05. November 2020 / 10:19 Uhr

Freitag Saisonauftakt gegen Tilburg: Indians starten ohne ihre beste Waffe

Freitag Saisonauftakt gegen Tilburg: Indians starten ohne ihre beste Waffe

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Hannover Indians in der Saison 2020/21: David Trivellato (hinten von links), Mike Glemser, Thomas Pape, Maximilian Pohl, Denis Majewski, Santeri Ovaska, Zahnarzt Josep Gavalda. Mitte von links: Trainer Lenny Soccio, Co-Trainer Björn Naujokat, Jakob Ceglarski, Michael Burns, Thore Weyrauch, Brett Bulmer, Philipp Hertel, Parker Bowles, Nick Aichinger, Betreuer Hanno Foth, Team-Manager Benjamin Ropers, Betreuer Dieter „Rocky“ Neubert. Vorne von links: Mitja Friedrich, Nickolas Bovenschen, Nico Turnwald, Branislav Pohanka, David Zabolotny, Armin Finkel, Robby Hein, Igor Bacek und Lukas Schaffrath.
Die Hannover Indians in der Saison 2020/21: David Trivellato (hinten von links), Mike Glemser, Thomas Pape, Maximilian Pohl, Denis Majewski, Santeri Ovaska, Zahnarzt Josep Gavalda. Mitte von links: Trainer Lenny Soccio, Co-Trainer Björn Naujokat, Jakob Ceglarski, Michael Burns, Thore Weyrauch, Brett Bulmer, Philipp Hertel, Parker Bowles, Nick Aichinger, Betreuer Hanno Foth, Team-Manager Benjamin Ropers, Betreuer Dieter „Rocky“ Neubert. Vorne von links: Mitja Friedrich, Nickolas Bovenschen, Nico Turnwald, Branislav Pohanka, David Zabolotny, Armin Finkel, Robby Hein, Igor Bacek und Lukas Schaffrath. © Stefan Zwing
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Die Eishockey-Oberliga-Saison startet für die Hannover Indians am Freitag gegen die Tilburg Trappers. Gespielt wird ohne Fans vor leeren Rängen. "Damit geht uns eine Waffe verloren – ein Nachteil für uns, den man nicht prozentual beziffern kann", sagt Geschäftsführer Andy Gysau. 

Ein wenig hatte diese Szene Symbolcharakter. Mit dem Puck am Schläger lief Thore Weyrauch, Stürmer des Eishockey-Oberligisten Hannover Indians, unbedrängt ins Abwehrdrittel der Saale Bulls Halle. Beim Zwischenstand von 0:3 war dieses letzte Vorbereitungsspiel zur Saison noch nicht entschieden, zumal der Gegner in doppelter Unterzahl agierte. Daher hatte Weyrauch genug Möglichkeiten, zögerte aber zu lange und verlor die Scheibe nach einem Fehlpass.

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Es läuft also noch nicht ganz rund bei den Indians, die am Freitag (20 Uhr) mit einem Heimspiel am Pferdeturm gegen die Tilburg Trappers in die Saison starten. Wirklich überraschend kommt dieser Umstand nicht. Der ECH hat nur drei Testspiele absolviert, diese aber kraftraubend binnen sechs Tagen. Außer gegen Halle (1:7) setzte es zwei Niederlagen gegen die Crocodiles Hamburg (1:2, 4:5).

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„Natürlich können wir noch nicht bei 100 Prozent sein, gegen Hamburg war das aber in Ordnung. Oft entscheiden Kleinigkeiten“, sagt Indians-Trainer Lenny Soccio und dachte an beide Partien gegen die Hanseaten, als man in letzter Sekunde jeweils entscheidende Gegentore kassiert hatte.

"Freuen uns, unseren Beruf wieder auszuüben"

Diese Dinge sind zwar ärgerlich, in der aktuellen Lage aber doch eher sekundär. „Wir freuen uns einfach, dass wir wieder unseren Beruf ausüben können“, sagt Soccio, der wie alle anderen Spieler und Trainer der Oberligisten um den Saisonstart hatte bangen müssen. Gerade am Pferdeturm der auffälligste Unterschied: Vorerst finden die Spiele ohne Zuschauer statt. „Das ist für uns schade. Die Jungs werden durch unsere Fans gepusht.“

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Das sieht auch Andy Gysau so. Der Indians-Geschäftsführer geht aber noch einen Schritt weiter. „Jetzt kommt kein Gegner mehr an den Pferdeturm und macht sich in die Hose.“ Denn eine Kulisse von mehr als 3000 Zuschauern sorge eben für Eindruck. „Damit geht uns eine Waffe verloren – ein Nachteil für uns, den man nicht prozentual beziffern kann.“

Corona-Hilfspaket dank Profisport

Keine Zuschauer – oder ab Dezember, nach einem eventuellen Ende des Lockdowns, vielleicht 900 Besucher – bedeuten natürlich auch keine Einnahmen. In den vergangenen Monaten gab es viele Diskussionen innerhalb der Liga, ob der Spielbetrieb aus betriebswirtschaftlichen Gründen überhaupt seriös darstellbar oder ein zu großes Risiko sei.

Immerhin: In finanzieller Hinsicht können die Indians und alle anderen Ligakontrahenten ruhiger schlafen. Denn nach langem Hin und Her sowie Appellen an die Politik, wird die Oberliga als Profisport definiert – und fällt damit unter das Corona-Hilfspaket des Bundes. „Das haben wir am Montag noch mal vom Deutschen Eishockey-Bund bestätigt bekommen“, sagt Gysau und berichtet zudem davon, dass man einen Antrag für die Soforthilfe für den Monat November bereits in der vergangenen Woche abgeschickt habe.

In der Sommerpause haben viele Konferenzen der Teams stattgefunden. Ein Ergebnis dabei: Der Livestream sprade.tv wird ausgebaut, nun bieten alle Vereine diesen Service an – zumal er auch Geld einbringt und die Einnahmeverluste abfedern kann.

Bewusst ist der Preis, den der Nutzer pro gebuchtes Spiel bezahlen muss, von 5,50 auf 9,99 Euro angehoben worden. „Davon fließen pro gebuchtes Indians-Heimspiel etwa zwei Drittel zurück zu uns. Das hilft natürlich“, sagt Gysau.

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