29. Oktober 2020 / 14:37 Uhr

Saisonunterbrechung sorgt beim Nordsächsischen Fußballverband für kollektives Kopfschütteln

Saisonunterbrechung sorgt beim Nordsächsischen Fußballverband für kollektives Kopfschütteln

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Ab 2. November ist auch in Nordsachsen erst mal für vier Wochen Schluss mit Fußballspielen. © Leipzig report
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Beim Nordsächsischen Fußballverband kommt die Aussetzung des Spielbetriebs nicht gut an. Vor allem die ehrenamtlichen Helfer haben in den vergangenen Wochen viel Zeit und Mühe investiert, um ein funktionierendes Hygienekonzept auf die Beine zu stellen. Obwohl Sportplätze nicht als Ansteckungsfeld gelten, muss nun für mindestens vier Wochen der Ball ruhen.

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Nordsachsen. Die Ruhe vor dem Sturm gehört zur trügerischen Sorte. Noch, ja noch, rollt am kommenden Wochenende in Fußball-Nordsachsen das Kunstleder. Dann ist erst einmal Schluss mit Spielbetrieb, mindestens bis Ende November. Ob weiter trainiert werden darf, bleibt abzuwarten, denn noch muss die Richtungsentscheidung aus Berlin in die sächsische Corona-Verordnung eingearbeitet werden. Über das „Kleingedruckte“ kann also der Freistaat selbst entscheiden.

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Doch schon die großen Lettern sorgen beim Nordsächsischen Fußballverband (NFV) für kollektives Kopfschütteln. „Es ist nicht die beste Lösung. Man stößt die Ehrenamtler vor den Kopf, die in den letzten Monaten mühsam etwas aufgebaut haben, mit unheimlich viel Aufwand teils hervorragende Hygienekonzepte erstellt haben. Nun gibt es eine Anordnung ohne Mitspracherecht für Vereine und Verbände“, sagt NFV-Vize Volkmar Beier. Und ergänzt mit Blick auf mögliche langfristige Auswirkungen: „In den Vereinsstrukturen, gerade im Jugendbereich, könnte einiges wegbrechen. Die Vereine hatten sich gerade wieder hochgerappelt.“

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Dabei sei erwiesen, dass Sportplätze nicht das Ansteckungsfeld seien, wenn ein entsprechendes Hygienekonzept umgesetzt würde. Inzwischen sind bei den Ligaspielen lediglich 100 Teilnehmer (also inklusive Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Zuschauer und Co.) erlaubt. Allerdings mehrten sich zuletzt die(Verdachts-)Fälle im unmittelbaren Umfeld der Mannschaften. Direkt betroffen war der FSV Oschatz, dessen Trainer Steffen Wiesner an Corona erkrankt ist. Verein und Verband reagierten sofort, die Partien der Oschatzer Herren fielen zuletzt aus. Auch Spiele des SV Mügeln/Ablaß, der SG Zschortau und des FSV Krostitz II in der Nordsachsenliga wurden bereits als Vorsichtsmaßnahme abgesagt. Nun folgt also die komplette Unterbrechung.

Sportlich sehr grauer November

Vorhersagen über den November hinaus zu treffen, fällt momentan sehr schwer. Fakt: Falls auch nicht trainiert werden darf, „können wir schlecht gleich wieder im Dezember unter Volllast fahren. Dann fällt auch dieser Monat weg“, so Beier. Nach diesem Wochenende sind in Nordsachsen immerhin sieben Spieltage in Sack und Tüten, dazu ist der NFV im Kreispokal bis zum Viertelfinale durchgedrungen. „Wir haben trotzdem wenig Luft im Kalender. Wir müssen jetzt abwarten, wie lange es geht. Es ist zu früh, einen Plan B aus der Schublade zu holen“, sagt Beier.

Schubladendenken ist dagegen erlaubt. Zum Beispiel: Eine Verlängerung der Saison über den Juni hinaus. Oder: Zumindest eine Halbserie zu Ende spielen und diese werten. Das wären zwei mögliche Szenarien Zukunftsmusik. Die Gegenwart ist ein sportlich sehr grauer November. „Wir hätten uns gewünscht, dass Fußball als Hobby weiterhin ermöglicht wird, um sich bei den vielen Einschränkungen wenigstens etwas ablenken zu können“, sagt Volkmar Beier. „Diese Entscheidung jetzt ist sehr schwer vermittelbar.“