24. März 2021 / 17:31 Uhr

Diese Variante hat eine breite Zustimmung: Fußball-Saison soll annulliert werden

Diese Variante hat eine breite Zustimmung: Fußball-Saison soll annulliert werden

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Die SVG-Spieler müssen den Torjubel in der Oberliga auf die kommende Saison verschieben.
Die SVG-Spieler müssen den Torjubel in der Oberliga auf die kommende Saison verschieben. © Swen Pförtner
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Nach einer Verbandstagung des Niedersächsischen Fußballverbandes zeichnet sich eine Entscheidung ab: Die Fußballsaison soll annulliert werden. Am 31. März ist darüber eine Abstimmung geplant. Eine Einschätzung von Hans-Dieter Dethlefs, Vorsitzender des NFV-Kreises Göttingen-Osterode.

Nachdem in Niedersachsen bereits der Punktspielbetrieb im Handball, Volleyball, Basketball und Tischtennis in den von den Landesverbänden verantworteten Spielklassen abgesagt wurde, zeichnet sich nun auch bei den Fußballern eine Tendenz in Richtung Annullierung ab. Am Dienstagabend hat der Verbandsvorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) virtuell getagt. Zu diesem Gremium zählen neben dem Präsidium auch die Verantwortlichen der 33 Kreisverbände. Für den NFV-Kreis Göttingen-Osterode war der Vorsitzende Hans-Dieter Dethlefs mit dabei.

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Der Desingeröder berichtete von einer „sehr gut vorbereiteten Sitzung“, in der umfassend informiert worden sei. Zunächst einmal sei ein Überblick über die Gesamtlage im Spielbetrieb gegeben worden. Bislang seien erst etwa ein Drittel aller angesetzten Partien ausgetragen worden, keine Mannschaft habe mehr als neun Spiele bestritten – eher viel weniger. Da davon auszugehen sei, dass erst nach dem aktuellen Lockdown – also frühestens ab dem 19. April – mit dem Training begonnen werden könne, werde die Zeit knapp. „Nach mehr als fünf Monaten Trainingspause reichen zwei Wochen für die Vorbereitung auf die Saisonfortsetzung für Amateursportler nicht aus. Wir waren uns einig, dass es mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit geben sollte. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch. Grundsätzlich gilt bei allem, dass die Gesundheit vorrangig ist“, sagt Dethlefs.

Konzepte aus der Schublade ziehen

Der Restart in die Saison Mitte Mai würde dann zu spät beginnen, um bis zu den Sommerferien noch die geplante Spielzeit mit Auf- und Abstiegsrunden durchzuziehen. Dethlefs hält auch eine weitere bekannt gewordene Variante, nämlich die Verlängerung der aktuell laufenden Saison um ein weiteres Jahr bis zum Juli 2022, für wenig sinnvoll. Wie viele seiner Kollegen aus den anderen NFV-Kreisen plädiert der Desingeröder für die Annullierung. Alles solle zurückgesetzt werden auf den Stand „Spätsommer 2020“, sodass nach den Sommerferien mit den schon in den Schubladen liegenden Konzepten neu gestartet werden könne. Das bedeutet auch, dass es bei kleinen Staffel-Zusammensetzungen – wie in der Bezirks- und Kreisliga – oder bei regional aufgeteilten Ligen – wie in der Oberliga Niedersachsen – bleiben würde. „Damit haben wir immer noch genug Spielraum, um auf besondere Situationen zu reagieren“, sagt Dethlefs.


„Die Vereine werden früh Planungssicherheit haben und können entsprechend mit Trainern und Spielern sprechen. Außerdem können sie dann ins Training einsteigen und sich gründlich auf die kommende Saison vorbereiten“, sagt Dethlefs. Zur Sprache kam auch, dass es den Mannschaften von Seiten der zuständigen Stellen leicht gemacht werden solle, Freundschaftsspiele zu vereinbaren. „Da werden wir flexibel reagieren und alles so einfach wie möglich machen.“

Sonderfälle werden eingearbeitet

Dethlefs weiß, dass es Sonderfälle geben wird, die es beim Neustart zu beachten gilt. Er führt als Beispiel die Fusion zwischen der SG Bergdörfer und Breitenberg an. „Da werden dann keine zwei Mannschaften in der Bezirksliga spielen können. Es kann auch passieren, dass sich Teams für einen Rückzug in eine niedrige Spielklasse entscheiden, weil vielleicht die Qualität der Spieler nicht mehr ausreicht.“ Das seien Einzelfälle, die es zu bearbeiten gelte, die aber das gesamte, schon vorhandene Konstrukt nicht gefährden würden. Darüber werde nach Meldeschluss im Juli für die kommende Saison entschieden, genauso wie über den genauen Startzeitpunkt der Spielzeit 2021/22.

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Eine endgültige Entscheidung fällt in der kommenden Woche. Am Freitag, 26. März, tagt das NFV-Präsidium noch einmal, zu dem neben dem Präsidenten auch Vertreter der Ausschüsse und die vier Bezirksvorsitzenden gehören. Der Verbandsvorstand kommt am Mittwoch, 31. März, erneut zusammen, um endgültig abzustimmen. „Das Treffen am vergangenen Dienstag war ein Gedankenaustausch, bei dem keine verbindlichen Beschlüsse gefasst werden konnten, weil die rechtlichen Grundlagen gefehlt haben. Für die nächste Sitzung sind die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen, so liegt beispielsweise bereits eine dringend benötigte Tagesordnung vor, sodass auch abgestimmt werden kann, ohne dass die Beschlüsse später angreifbar sind“, erläutert der Vorsitzende des NFV-Kreises Göttingen-Osterode.