09. September 2021 / 18:26 Uhr

Saisonstart in Köln: Den Grizzlys winkt direkt Trainer-Geld für die Mannschaftskasse

Saisonstart in Köln: Den Grizzlys winkt direkt Trainer-Geld für die Mannschaftskasse

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wollen mit drei Punkten in die Saison starten: Die Grizzlys Wolfsburg um Coach Mike Stewart sind bei dessen Ex-Klub Köln gefordert.
Wollen mit drei Punkten in die Saison starten: Die Grizzlys Wolfsburg um Coach Mike Stewart sind bei dessen Ex-Klub Köln gefordert. © Boris Baschin
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Saisonstart für die Grizzlys Wolfsburg! Am Freitag startet der Vizemeister in Köln (19.30 Uhr) in die neue DEL-Saison. Für Coach Mike Stewart ist es das erste Pflichtspiel als Grizzly - und seinen Spielern stellt er direkt Trainer-Geld in Aussicht.

Endlich wird es wieder ernst für die Grizzlys Wolfsburg. Schwierige Vorbereitung? Corona-Fälle? Magen-Darm-Infekte? Alles vergessen! Am Freitag (19.30 Uhr, live bei Magentasport) im Auftakt-Spiel bei den Kölner Haien zählt nur das Hier und Jetzt. Wobei, so ganz stimmt das nicht. Ein bisschen spielt die Vergangenheit doch eine Rolle: Mike Stewart, der Trainer des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten, war von April 2019 bis Februar 2020 Trainer der Haie, wurde nach 17 Niederlagen in Serie freigestellt. In der Rhein-Metropole lief's für den Coach nach erfolgreichen Engagements in Augsburg und Bremerhaven nicht rund. Genau diese Vergangenheit könnte den Grizzlys-Profis nun bares Geld bringen.

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"Die Jungs werden die Chance haben, Trainer-Geld zu bekommen", erzählt Stewart mit einem Lachen. "Wenn du irgendwo mal gecoacht hast, dann klebst du vor dem Spiel Geld an eine Tafel. Und bei einem Sieg kriegen die Jungs das für die Mannschaftskasse." Darauf schielen natürlich die Spieler um Kapitän Sebastian Furchner, der es kaum erwarten kann, dass es endlich wieder losgeht. "Wenn es um Eishockey geht, sind wir auch nur wie kleine Kinder. Wir freuen uns riesig auf die Saison", sagt der Routinier mit einem breiten Grinsen. "Wir sind schon heiß und auch bereit."

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Bereit, gegen sein Ex-Team zu gewinnen, ist auch Stewart, dem diese weniger erfolgreiche Karriere-Phase Köln aber nicht im Hinterkopf herumschwirrt. "Unser Business kann hart sein", sagt er diplomatisch und betont, dass er dennoch "gute Freunde in Köln gefunden habe". Und eines betont der Coach ganz besonders: "Ich bin jetzt ein Grizzly durch und durch."

Das will er am Freitag in seinem Pflichtspiel-Debüt für die Wolfsburger beweisen. Personell hat sich die Lage wieder ein wenig entspannt: Luis Schinko (Schulter OP) und einer der drei an Corona-Erkrankten werden zwar definitiv ausfallen. Dafür sind aber die beiden von Covid-19 Genesenen, die bereits am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen sind, mit ins Rheinland gefahren. "Ob sie zum Einsatz kommen, entscheide ich am Freitag nach dem Training in Köln", sagt Stewart. Ebenfalls dabei ist der zuletzt angeschlagene Verteidiger Jordan Murray.

Erste Formation? Manches steht schon fest!

Und wie sieht die erste Aufstellung der Grizzlys unter Stewart aus? Das will er erst am Freitag bekannt geben. Aber so viel steht schon fest: Dustin Strahlmeier wird gegen Köln im Tor stehen, Julian Melchiori und Björn Krupp bilden ein Verteidiger-Paar und die Neuzugänge Chris DeSousa und Trevor Mingoia werden zusammen in einer Sturm-Reihe spielen. Zwei Zugänge, die direkt harmonieren? Stewart ist sich sicher: "Ich habe gemerkt, dass bei ihnen die Chemie passt."

Nur worauf kommt es einem neuen Coach im ersten Spiel denn nun am meisten an, aufs Ergebnis oder auf die Umsetzung des neuen Spielsystems? "Das ist eine gute Frage", sagt Stewart mit einem Schmunzeln und muss etwas überlegen. "Es ist 50:50." Aber wenn er sich festlegen müsste, wäre doch das Gewinnen an erster Stelle. "Eishockey ist ein Business of Winning", also ein Geschäft, in dem vor allem Siege zählen. "Aber ich muss auch den Prozess im Auge behalten." Denn zu trainieren sei das eine, "aber sobald es ernst wird, kann es passieren, dass ab und an alles, was geübt wurde, aus dem Kopf rausfliegt", so Stewart schmunzelnd.


Abstieg? Grizzlys schauen nur nach oben

Mit den Grizzlys peilt er nun die Play-offs an. "Da ist es auch egal, auf welchem Platz du landest, in den Play-offs ist alles möglich." Oberbürgermeister und Grizzlys-Aufsichtsrats-Chef Klaus Mohrs gab unlängst Platz Sechs als Zielvorgabe aus. Aber mit wem werden es die Wolfsburger in den oberen Tabellenregionen zu tun bekommen? Mit Mannheim, München und Meister Berlin nennt Stewart die üblichen Verdächtigen als mögliche Top-Teams der Saison. Und einen Geheimtipp: "Ingolstadt. Sie haben eine gute Mischung und wenige Schwachpunkte", so der Grizzlys-Coach.

Und spielt das Thema Abstieg, der ab dieser Saison möglich ist, eine Rolle bei den Wolfsburgern? Nicht wirklich, sagt Manager Charly Fliegauf. "Wir sind natürlich nicht davor gefeit, aber wir haben schon das Selbstvertrauen, dass wir sagen: Wir wollen damit nichts zu tun haben."