28. April 2020 / 10:19 Uhr

Saisonabbruch in Landesliga und -klasse? Vereine entwickeln Szenarien 

Saisonabbruch in Landesliga und -klasse? Vereine entwickeln Szenarien 

Jürgen Schwarz
Dresdner Neueste Nachrichten
Lutz Niebel – Präsident des FV Blau-Weiß Stahl Freital
Präsident Lutz Niebel arbeitet weiter an der Freitaler Vereinsfusion. © imago
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Die Verantwortlichen der Fußballvereine wollen schon wissen, wie’s weiter geht. Thomas Hentschel von Budissa Bautzen hält eine Aufstockung der Sachsenliga für machbar. Präsident Lutz Niebel von Stahl Freital macht sich Gedanken zur geplanten Vereinsfusion in seiner Stadt. Doch der Sächsische Fußball-Verband spielt auf Zeit...

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Freital. Wie weiter in der Landesliga und den vier Landesklasse-Staffeln? Diese Frage treibt viele Vereine um. Der Sächsische Fußball-Verband (SFV) spielt auf Zeit, wartet, bis es vom DFB und dem NOFV Entscheidungen gibt, wie mit der laufenden Saison von der Bundesliga bis zur Oberliga umgegangen wird. Einen Aufsteiger aus der Landes- in die Oberliga wird es definitiv nicht geben, nachdem auch die Kamenzer ihren Aufstiegsverzicht erklärt haben.

Sollte es bei einem Saisonabbruch, den vielen erwarten, keine Absteiger aus der Sachsenliga geben, müsste die 6. Liga im Spieljahr 2020/21 mit einem größeren Starterfeld aufwarten. „Ich sehe kein großes Problem, sollten wir mit 18 oder 20 Mannschaften spielen“, sagt Thomas Hentschel, Trainer von Budissa Bautzen. „Ich würde die aktuellen Tabellenführer der vier Landesklasse-Staffeln anfragen, ob sie aufsteigen wollen. Aber das ist meine persönliche Meinung.“ Der Verband hatte ursprünglich eine Frist bis zum 30. April gesetzt, in dem sich die Vereine der Landesklasse entsprechend erklären sollten. Dieser Termin ist allerdings vom Tisch, eine neue Frist gibt es bisher wohl nicht.

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Der FC Blau-Weiß Leipzig trennte sich von der FSV Budissa Bautzen 1:1-Unentschieden. Zur Galerie
Der FC Blau-Weiß Leipzig trennte sich von der FSV Budissa Bautzen 1:1-Unentschieden. ©

Nicht wenige Sachsenligisten freuten sich auf den „Freitaler Großverein“, der 2020/21 in der Landesliga als Aufsteiger an den Start gehen wollte. Sportlich lief bisher alles nach Plan, denn der Hainsberger SV führt die Landesklasse Mitte souverän an. Die geplante Fusion mit dem FV Blau-Weiß Stahl Freital und der SG Motor Freital war auf einem guten Weg – bis die Corona-Krise auch hier einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Die entscheidende Mitgliederversammlung zur Verabschiedung der Fusion musste abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Der SFV soll Antworten geben

Lutz Niebel, Präsident von Stahl Freital: „Leider können wir da zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nichts Konkretes mitteilen. Wir arbeiten an einer Lösung beziehungsweise haben mehrere Szenarien entwickelt. Inwieweit ein Szenario umgesetzt werden kann, hängt von der weiteren Entwicklung der Pandemie-Situation und den Entscheidungen der staatlichen Institutionen ab.“

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Ungeklärt ist auch die Frage, was mit den aktuellen Startplätzen in den verschiedenen Ligen passiert, sollte die Fusion noch bis zum 1. Juli über die Bühne gehen. Die drei Vereine haben an die Verbände entsprechende Anfragen gerichtet, ob alle Plätze zukünftig von den Mannschaften des Fusionsvereins besetzt werden können. „Wir haben an alle Verbände sowohl für den Nachwuchs- als auch den Erwachsenen-Bereich eine entsprechende Anfrage gerichtet“, so Niebel. „Sowohl der Stadtverband Dresden als auch der Kreisverband Sächsische-Schweiz Osterzgebirge haben sich hierzu geäußert. Alle Klassen, die bisher von den Vereinen besetzt werden, können weiter besetzt werden.“

Noch keine Information liegt aber vom Sächsischen Fußballverband vor. Niebel dazu: „Wir könnten aber nur auf dieser Ausgangsgrundlage des Sächsischen Fußballverbandes sowie der Stellungnahmen des Kreis- und des Dresdner Fußballverbandes bis Ende Mai, dem Stichtag für die Abgabe der Mannschaftsmeldungen 2020/21, unsere Meldung für Nachwuchs- und Erwachsenbereich erarbeiten.“