03. Juni 2020 / 15:22 Uhr

Offiziell: DFB verzichtet nach Rassismus-Protesten von Weston McKennie, Jadon Sancho & Co. auf Verfahren

Offiziell: DFB verzichtet nach Rassismus-Protesten von Weston McKennie, Jadon Sancho & Co. auf Verfahren

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Weston McKennie und Jadon Sancho erhalten nach ihren Protest-Aktionen keine Strafe.
Weston McKennie und Jadon Sancho erhalten nach ihren Protest-Aktionen keine Strafe. © imago images (Montage)
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Der DFB sieht von einem Verfahren gegen die BVB-Stars Jadon Sancho und Achraf Hakimi sowie Gladbachs Marcus Thuram und den Schalker Weston McKennie ab. Die Spieler hatten während der Bundesliga-Partien am vergangenen Wochenende öffentlich gegen Rassismus protestiert.

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Die Profis, die in der Bundesliga öffentlich gegen Rassismus protestiert hatten, erhalten keine Strafe vom Deutschen Fußball-Bund. Der Kontrollausschuss des DFB entschied am Mittwoch, keine Verfahren gegen Weston McKennie von Schalke 04, die BVB-Stars Jadon Sancho und Achraf Hakimi sowie Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach einzuleiten. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass der Kontrollausschuss das Thema mit Besonnenheit und Augenmaß behandeln wird", hatte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, bereits vor der Entscheidung erklärt.

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Auch zuvor hatte es bei derartigen Fällen in Deutschland keine Sperren oder hohe Geldstrafen gegeben. "In der Vergangenheit war es üblicherweise so, dass die betroffenen Spieler vom Kontrollausschuss ermahnt wurden", sagte der 69 Jahre alte Lorenz. In den DFB-Regeln heißt es unter anderem, dass die Spieler keine Kleidung mit "politischen, religiösen oder persönlichen Slogans" zeigen dürfen.

DFB will auch künftig von Strafen absehen

Im aktuellen Fall will der DFB seine Linie auch bei neuerlichen Anti-Rassismus-Aktionen an den kommenden Spieltagen beibehalten. "Natürlich hat der DFB-Kontrollausschuss stets die Vorgaben der FIFA-Fußballregeln und der DFB-Ordnungen im Blick. Im konkreten Fall handelt es sich aber um gezielte Anti-Rassismus-Aktionen der Spieler, die sich damit für Werte starkmachen, für die der DFB ebenfalls steht und immer eintritt", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusses: "Daher werden keine Verfahren eingeleitet, auch bei vergleichbaren Anti-Rassismus-Aktionen in den nächsten Wochen nicht."

Sancho, McKennie, Thuram und Co.: Bundesliga-Stars protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA

 Gerechtigkeit für den ermordeten George Floyd: BVB-Profi Jadon Sancho mit einer klaren Botschaft nach seinem Treffer zum 2:0 gegen den SC Paderborn am 29. Bundesliga-Spieltag. Zur Galerie
Gerechtigkeit für den ermordeten George Floyd: BVB-Profi Jadon Sancho mit einer klaren Botschaft nach seinem Treffer zum 2:0 gegen den SC Paderborn am 29. Bundesliga-Spieltag. ©

Am vergangenen Bundesliga-Spieltag hatten Sancho, Hakimi, McKennie und Thuram auf dem Rasen gegen den gewaltsamen Tod von George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA protestiert. 2014 gab es ähnliche Proteste durch den damaligen Kölner Anthony Ujah, der eine Ermahnung vom DFB erhielt. Verbandspräsident Fritz Keller hatte Verständnis und "großen Respekt" für die Aktionen vom Wochenende geäußert.

Auch FIFA applaudiert Sancho & Co.

Auch der Weltverband FIFA äußerte sich in diese Richtung. "Um Zweifel zu vermeiden: In einem FIFA-Wettbewerb würden die jüngsten Demonstrationen von Spielern in der Bundesliga einen Applaus verdienen und keine Bestrafung", erklärte FIFA-Boss Gianni Infantino in einer Mitteilung. "Wir alle müssen Nein zu Rassismus und jeglicher Form von Diskriminierung sagen. Wir alle müssen Nein zu Gewalt sagen. Jeder Form von Gewalt."