02. August 2020 / 21:16 Uhr

Ecken, Kanten, Tore: Deshalb polarisiert Sandro Wagner – einige Aussagen und Aktionen im Überblick

Ecken, Kanten, Tore: Deshalb polarisiert Sandro Wagner – einige Aussagen und Aktionen im Überblick

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sandro Wagner nahm selten ein Blatt vor den Mund - sei es bei seinem DFB-Rücktritt, bei der Einschätzung seiner eigenen Qualität oder im Streit mit den Hertha-Fans.
Sandro Wagner nahm selten ein Blatt vor den Mund - sei es bei seinem DFB-Rücktritt, bei der Einschätzung seiner eigenen Qualität oder im Streit mit den Hertha-Fans. © imago images/Montage
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Sandro Wagner galt immer als echter "Typ". Als einer, der sagt, was er denkt – ohne Rücksicht auf Verluste. Im Fußball-Geschäft wird diese Spezies immer seltener. Eine Auswahl seiner markantesten Aussagen. 

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Sandro Wagner gehörte zu den am meisten polarisierenden Fußball-Profis in Deutschland. Nach 13 Jahren tritt er nun von der großen Bühne ab, nachdem er seinen Vertrag beim chinesischen Klub Tianjin Teda aufgelöst hatte. Der 32-Jährige will sich künftig dem Trainerjob widmen. "Ich bin unglaublich dankbar, dass mir der Fußball ein wunderbares Leben ermöglicht hat. Ich habe all meine Ziele und Träume verwirklichen können", sagte Wagner der Bild und versicherte: "Ich habe die lange Reise sehr genossen." Der SPORTBUZZER blickt zurück auf einige seiner zuweilen umstrittenen, in ihrer Ausführung aber stets konsequenten Aktionen und Aussagen.

  • Im Mai 2016 provoziert Wagner im Berliner Olympiastadion lautstarke Proteste. Erst trifft er für Darmstadt 98 zum 2:1 gegen seinen Ex-Klub Hertha BSC und sichert den Hessen den sensationellen Klassenerhalt. Seinen Torjubel zelebriert er allerdings nicht vor den Gästefans, sondern der Ostkurve, wo die Berliner Anhänger stehen. Wagner ballt die Faust, klopft sich auf die Brust und legt den Finger auf die Lippen - die Hertha-Fans reagieren auf den extrovertierten Jubel wütend. Wagner sieht Gelb, wenig später nach einem Foul sogar Gelb-Rot. "Da sind viele Emotionen dabei. Ich wurde hier nicht so schön weggeschickt", sagt er danach. "Das war nicht böse gemeint. Gerade die Ostkurve hat mich unterstützt. Aber oben gab es einige, die mich immer ausgepfiffen haben und meinten, ich sei ein Blinder."

  • An Selbstbewusstsein mangelte es Wagner noch nie. Ende 2016 tönte der damalige Angreifer der TSG Hoffenheim nach einem Doppelpack bei einem 4:0-Sieg gegen den 1. FC Köln gegenüber der Bild: "Ich bin in meinen Augen seit einiger Zeit mit Abstand der beste deutsche Stürmer." Tatsächlich hatte in jenem Jahr kein anderer deutscher Spieler saisonübergreifend mehr Bundesligatore erzielt als Wagner, nämlich 17.

  • Auch mit seiner Spielweise polarisierte der 1,94-Meter-Mann gern und brachte die gegnerischen Fans gegen sich auf. Gegenüber 11 Freunde erklärte er mal: "Wenn ich das Spiel­feld betrete, werde ich ein anderer Mensch. Auf dem Platz muss ich anecken, um erfolg­reich zu sein. Auch wenn ich mir damit natür­lich nicht nur Freunde mache. Mich inter­es­siert aber nicht, ob die Leute mich mögen. Ich muss nach dem Spiel nicht von den Fans zum Auto getragen werden."

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  • Nach einer erfolgreichen Zeit in Hoffenheim wechselte Wagner zum FC Bayern, wo er als Backup von Torjäger Robert Lewandowski fungierte. Kurios: Er sicherte sich in München das Trikot mit der Nummer 2. Hintergrund: Weil seine Lieblingsnummer, die 14, damals an den Spanier Juan Bernat vergeben war, wich Wagner auf die Nummer aus, die eigentlich für Defensivspieler vorgesehen ist. Als Begründung führte der Stürmer an, dass es sein zweiter Anlauf beim FC Bayern sei. "Daher fand ich die Nummer sehr sympathisch." Wagner hatte die Jugendabteilung beim deutschen Rekordmeister durchlaufen, ehe er 2008 zum MSV Duisburg gewechselt war.

  • Instagram, Facebook, Twitter? Nein, danke. Wagner hat keine eigenen Social-Media-Kanäle - braucht er nicht, will er nicht. "Es gibt aber immer wieder Leute, die sich bei Face­book und Insta­gram als mich aus­geben. Manchmal fragen mich sogar Kol­legen, warum ich ihnen dort nicht ant­worte. Anfangs habe ich ver­sucht, recht­lich dagegen vor­zu­gehen, mitt­ler­weile ist es mir wurscht. Ich mache mir nichts aus den Sozialen Medien", sagte er mal gegenüber 11 Freunde.

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  • Für Aufsehen sorgte auch ein Bild-Interview zum Thema Gehalt von Fußballern. Wagner war der Meinung, dass Bundesliga-Profis "angemessen oder teilweise eher zu wenig“ verdienen würden und rechtfertigte seine Antworten mit dem öffentlichen Druck, der auf den Spielern laste: "Gemessen an all dem, was man aufgibt, finde ich, dass auch die bei Bayern zu wenig verdienen – selbst 12 Millionen oder so. Die Profis in den amerikanischen Ligen bekommen auch deutlich mehr.“

  • Erstmals eingeladen zur deutschen Nationalmannschaft wurde Wagner im Juni 2017. Es folgten acht Länderspiele für die DFB-Elf, in denen er fünf Tore erzielte, drei davon beim 7:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino. Im Mai 2018 war dann auch schon wieder alles vorbei, der seinerzeit 30-Jährige trat via Bild zurück, nachdem er von Bundestrainer Joachim Löw nicht in das vorläufige Aufgebot für die WM 2018 berufen worden war. "Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse. Meinen Jungs wünsche ich nur das Beste in Russland und hoffe, dass sie als Weltmeister zurückkommen", ließ Wagner wissen.