franke (rechts) dürfen im Gegensatz zu den Mannschaften im Kreis Peine mit dem VfV Hildesheim seit sechs Wochen wieder trainieren.
Sven Kiontke (in Gelb) und Kapitän Dominik Franke (rechts) dürfen im Gegensatz zu den Mannschaften im Kreis Peine mit dem VfV Hildesheim seit sechs Wochen wieder trainieren. © Ralf Büchler
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In der Regionalliga Nord wird es in dieser Saison keine Spiele mehr geben. Doch der VfV Hildesheim, mit seinem Peiner Trainer und zwei Spielern aus dem Landkreis, hat weiterhin ein Ziel vor Augen, das den Spielern „einen Ruck und eine Extra-Motivation“ gibt.

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Fußball geht zurzeit nicht. Auch in der Regionalliga Nord wurde die Punktspielserie beendet. Die Peiner Sportler in Diensten des VfV Hildesheim werden aber dennoch bis zum Sommer noch mindestens ein Pflichtspiel bestreiten. Denn die Mannschaft des Trainers und gebürtigen Peiners Benjamin Duda hat das Halbfinale des Niedersachsen-Pokals erreicht. Das Spiel gegen den SV Drochtersen/Assel soll in der zweiten Mai-Woche stattfinden.

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Trainieren durften die Fußballer der Regionalliga Nord vielerorts nun schon seit einer Weile wieder. Umso größer ist die Enttäuschung, dass die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Punktspiele nun platzte. Die Entscheidung für einen Abbruch hält Hildesheims Trainer Benjamin Duda für „nachvollziehbar und tragbar. Es hat aber dauerhaft ein Funke Hoffnung in uns weitergelebt, dass es noch weitergeht“. Deshalb schwingt bei dem Coach und seiner Mannschaft ein „gewisses Gefühl von Trauer“ mit – vor allem beim Blick auf die Regionalligen West und Südwest, die den Spielbetrieb auch nach Oktober durchgezogen haben. Das liege daran, dass diese beiden Staffeln als Profiligen eingestuft sind.

Warum nicht auch ein Spielbetrieb im Norden?

Und noch mehr. In Nordrhein-Westfalen seien aus Länder- und Bundesmitteln 15 Millionen Euro berappt worden, um die dortige Regionalliga West durchführen zu können. Gerade im Ruhrgebiet verdienen viele Fußballer aus der vierthöchsten Spielklasse bereits ihr Geld mit dem Sport. Einige Vereine seien finanziell allerdings gar nicht so weit vom VfV Hildesheim entfernt, erklärt Coach Benjamin Duda: „Wenn der VfB Homberg gegen den SV Bergisch Gladbach spielt, verbindet das niemand mit Profifußball. Mit einer etwas schärferen Vorsorge wäre der Spielbetrieb auch im Norden möglich gewesen.“

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So ist der 3:0-Erfolg im Niedersachsen-Pokal gegen den Hannoverschen SC das bisher letzte Pflichtspiel der Hildesheimer vor der erneuten Corona-Unterbrechung gewesen. Heißt aber auch: Die Domstädter sind in diesem Wettbewerb weiterhin vertreten – und um einen Teilnehmer am DFB-Pokal zu ermitteln, werde er auf jeden Fall noch ausgespielt. „Da steckt ja schon viel Kohle hinter“, erklärt Benjamin Duda. Hildesheim trifft auf den SV Drochtersen/Assel. Gewinnt der VfV, steht das Endspiel für den 29. Mai auf dem Plan.

Dass es im Pokal weitergeht, darauf hat Kapitän Dominik Franke auch dann noch gehofft, als sich der Abbruch der Saison bereits rumsprach. „Wir haben weiter trainiert, obwohl wir nicht wussten, ob der Wettbewerb noch stattfindet oder es vielleicht nur ein Elfmeterschießen gibt“, erklärt der gebürtige Klein Lafferder. Groß ist auch die Hoffnung, dass es sein Team bis in den DFB-Pokal schafft, in dem Franke bereits im Jahr 2014 für die Freien Turner Braunschweig gegen den 1. FC Köln spielte. „Jetzt haben wir wieder ein Ziel“, freut sich der Kapitän. „Das gibt der Mannschaft nochmal einen Ruck und eine Extra-Motivation.“

Training und Testspiel als „Stückchen Freiheit“

Seit sechs Wochen befinden sich die Hildesheimer nun wieder im Training. „Seit Tag 1 ganz normal auch mit Körperkontakt. Aber wir werden zweimal pro Woche getestet“, erklärt der Peiner Torhüter Sven Kiontke, der vor der Saison vom TSV Wendezelle nach Hildesheim gewechselt war. Er sieht es als Privileg an, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. „Es ist nur solange ungewohnt, wie wir auf dem Gelände mit Masken rumlaufen. Im Training ist das dann ein Stückchen Freiheit“, sagt der Routinier. Von einem „riesigen Stück zurückgewonnener Lebensqualität“ spricht sein Trainer.

Dazu gehört auch das Testspiel, das die Domstädter erst kürzlich bei der Reserve von Hannover 96 bestritten und mit 2:6 verloren haben. Eine Halbzeit lang hütete Sven Kiontke den Kasten, musste dabei drei Gegentore hinnehmen. „Einige hätten wir besser verteidigen können. Das Gefühl, wieder gegen den Ball zu treten, war aber super“, sagt der 40-Jährige. Bis zum Pokalspiel gegen Drochtersen wolle der VfV Hildesheim ein, zwei weitere Tests absolvieren.

Vertragsgespräche der Peiner laufen

Wie es in der kommenden Saison für die Peiner Akteure in der Regionalliga aussieht, ist noch unklar. Für Kiontke habe es bisher noch keine Gespräche bezüglich eines neuen Vertrages gegeben. „Eile besteht aber nicht“, sagt der Torhüter, für den es auch die letzte Saison als Aktiver sein könnte. „Ich werde abwarten, was der Verein will und wie es mit dem Pokal weitergeht“, erklärt er. „Sollten wir es in den DFB-Pokal schaffen, dann müsste ich wohl noch mindestens ein halbes Jahr dranhängen“, sagt der 40-Jährige und lacht. Er fügt hinzu: „Auch so wäre es aber ein schönes Ende für meine Karriere im Herrenbereich.“

Auch für Trainer Benjamin Duda ist die Zukunft noch offen. Der Verein würde gerne mit dem Peiner weitermachen, der das Team zum Aufstieg führte und durch den Saisonabbruch den Klassenerhalt geschafft hat – egal ob die Saison annulliert oder in irgendeiner Form gewertet wird. „Durch unseren siebten Platz ist das eine reine Formsache“, erklärt Benjamin Duda, der einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen hat. „Ich werde die Situation nun prüfen und im Laufe der kommenden Wochen eine Entscheidung treffen.“

Davon wolle Kapitän Franke seine Entscheidung abhängig machen, ob er bleibt. „Es kommt aber auf das gesamte Umfeld an“, sagt er.