24. Mai 2022 / 20:03 Uhr

Einstige Wegbegleiter erklären den neuen BVB-Star: Salih Özcan hat schon früher "den Unterschied ausgemacht"

Einstige Wegbegleiter erklären den neuen BVB-Star: Salih Özcan hat schon früher "den Unterschied ausgemacht"

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aus der Jugend des 1. FC Köln über eine Leihe zu Holstein Kiel bis hin zum BVB-Transfer: Salih Özcan legt eine bemerkenswerte Entwicklung hin.
Aus der Jugend des 1. FC Köln über eine Leihe zu Holstein Kiel bis hin zum BVB-Transfer: Salih Özcan legt eine bemerkenswerte Entwicklung hin. © IMAGO/Herbert Bucco/Joachim Sielski/Revierfoto (Montage)
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"Ich werde den 1. FC Köln für immer in meinem Herzen tragen." Diese Aussage von Salih Özcan zeigt, wie eng verbunden der 24-Jährige mit dem Bundesliga-Klub ist. Nach 15 Jahren folgt der Abschied in Richtung Borussia Dortmund. Die Vorfreude beim BVB auf den Mittelfeldspieler ist riesig. Denn so eine steile Entwicklung in der vergangenen Saison hat kaum ein Bundesliga-Profi hingelegt. 

Borussia Dortmund sorgt erneut mit einem Transfer für Aufsehen. Nach Niklas Süle (FC Bayern München), Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) und Karim Adeyemi (RB Salzburg) verpflichtet der BVB auch Salih Özcan (1. FC Köln). "Salih Özcan ist einer der Aufsteiger der abgelaufenen Bundesliga-Saison", betont der designierte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl. Noch vor wenigen Jahren hatte den 24 Jahre alten Mittelfeldspieler wohl kein Top-Klub auf dem Schirm.

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Als Özcan in der Aufstiegssaison der Kölner auf nur sieben Einsätze kommt, steht hinter der Zukunftsfrage ein großes Fragezeichen. Für die Bundesliga plant der FC zunächst nicht mit dem Mittelfeldspieler. Zweitligist Holstein Kiel leiht den damals 21-Jährigen für eine Saison aus. Der Karriere-Abstieg scheint nach Platz elf mit den Störchen vorprogrammiert.

Im Sommer 2020 folgen einige Angebote – doch Özcan bleibt. Unter Trainer Markus Gisdol und am Ende unter Retter-Coach Friedhelm Funkel kommt er wieder mehr zum Einsatz, schafft den richtigen Durchbruch aber erst unter Steffen Baumgart. Der U21 Europameister etabliert sich als Stammspieler, ist aus dem System nicht mehr wegzudenken. "Ich habe ein paar Spiele in dieser Saison live im Stadion gesehen. Salih war immer einer der Besten auf dem Platz. Seine Zweikampfquote war super, spielerisch überzeugte er immer wieder", sagt sein früherer Teamkollege Dario Bezerra-Ehret im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

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Von der U8 bis U10 kicken Özcan und Bezerra-Ehret zusammen beim FC, nach einer kleinen Unterbrechung geht´s ab der U15 gemeinsam beim 1. FC Köln weiter. Beide kommen im Mittelfeld zum Einsatz. Der Deutsch-Türke immer einen Tick offensiver. "Er hat bei uns oft auf der Zehn oder noch etwas weiter vorne gespielt", sagt Bezerra-Ehret. In der U17-Bundesliga erzielte der zukünftige BVB-Profi sogar 18 Treffer in 22 Ligaspielen. Erst im Herrenbereich rutscht Özcan aus der Offensive etwas weiter nach hinten. "Was er bis heute behalten hat, sind sein unglaublicher Wille und Kampfgeist", meint der Ex-Mitspieler.

Özcan gilt neben dem Platz als ruhiger und sehr bescheidener Typ. Sein damaliger U17-Trainer Stephan Möthrath erinnert sich noch genau an seinen ehemaligen Schützling. "Er war immer sehr präsent und hat im Spiel nach vorne den Unterschied ausgemacht", sagt Möthrath dem SPORTBUZZER. Seine Robustheit holt sich der Mittelfeldspieler in jungen Jahren auch in einer anderen Sportart – im Ringen. Bis 2012 steht Özcan für den RC Ehrenfeld auf der Matte. "Er war durch das Ringen schon damals sehr weit im körperlichen Bereich", sagt Möthrath.

Der gebürtige Kölner überzeugt seine Trainer auch immer mit einer "sehr hohen Leistungsbereitschaft". Möthrath weiß noch genau, wie Özcan alles gewinnen wollte: "Ihn zeichnet eine hohe Widerstandsfähigkeit aus. Er ließ sich von Rückschlagen nicht einschüchtern und man konnte sich immer auf ihn verlassen.“ Und das ist auch dem BVB bewusst. Der Revierklub freut sich auf einen "ungemein zweikampf- und kopfballstarken Spieler", wie Kehl betont: "Einer, der dorthin geht, wo es weh tut und kompromisslos alles dafür gibt, dass seine Mannschaft Erfolg hat."