13. Mai 2021 / 22:42 Uhr

Sancho und Haaland schießen BVB zu Pokal-Triumph - Traum-Halbzeit reicht gegen Leipzig

Sancho und Haaland schießen BVB zu Pokal-Triumph - Traum-Halbzeit reicht gegen Leipzig

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Borussia Dortmund um Superstar Erling Haaland (rechts) haben sich den DFB-Pokal gesichert.
Borussia Dortmund um Superstar Erling Haaland (rechts) haben sich den DFB-Pokal gesichert. © imago images/Matthias Koch
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Borussia Dortmund hat zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal gewonnen. Gegen RB Leipzig reichte dem BVB eine Top-Halbzeit zum Triumph. Trainer Edin Terzic, der im Sommer von Marco Rose ersetzt wird und wieder ins zweite Glied rückt, gewann damit zum ersten Mal einen Titel. Julian Nagelsmanns Ära bei RB Leipzig geht titellos zuende.

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Was wäre das für ein rauschendes Fest in schwarzgelb geworden. Aber auch ohne Fans freute sich Borussia Dortmund nach dem verdienten 4:1-Sieg gegen RB Leipzig natürlich ausgelassen über den fünften Pokalsieg nach 1968, 1989, 2012 und 2017.

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Normalerweise herrscht am Wochenende des Endspiels Ausnahmezustand in der Hauptstadt. Zehntausende Anhänger beider Klubs reisen an die Spree und feiern tagelang – ob sie nun eines der begehrten Tickets fürs Olympiastadion haben oder nicht. Es gibt Partys in der ganzen Stadt, Fanmeilen, die Hotels sind ausgebucht. Doch jetzt ist Corona – und nicht mal Wochenende. Im letzten Jahr durften beim Sieg des FC Bayern immerhin noch ein paar hundert Zuschauer dabei sein, diesmal blieb es komplett leer. Trotzdem hatten sich ein paar Dutzend Unersättliche vor den Stadiontoren versammelt und brüllten bei zehn Grad und Regen von draußen rein. Drinnen zerlegte ein eiskalter BVB die Sachsen, die auch ihr zweites Endspiel vergeigten.

BVB in der Einzelkritik gegen RB Leipzig

Der BVB in der Final-Einzelkritik gegen RB Leipzig. Zur Galerie
Der BVB in der Final-Einzelkritik gegen RB Leipzig. ©

Personal/Ausgangslage: Erst fünf Tage vor dem Finale gab es die Generalprobe in der Liga, die Dortmund mit 3:2 für sich entschied. Da fehlte noch Torjäger Erling Haaland, der in Berlin den Vorzug gegenüber Thorgan Hazard bekam. Für den verletzten Marwin Hitz stand Roman Bürki im schwarzgelben Kasten, außerdem durfte Jude Bellingham für Giovanni Reyna beginnen.

Auf der anderen Seite war Julian Nagelsmann nicht einverstanden mit der Trainingsleistung von Angelino – und strich den Spanier überraschend aus dem Kader. Außerdem rutschten Willi Orban, Emil Forsberg und Benjamin Henrichs im Vergleich zur Liga-Pleite auf die Bank, stattdessen starteten Amadou Haidara, Marcel Halstenberg, Nordi Mukiele und Alexander Sörloth.

Es war der letzte Auftritt in der aktuellen Funktion für beide Cheftrainer. Ob Edin Terzic als Pokalsieger in der kommenden Saison tatsächlich wieder ins zweite Glied rückt und seinem eigenen Nachfolger Marco Rose assistiert, bleibt abzuwarten – unabhängig davon, ob sich seine Mannschaft an den letzten beiden Spieltagen doch noch für die Champions League qualifiziert oder nicht.

Nagelsmann wird zum teuersten Coach der Welt – und wechselt bekanntermaßen zum FC Bayern München, dessen Bosse im Vorfeld des Finals keinen Hehl daraus machten, dass sie ihrem zukünftigen Übungsleiter die Daumen drücken. Nun kommt er ohne Titel an die Säbener Straße.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

So bewertet SPORTBUZZER-Reporter Guido Schäfer die Leistung der RB-Elf im Pokalfinale: Zur Galerie
So bewertet SPORTBUZZER-Reporter Guido Schäfer die Leistung der RB-Elf im Pokalfinale: ©

Spielverlauf: Beide Mannschaften machten dort weiter, wo sie am Samstag aufgehört hatten. Die Partie nahm sofort Fahrt auf, wankte hin und her – und ebenfalls wie in der Liga ging der BVB mit der ersten Chance in Führung. Nach einem gewonnenen Zweikampf von Marco Reus landete der Ball über Erling Haaland und Mo Dahoud bei Jadon Sancho, der RB-Keeper Peter Gulacsi mit einem herrlichen Schlenzer überraschte – 1:0 (5.).

Als Leipzig immer dominanter wurde, schlug der BVB eiskalt zu. Wieder war es Reus, der Haaland bediente. Diesmal tankte sich der Norweger selbst durch, ließ Neu-Bayer Dayot Upamecano an seinem Körper zerschellen – und schob die Kugel seelenruhig zum 2:0 ein (28.). Noch vor dem

Seitenwechsel war der Deckel fast schon drauf. Erneut ein Lehrbuchkonter über Reus, der querlegte auf Sancho – 3:0 (45.). Drei Torschüsse, drei Treffer – mehr geht nicht.

23 Sekunden nach der Pause (und seiner Einwechslung) hätte Christopher Nkunku es noch mal spannend machen können, scheiterte mit seinem Lupfer aber an der Latte. RB rannte an, Dortmund konterte. Erst verpasste Joker Hazard die endgültige Entscheidung vorm leeren Tor, dann traf Dani Olmo mit sattem Schuss zum 1:3 (71.). Leipzig gab nicht auf, doch der BVB war einfach effizienter. Und natürlich war es Haaland, der in der 88. Minute den Schlusspunkt setzte.

Spieler des Spiels: Bei seinem bisher einzigen Titelgewinn zog sich Reus im Pokalfinale 2017 einen Kreuzbandriss zu. Vier Jahre später bestätigte der BVB-Kapitän seine tolle Form und war an allen drei Treffern maßgeblich beteiligt. Das EM-Ticket von Joachim Löw wird er am Mittwoch als Belohnung bekommen.