09. September 2020 / 09:29 Uhr

Ex-Hertha-Star Salomon Kalou spricht über Skandal-Video: "Nicht schlau, aber auch kein Verbrechen"

Ex-Hertha-Star Salomon Kalou spricht über Skandal-Video: "Nicht schlau, aber auch kein Verbrechen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Salomon Kalou ist bei seinem Ex-Klub Hertha BSC negativ mit einem Live-Video aufgefallen.
Salomon Kalou ist bei seinem Ex-Klub Hertha BSC negativ mit einem Live-Video aufgefallen. © dpa
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Der nach seinem umstrittenen Corona-Video von Bundesligist Hertha BSC suspendierte Salomon Kalou blickt  auf den Skandal-Clip zurück. Der 35-jährige Ivorer zeigt in einem Interview mit der "Sport Bild" Verständnis für die Kritik, kann die Reaktion seines Ex-Klubs aber nicht verstehen.

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Salomon Kalou gewährte mit seinem Live-Video aus dem Kabinentrakt von Bundesliga-Klub Hertha BSC höchst umstrittene Einblicke in Teaminterna inmitten der Corona-Pandemie. Was danach folgte, ist bekannt: Eine Suspendierung von Seiten des Hauptstadt-Klubs, Kritik aus der Politik und Fußball-Branche sowie am Ende ein leiser Abgang nach Brasilien zu Botafogo Rio de Janeiro. Jetzt spricht der Ivorer in einem Interview mit der Sport Bild über das Skandal-Video.

Kalou beschreibt Suspendierung als "großen Deal"

"Mir wurde immer wieder gesagt, ich würde mit dem Video dafür sorgen, dass die Bundesliga nicht zu Ende spielen dürfe. Ist die Saison fertiggespielt worden? Ja! Ich weiß, dass meine Suspendierung damals ein großer Deal für die Erlaubnis war weiterzuspielen", sagte Kalou, der klarstellte: "Ich habe ein Video in einer Kabine eines Fußball-Teams gemacht. Nicht schlau, aber auch kein Verbrechen." Er dokumentierte mit dem Clip offensichtliche Nachlässigkeiten beim Einhalten der Hygienevorschriften und nahm Gespräche mit den Kollegen über Gehaltsabrechnungen auf.

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Kalous Vertrag in Berlin war Ende Juni ausgelaufen. Zuvor hatte der Stürmer seit 2014 für den Bundesligisten in 173 Spielen 53 Tore erzielt. Zu der Hertha-Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia gehörte Kalou zuletzt nach der Suspendierung nicht mehr. "Ich bin Fußballer und weiß, wie es in den Kabinen der Vereine zugeht. Dort herrscht immer Spaß. In jeder anderen Kabine hätten Sie in dieser Zeit das Gleiche gesehen wie in diesem Video", erklärte der 35-jährige Ivorer: "Ich wollte den Leuten draußen zeigen, dass es uns gut geht. Aber der Zeitpunkt war schlecht."

Kalou kritisiert Verhalten von Hertha BSC

Hertha-Manager Michael Preetz hatte mehrfach betont, dass ihm die unvermeidliche Suspendierung leid tue, da Kalou in seinen sechs Jahren bei Hertha bis zu seinem Video ein vorbildlicher Profi gewesen sei. Kalou konnte die Kritik aus der Politik und Sportwelt nachvollziehen, verstand aber das Verhalten seines Ex-Klubs nicht. "Ein Problem hatte ich damit, dass der Klub gesagt hat: Salomon hat so lange für uns gespielt – aber egal, wir suspendieren ihn, damit wir nichts mit der Sache zu tun haben. Dabei müssen wir auf dem Teppich bleiben. Ich war nicht im Krankenhaus und habe mich über Corona-Patienten lustig gemacht. Das würde ich nie tun."

Kalou rechnet in dem Interview auch mit Ex-Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann ab. In damals an die Öffentlichkeit gelangten Dokumenten schrieb der 56-Jährige über den Angreifer, dass dieser keinen "Mehrwert" mehr für den Klub habe. "Wenn ich keinen Mehrwert habe, welchen Mehrwert hatte Klinsmann für Hertha?", hinterfragt der Ivorer: "Er war ein großer Spieler, aber wir haben alle gesehen, was als Hertha-Trainer rausgekommen ist."