31. März 2021 / 16:10 Uhr

Saisonstart im September – „dann müssten wir im Juli in die Halle dürfen“

Saisonstart im September – „dann müssten wir im Juli in die Halle dürfen“

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Jubel bei der HSG Nord Edemissen – so könnte es aussehen, wenn der Landesligist wieder spielen darf. Der Landesverband hat das dritte September-Wochenende für den Saisonstart vorgesehen.
Jubel bei der HSG Nord Edemissen – so könnte es aussehen, wenn der Landesligist wieder spielen darf. Der Landesverband hat das dritte September-Wochenende für den Saisonstart vorgesehen. © Hartmut Butt
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Der Handball-Landesverband möchte die neue Saison am Wochenende 18./19. September starten. Wenn’s klappt, würden sich die Peiner Handballer freuen. Aber: Die Vorbereitungszeit müsste nach der Mega-Pause einige Wochen betragen. 

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Der Spielausschuss des Handball-Landesverbandes (HVN) stellt die Weichen für die Planung der kommenden Saison im Männer- und Frauenbereich. Geplanter Saisonstart für die HVN-Ligen ist laut Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof am Samstag und Sonntag, 18. und 19. September. „Diesen Termin haben wir aufgrund der späten Sommerferien in Niedersachen und Bremen gewählt; und weil uns aus ersten Bereichen in Niedersachsen die Information vorliegt, dass dort die Sporthallen für die Kommunalwahlen am 12. September und die Bundestagswahlen am 26. September gesperrt werden“, sagt Schoof.

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Das Meldefenster öffnen die Spieltechniker nach aktuellem Stand der Planungen im April. „Wann genau, wissen wir noch nicht“, sagt Schoof. Meldeschluss ist am 30. Mai. Wie die Saison verlaufen soll, steht aber noch nicht fest. Der Spielausschuss arbeite verschiedene Spielmodi aus, die nach Meldeschluss an die Zahl der tatsächlich gemeldeten Mannschaften angepasst werden.

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In der ersten Junihälfte sollen die Varianten den Vereinen zur Verfügung gestellt werden, um sie im Zuge von Online-Konferenzen zu diskutieren. „Erst danach folgt die Einteilung in ’nuLiga’.“

„Ich hoffe natürlich, dass wir bald wieder spielen können“, sagt René Scherbanowitz, Trainer der Landesliga-Handballer der HSG Nord Edemissen. An einen Start am dritten September-Wochenende glaubt er allerdings nicht unbedingt: „Das könnte schwierig werden. Wir sind seit einem Jahr ohne Punktspiel. Und man kann zwar für sich laufen, aber handballspezifisches Training ist das nicht. Nach einer so langen Pause braucht man acht bis zehn oder zwölf Wochen Vorbereitung, auch mit Mobilisation und Kräftigung. Das heißt, beim Start im September müssten wir im Juli, spätestens Anfang August, in die Halle dürfen.“ Gemeinsame Trainingsaktionen unterbleiben vorerst. „Es macht ja nicht viel Sinn. Wir haben momentan kein Ziel, auf das wir hintrainieren.“

Online treffen sich die Landesliga-Handballer der SG Zweidorf/Bortfeld weiterhin. „Es wird zum Beispiel Gymnastik gemacht. Aber der eigentliche Sinn ist, sich zu sehen“, sagt SG-Leiter Sigurt Grobe. „Das sitzt man dann hinterher auch mit einem Getränk in der Hand zusammen – jeder vor seinem Bildschirm.“ Dass die Punktspiele in absehbarer Zeit beginnen können, hofft Grobe unbedingt.

Auch er geht von einer längeren Vorbereitungsphase aufgrund der langen Handball-Abstinenz aus. „Ich hoffe, dass wir wenigstens im Mai draußen trainieren dürfen. Wir müssten unsere Beach-Anlage dafür instand setzen. Aber selbst das ist ja momentan nicht möglich, weil man sich nicht mit mehreren Personen treffen darf. Und mit zweien aus zwei Haushalten anzufangen, hat keinen Sinn.“ Grobe fände es aber auch nicht schlimm, wenn der Punktspielstart auf Anfang Oktober verschoben wird, um den Wahlen aus dem Weg zu gehen. „Auf die zwei Wochen kommt es dann auch nicht mehr an.“

Auch Marco Wittneben, Trainer der Oberliga-Handballerinnen des MTV Vater Jahn Peine, würde sich über einen Punktspielstart im September freuen, aber: „Ich traue mich ja gar nicht, irgendeine Prognose zu wagen.“ Er macht mit seinen Spielerinnen einmal pro Woche Online-Training, zudem bekommen sie Fitness-Übungen, die sie nach eigenem Zeitplan ausführen sollen. „Es würde uns schon weiterhelfen, wenn wir in Kleingruppen trainieren dürften“, sagt Wittneben. Auf eine Mindest-Vorbereitungszeit möchte er sich aber nicht festlegen. „je länger, desto besser“, sagt er. „Aber das Handballspielen haben die Mädels nicht verlernt.“

„Wichtig ist es erstmal, einDatum zu haben“, sagt Dennis Bühn, Coach der Groß LafferderVerbandsliga-Handballer. „Ob wir dann mit kleineren Staffeln spielen, vielleicht aus zwei Verbandsligen drei machen mit anschließenden Play-Offs, muss man abwarten. Vielleicht muss man Freiräume schaffen, um eventuelle Coronafälle abfedern zu können. Wir sollten aber eine Saison mit vernünftiger sportlicher Wertung haben. Ich hoffe jedenfalls, dass im September so viele Menschen geimpft sein werden, dass ein Spielbetrieb dann wieder möglich ist.“

Von Matthias Press