01. Mai 2021 / 18:07 Uhr

Saison vorbei: Chemie Leipzig verliert im Sachsenpokal gegen den FSV Zwickau

Saison vorbei: Chemie Leipzig verliert im Sachsenpokal gegen den FSV Zwickau

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Felix Drinkuth (li.) besorgt dem FSV Zwickau im Sachsenpokal den 1:0-Siegtreffer über Alexander Bury (mi.) und die BSG Chemie Leipzig
Felix Drinkuth (li.) besorgt dem FSV Zwickau im Sachsenpokal den 1:0-Siegtreffer über Alexander Bury (mi.) und die BSG Chemie Leipzig © Christian Modla
Anzeige

Die BSG Chemie Leipzig kämpfte, sie beißte, aber am Ende hat es nicht gereicht: Im Sachsenpokal-Viertelfinale gegen Favorit FSV Zwickau setzte es eine 0:1-Niederlage.

Anzeige

Leipzig. Nach einem halben Jahr tritt die BSG Chemie Leipzig wieder offiziell zu einem Spiel an. Damals gewann die Elf von Miroslav Jagatic 2:0 gegen den Chemnitzer FC. Die inzwischen abgebrochene Regionalligasaison beendeten die Leutzscher auf einem ausgezeichneten dritten Platz. Vor dem Viertelfinale wurde zudem noch einiges an Geschichte mehrfach aufgewärmt. Allen voran das souveräne 4:2 im Achtelfinale des Sachsenpokals Ende Oktober 2017 gegen den FSV Zwickau. Damals ging die BSG mit den Toren von Alexander Bury und Rintaro Yajima in Führung. Ronny König von traf mit zwei Toren zum Ausgleich bevor Sebastian Hey und Manuel Wajer in der 90. Minute zum 4:2 traf. Danach folgte der Gewinn des Sachsenpokals. Vor 65 Jahren, am 30. April 1966, gewann die BSG Chemie im Finale gegen Lok Stendal den FDGB-Pokal.

Anzeige

Chemie hält dagegen

In der Gegenwart spielt der FSV Zwickau in der 3. Liga, verlor sein letztes Spiel gegen Ingolstadt. Trainer Joe Enochs schätzte die Begegnung vorab als "schweres Spiel" ein, obgleich er seine Elf als "Favoriten" sah. Mittelfeldspieler Davy Frick betonte ebenfalls, dass es "ein sehr, sehr schweres Spiel" wird und "die Mannschaft an ihre Leistungsgrenze gehen" muss. Der Makel den Alfred-Kunze-Sportpark schon einmal als Verlierer verlassen zu haben, gibt genügend Grund, um nicht übermütig aufzutreten, gegen eine Mannschaft, die seit November nicht mehr im Spielbetrieb ist. Denn Zwickau und der Sachsenpokal sind bisher zwei verschiedene Paar Schuhe. Seit 1990 schaffte es der FSV fünf Mal ins Finale. Doch bisher konnten sie nicht einmal den Pokal gen Himmel recken.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Sachsenpokal-Spiel

Keine Überraschug im AKS: Regionalligist Chemie Leipzig fliegt gegen Drittligist FSV Zwickau aus dem Sachsenpokal- Zur Galerie
Keine Überraschug im AKS: Regionalligist Chemie Leipzig fliegt gegen Drittligist FSV Zwickau aus dem Sachsenpokal- ©

Joe Enochs setzte im Gegensatz zum Ingolstadt-Spiel auf Bastian Strietzel und Marius Hauptmann in der Startelf. In der Startelf von der BSG standen im Vergleich zum letzten Ligaspiel Max Keßler und Benjamin Luis. „Auf geht’s Chemie kämpfen und siegen!“ gab ein Teil der Anhängerschaft ihren Spielern von außen mit auf den Weg in dieses Geisterspiel. Ein gutes Omen war schon mal, dass die Elf um Kapitän Stefan Karau in der ersten Halbzeit auf den Gästeblock und in der zweiten Hälfte auf den Norddamm spielte, so wie es immer war.

Zwickau mit dem Anstoß, Trainer Joe Enochs forderte bereits in den ersten Minuten von seinen Spielern „mehr Risiko“, denn Chemie ließ sich den fehlenden Ligaalltag nicht anmerken. BSG-Torwart Benjamin Bellot agierte sicher als der FSV den ersten Torschuss in der sechsten Minute abgab. Im Gegenzug bediente Manuel Wajer den sehr agilen Max Kessler. Zwickaus Torschüsse hielten sich in Grenzen und die BSG trat selbstbewusst auf. Sowohl Wajer auf der linken, als Morgan Fassbender auf der rechten Seite kombinierten gut und bedienten Kessler und Luis vor dem Zwickauer Tor. „Chemie heißt unzähmbarer Kampfgeist“, so war auf dem Banner am Dammsitz zu lesen. Und genau so präsentierte sich die Jagatic-Elf. Zwickau konnte aus Standards keine zwingende Torchance generieren. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Fassbender das Führungstor auf den Fuß.

Saison für Chemie vorbei

Mit einem 0:0 ging es in die Halbzeitpause und ohne Wechsel betraten die Mannschaften nach 15 Minuten wieder den Platz. Drittligist Zwickau versuchte es und prüfte Bellot in der 49. Minute. Surek und Fassbender mit Möglichkeiten, aber keinen zwingenden Chancen. Dagegen erhöhte der FSV den Druck. Kapitän Karau entschärfte einen Schuss aufs Tor von Chemie. Jagatic wechselte in 64. Minute Benjamin Luis aus und Philipp Wendt kam ins Spiel.

Einen Meter über das Tor ging unmittelbar danach der Ball von Fassbender. In der 72. Minute trifft Felix Drinkuth nach einer Freistoß-Flanke per Kopf, Bellot kann den Ball nur an die Latte lenken. Aber: Chemie gibt nicht auf. Der Freistoß von Surek bleibt folgenlos, aber auch die Spieler vom FSV wissen, dass sie sich noch nicht in Sicherheit wähnen dürfen und motivieren sich gegenseitig auf dem Platz. Andy Wendschuch ersetzt ab der 78. Minute Max Kessler und im direkten Anschluss verfehlt die Flanke von Fassbender Philipp Wendt vor dem Zwickauer Tor um einige Zentimeter.

Mehr zur BSG

Chemie will den Ausgleich. Jagatic fordert von der Seitenlinie „Alles rausholen!“ für die anstehenden 10 Minuten. Allein der Ball wollte nicht in das Zwickauer Tor gelangen. Auch Buri Halilis und Benjamin Boltzes Torschüsse veränderten den Spielstand nicht und dann ist Schluss. Chemie Leipzig fliegt in einem umkämpften Spiel aus dem Sachsenpokal und kann die Saison als endgültig beendet betrachten. Der FSV Zwickau hingegen darf hingegen im Halbfinale gegen Chemnitz antreten.