27. November 2020 / 23:42 Uhr

Saisonpremiere für Spektakel-Fußball: Wolfsburg bleibt unbesiegbar

Saisonpremiere für Spektakel-Fußball: Wolfsburg bleibt unbesiegbar

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburger Freude: Maximilian Arnold, John Anthony Brooks und Wout Weghorst.
Wolfsburger Freude: Maximilian Arnold, John Anthony Brooks und Wout Weghorst. © 2020 Getty Images
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Ausgerechnet die beiden Teams, in der Spielen bisher die wenigsten Tore fielen, haben für eines der ersten ganz großen Bundesliga-Spektakel dieser Saison gesorgt. Durch das 5:3 gegen Werder Bremen hat der VfL Wolfsburg zudem einen Rekord aus der Vorsaison eingestellt.

Verloren hat der VfL noch nicht, Gegentore hatte er kaum bekommen, in den gewünschten Tabellenregionen ist er auch – und jetzt bietet er auch noch Spektakel-Fußball: Das 5:3 (3:2) gegen Werder Bremen war Ergebnis einer Dramaturgie, wie es sie in Spielen mit Wolfsburger Beteiligung lange nicht mehr gab. In dem für den VfL und für Werder mit Riesenabstand torreichsten Spiel dieser Bundesliga-Saison erzielten Ridle Baku, John Anthony Brooks, Wout Weghorst (2) und Bartosz Bialek die Wolfsburger Treffer.

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<b>Koen Casteels</b>: Vor der Pause nahezu beschäftigungslos und musste dennoch zweimal hinter sich greifen. Bei den Gegentreffern war der Belgier ohne Chance. - Note: 3 Zur Galerie
Koen Casteels: Vor der Pause nahezu beschäftigungslos und musste dennoch zweimal hinter sich greifen. Bei den Gegentreffern war der Belgier ohne Chance. - Note: 3 ©

Bremen und der VfL waren die Teams, die für torarme Spielausgänge standen – bis Freitagabend. Dass sich die insgesamt acht Treffer zugunsten der Hausherren verteilten, lässt nun die Ungeschlagen-Serie der Wolfsburg wachsen: Neun Spiele, neunmal nicht verloren – der Rekord aus der vergangenen Saison ist eingestellt, am kommenden Samstag kann beim Spiel in Köln eine neue Bestmarke erreicht werden. Eine andere Serie riss dagegen früh: Fünfmal in Folge hatte Werder 1:1 gespielt - sechs Partien nacheinander mit demselben Ergebnis hat es für eine Mannschaft in der Bundesliga noch nie gegeben.

Das war ein Stück weit Werbung für den Fußball“, meinte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer schon zur Halbzeit, nachdem die ersten 45 Minuten mehr Tore geboten hatten als alle anderen Saisonspiele der gesamten Liga bisher. „Wir haben uns auch trotz der Werder-Führung nicht von unserem Spiel abbringen lassen“, allerdings seien die Gegentore „sehr ärgerlich gewesen“, weil „wir sie selbst eingeleitet haben“. In der Tat: Beim 0:1 verlor Maxence Lacroix den Ball, beim 2:2 verursachte Jerome Roussillon eine unnötige Ecke - und für das 3:3 sorgte Brooks selbst, als er eine Hereingabe von Milot Rashica ins eigene Tor lenkte.

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Am Ende war’s egal - dank zweier Treffer von Wout Weghorst, der nun schon sechs Saisontreffer auf dem Konto hat. In Überzahl (Kevin Möhwald sah Gelb-Rot) geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr, der polnische Neuzugang Bialek setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. „Ein unfassbares Spiel, acht Tore, wir sind einfach froh, dass wir den Deckel zugemacht haben“, so VfL-Torschütze Baku.

5:3 mit spektakulärem Spielverlauf – das gab es zwischen diesen Klubs schon einmal, vor fünfeinhalb Jahren gewann der VfL mit diesem Ergebnis in Bremen, Daniel Caligiuri (2), Maximilian Arnold und Bas Dost (2) waren damals die Wolfsburger Torschützen.

Nun rutscht der VfL mindestens für einen Tag auf den fünften Tabellenplatz vor. Union Berlin kann allerdings am Samstag mit einem Sieg bei Eintracht Frankfurt wieder vorbeiziehen. Rein theoretisch könnte Wolfsburg am Wochenende auch Vierter werden - aber dazu müsste Bielefeld mit sechs Toren Differenz in Leipzig gewinnen. Und das wäre dann noch deutlich mehr Spektakel als gestern Abend in Wolfsburg...