07. Mai 2021 / 18:01 Uhr

Sara Agrez verlängert bei Turbine Potsdam - Vorfreude auf Slowenien-Duell mit Lara Prasnikar

Sara Agrez verlängert bei Turbine Potsdam - Vorfreude auf Slowenien-Duell mit Lara Prasnikar

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Sara Agrez unterzeichnet ihren neuen Vertrag bei Turbine Potsdam.
Sara Agrez unterzeichnet ihren neuen Vertrag bei Turbine Potsdam. © Verein
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Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam trifft auf Eintracht Frankfurt und Ex-Stürmerin Lara Prasnikar. Sara Agrez freut sich nach ihrer Vertragsverlängerung auf das Wiedersehen mit ihrer alten Mitspielerin. Auf dem Platz werde die Freundschaft aber ruhen, verspricht sie.

Eine erste Warnung hat Lara Prasnikar schon Richtung Potsdam geschickt: „Sie hat mir gesagt, ich soll meine Füße eng zusammen behalten“, sagt Sara Agrez und muss lachen. Prasnikar, die Angreiferin, die vor der Saison von Turbine Potsdam innerhalb der Frauenfußball-Bundesliga zu Eintracht Frankfurt gewechselt war, und Agrez, die in der Potsdamer Innenverteidigung gesetzt ist, verbindet eine lange Freundschaft. Aus gemeinsamen Zeiten in Slowenien beim Jugendverein ZNK Rudar Skale, dann bei Turbine und in der slowenischen Nationalmannschaft. „Ich freue mich riesig, am Sonntag direkt gegen sie zu spielen“, sagt Agrez.

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Prasnikars Rat will sie beherzigen. Einen Beinschuss, landläufig als „Tunnel“ bekannt, will sie sich von Prasnikar schließlich nicht verpassen lassen, wenn Turbine am Sonntag (14 Uhr) die Eintracht im Karl-Liebknecht-Stadion empfängt. „Da muss ich aufpassen, aber ich kenne sie echt gut“, erzählt die 20-Jährige. Prasnikar, deren Abschied nach vier Jahren bei Turbine für einige Verstimmung beim brandenburgischen Traditionsverein gesorgt hatte, verliere nur wenige Bälle, spiele immer mutig und sei eben schwer zu verteidigen.

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Nach früher Führung durch Dina Orschmann (7.) gerät Turbine zwar mit 1:3 in Rückstand, doch nach dem 2:3-Anschlusstreffer von Selina Cerci sind die Potsdamerinnen nah dran am möglichen Ausgleich. Am Ende gewinnt allerdings der Tabellenführer aus München knapp mit 3:2. Zur Galerie
Nach früher Führung durch Dina Orschmann (7.) gerät Turbine zwar mit 1:3 in Rückstand, doch nach dem 2:3-Anschlusstreffer von Selina Cerci sind die Potsdamerinnen nah dran am möglichen Ausgleich. Am Ende gewinnt allerdings der Tabellenführer aus München knapp mit 3:2. © Julius Frick

Doch genau das will Sara Agrez versuchen. „Auf dem Platz werden wir keine Freunde“, sagt sie. Seit knapp zwei Jahren läuft die Abwehrspielerin für Turbine Potsdam auf. Es ist ihre erste Station im Ausland. „Ich habe zwar schon in Slowenien Deutsch gelernt, aber es hat eine Weile gedauert, bis ich mich getraut habe, es auch hier zu sprechen.“ Längst ist die Sprache kein Hindernis mehr. „Ich fühle mich richtig wohl in Potsdam und in meiner Mannschaft.“

Auch der Club weiß, was er an der schlaksigen Verteidigerin hat, die bislang 28 Mal für den 1. FFC auflief. Darum hat der Verein den 2022 auslaufenden Vertrag nun vorzeitig verlängert. „Wir sind froh, dass Sara sich für Turbine Potsdam entschieden hat“, sagt ihr Trainer Sofian Chahed. „Sie ist eine junge, talentierte Spielerin, die hier ihre nächsten Entwicklungsschritte bestreiten wird und uns somit sportlich und menschlich weiterhilft.“ Die Fußballerin ist in Potsdam noch nicht fertig. „Ich will noch was erreichen mit Turbine“, sagt sie und meint die Qualifikation für das internationale Geschäft. „Das war eigentlich schon in diesem Jahr unser Ziel – und das wird es auch in der nächsten Saison sein“, kündigt Agrez an.

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Die Chancen, noch in dieser Spielzeit den Sprung in die Champions League zu schaffen, sind für den aktuellen Tabellenvierten wohl nur noch theoretischer Natur. Mit 32 Zählern liegt Turbine fünf Punkte hinter dem Dritten aus Hoffenheim, bei noch drei ausstehenden Spielen. Punktgleich mit Potsdam lauert Leverkusen auf Rang fünf. Darum geht es auch am Sonntag gegen Frankfurt, das nach der Eingliederung unterm Eintracht-Dach erstmals in der Brandenburger Landeshauptstadt gastiert, nicht nur um die goldene Ananas. „Wir wollen unbedingt Platz vier verteidigen“, sagt Agrez. „Deshalb sind wir motiviert. Besonders ich, weil ich gegen Lara spiele.“ Mit dem früheren „Klassiker“ zwischen Potsdam und Frankfurt hat das Duell zwar nur noch wenig gemein, aber um die Bedeutung der Paarung weiß auch Agrez: „Für mich ist es immer noch ein Klassiker, es waren zuletzt immer enge Spiele.“

Partien also, in denen auch die Fans einen Unterschied machen können. Doch die dürfen auch am Sonntag nicht ins „Karli“. „Inzwischen hat man sich fast daran gewöhnt“, findet Sara Agrez. „Aber natürlich wäre es viel schöner, wenn unsere Fans wieder im Stadion dabei wären. Ich freue mich schon auf das erste Spiel, wenn wieder alle dabei sein können.“