08. November 2019 / 15:07 Uhr

Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks: Dinge beschleunigen und Dynamik in den Prozess bringen

Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks: Dinge beschleunigen und Dynamik in den Prozess bringen

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Der Alfred-Kunze-Sportpark als Kernsportstätte der BSG Chemie Leipzig soll in Schuss gebracht werden. Zudem ist die Erneuerung des Kunstrasen-Spielfeldes geplant. Unterstützung erhält die BSG vom Bund und von der Stadt Leipzig.

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Leipzig. Bevor es für die BSG Chemie am Sonnabend gegen Meuselwitz sportlich zur Sache geht (13:30 Uhr), rückte zur Stadtratssitzung am Donnerstag erst einmal nicht weniger als die gesamte Zukunftsgestaltung des Vereines in den Blickpunkt. Der Stadtrat entschied, dass bis Ende dieses Jahres vom Oberbürgermeister ein Zeit- und Maßnahmeplan vorgelegt werden soll, in dem festgehalten ist, wie der Alfred-Kunze-Sportpark in einen „verpachtungsfähigen Zustand“ versetzt werden kann, um auf dieser Grundlage einen Pachtvertrag auszuhandeln.

„Es geht darum, dass die Stadt den Alfred-Kunze-Sportpark als Kernsportstätte bestätigt hat, und dass es gilt, einen jahrzehntelangen Investitionsstau zu beseitigen“, sagt der Vorsitzende des Fachausschusses Sport, Christopher Zenker, dessen SPD-Fraktion den Antrag eingebracht hat. 2,2 Millionen Euro hat der Bund bereits freigelenkt und bestätigt, die gleiche Summe schießt die Stadt zu. Jetzt gilt es, die Dinge zu beschleunigen und Dynamik in den Prozess zu bringen. Vereinsvorsitzender Frank Kühne kämpft gemeinsam mit seinem Vorstand schon lange um Bewegung: „Das sind alles hochkomplexe Prozesse, an denen viele verschiedene Ämter und Behörden beteiligt sind. Die Stadt hat sich da positiv positioniert, wir werden da wirklich gut unterstützt und haben ein partnerschaftliches Verhältnis“. Das war eine Entwicklung, an deren Ende die BSG nun als verlässlicher Partner angesehen sei. Für die Sünden der Vergangenheit – frühere Vorstände interessierten sich wenig bis gar nicht für Dinge außerhalb der ersten Mannschaft – können die heutigen Protagonisten nichts. Die Aufräumarbeit und das Wiederherstellen von Vertrauen indes blieb an ihnen hängen - eine Sisyphusarbeit, für die jede Menge Geduld und langer Atem vonnöten sind.

Hausaufgaben für den Vorstand

„Bauen ist ja nicht erst, wenn die Bagger anrücken. Es geht sehr lange vorher los und kostet sehr viel Mühe und Geduld, Planungen und Genehmigungen, ehe es losgeht“, weiß Frank Kühne. Bis 2022 sollen die maroden Leitungen im und auch außerhalb des AKS erneuert sein, bis 2024 sollen das aus den 70er Jahren stammende Sozialgebäude und die unzumutbaren Toilettenanlagen saniert oder neu gebaut werden. Doch bevor der erste Bagger rollt, sind eminent viele Hausaufgaben zu machen.

DURCHKLICKEN: Bau der Bewässerungsanlage im Alfred-Kunze-Sportpark

Im Juli 2017 erhielt der Alfred-Kunze-Sportpark eine neue Bewässerungsanlage. Zur Galerie
Im Juli 2017 erhielt der Alfred-Kunze-Sportpark eine neue Bewässerungsanlage. © Dirk Knofe
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Von der To-Do-Liste zum Kunstrasen

Christopher Zenker hofft, dass es bereits im kommenden Jahr los geht: „Die Zustände sind wirklich schlecht, es muss etwas passieren. Die heutige BSG ist aus meiner Sicht der erste Nutzer des AKS, der ernsthaft etwas unternimmt, um die Sportstätte in Schuss zu bringen“. Immerhin sei diese ja Eigentum der Stadt. Ein zweiter Antrag soll die Stadtverwaltung beauftragen, die „Erneuerung des Kunstrasen-Spielfeldes zu priorisieren und sich gegenüber dem Land ebenfalls für eine Priorisierung einzusetzen“. Seit nunmehr fast anderthalb Jahren läuft das Projekt, durch diverse Umplanungen und Neuerungen kam es zu Verzögerungen. Zum Beispiel durch die aufgekommene Diskussion über eine mögliche Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik-Granulat, das als Füllmaterial für Kunstrasen genutzt wird und als Umweltverschmutzer in erheblichem Maß gilt. Im Moment wird eine To-Do-Liste abgearbeitet, es muss noch geliefert werden. Als Fördergeber stehen hier Land und Stadt bereit, der Verein muss einen Eigenanteil von aktuell 20% stemmen. Wenn alles passt, könnte der Platz in einem Jahr fertig sein, doch das hat der Verein nicht in der Hand. Deshalb ja auch der Antrag der Priorisierung.

Grüne, CDU und AfD lehnen Antrag zum 100. Jubiläum des AKS ab

Abgelehnt wurde hingegen mit den Stimmen von Grünen, CDU und AfD der Antrag, das vorgesehene Programm anlässlich des 100. Jubiläums des AKS im Jahr 2020 organisatorisch und finanziell zu unterstützen. Unterstützt werden sollte damit „vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte die Aufarbeitung der Historie des Sportparks und ihrer Nutzer insbesondere während der NS-Diktatur und des DDR-Unrechtsstaates“. Zenker zeigte sich verwundert: „Eigentlich ein unterstützenswertes Anliegen“. Er ist sich aber sicher, dass der Verein trotzdem ein gutes Programm auf die Beine stellen werde.

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