09. September 2014 / 13:04 Uhr

Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks: Chemie-Fans und Verein bringen Stadion auf Vordermann

Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks: Chemie-Fans und Verein bringen Stadion auf Vordermann

Matthias Puppe
SPORTBUZZER-Nutzer
Neugestaltete Sitzplätze, Trainerbänke und die Arbeiten im Kabinentrakt im Alfred-Kunze-Sportpark. USER-BEITRAG
Neugestaltete Sitzplätze, Trainerbänke und die Arbeiten im Kabinentrakt im Alfred-Kunze-Sportpark. © BSG Chemie Leipzig
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Chemie Leipzig hat mit Hilfe von Fans und Unterstützern in den vergangenen sechs Wochen bereits etwa 40.000 Euro in die Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks investiert. (mit Fotos)

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Leipzig. Chemie Leipzig hat mit Hilfe von Fans und Unterstützern in den vergangenen sechs Wochen bereits etwa 40.000 Euro in die Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks investiert. „Die Summe beinhaltet auch Sponsorenleistungen und ehrenamtliche Arbeitsstunden“, sagte BSG-Geschäftsführer Henry Aulich gegenüber LVZ-Online. Unter anderem seien seit Übernahme des Stadions Mitte Juli Geschäftsstelle, Kabinentrakt und alle Rasenplätze auf Vordermann gebracht worden.

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Die Grün-Weißen hatten den Sportpark am 17. Juli 2014 von der insolventen SG Sachsen Leipzig übernommen. Vor der Übergabe des Stadions war jegliches bewegliches Interieur entfernt und vom Insolvenzverwalter verkauft worden. Die Pflege der Grünflächen lag aufgrund der Abwicklung des Veräußerungen wochenlang brach.

„Als erstes mussten wir einen Rasenmäher und Beregnungsgeräte anschaffen – um die Rasenplätze überhaupt wieder bespielbar zu machen“, sagte Aulich. Beim ersten Subbotnik der Fans zusammen mit Kickern der Landesliga-Elf wurde wucherndes Unkraut entfernt. „Seit Juli gab es noch zwei weitere große Fan-Einsätze – außerdem wird auch unter der Woche im AKS gearbeitet. Wer Zeit hat, hilft einfach mit“, so der BSG-Geschäftsführer weiter.

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Neuanschaffungen durch Crowdfunding und Sponsoren

Dank Know-How und Engagement der Anhänger konnten inzwischen Kabinentrakt und die drei Etagen in der Geschäftsstelle runderneuert werden: „Es wurde verputzt, gemalert, Treppengeländer abgeschliffen und lackiert, neues Laminat und Stromleitungen verlegt“, sagte Aulich. Die Brunnen im Stadion wurden wieder elektrifiziert, ein Schließsystem installiert. Sogar neue Ersatzbänke und Tore mussten angeschafft werden. Nicht zuletzt wurden auch Kabinen, Büroräume und VIP-Bereich neu eingerichtet. In den kommenden Wochen stehen nun noch Restarbeiten in der Geschäftsstelle und die Wintervorbereitung in den Außenanlagen an, sagte Aulich.

Viele der benötigten Neuanschaffungen seien von Unterstützern kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Zudem wurden beim Crowdfunding im Internet bereits etwa 12.000 Euro für zum Teil ganz konkrete Anschaffungen wie Wandfarbe oder Kleinfeldtore zusammengetragen – gut 20 Prozent der prognostizierten Gesamtsumme, die noch benötigt wird.

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Inwieweit alle geschaffenen Kapazitäten künftig auch von Chemie in Anspruch genommen werden, ist bisher noch unklar. „Im Prinzip brauchen wir derzeit noch gar nicht alle Räume in der Geschäftsstelle – allerdings gibt es auch schon Überlegungen, diese beispielsweise für die Kinder und Jugendlichen in unserem neuen Nachwuchszentrum zu nutzen“, so der BSG-Vorstand weiter.

Die BSG Chemie Leipzig wurde 2008 von Anhängern des damaligen Fußball-Regionalligisten FC Sachsen in der 3. Kreisklasse reaktiviert. Chemie-Fans und Ultras tragen hier auch Verantwortung, engagieren sich in Vereinsgremien, organisieren Spieltage, kümmern sich um Fanshop und Co. Inzwischen spielen die Grün-Weißen in der sechsten Liga. Nach Jahren als Untermieter auf verschiedenen Plätzen ist Chemie Leipzig seit dieser Saison Pächter des Stadions im Leutzscher Holz.