25. Juni 2020 / 10:51 Uhr

Sarah Zadrazil im Abschiedsinterview: "Ich werde Potsdam sehr vermissen"

Sarah Zadrazil im Abschiedsinterview: "Ich werde Potsdam sehr vermissen"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
DIe Kapitänin geht von Bord: Sarah Zadrazil bestreitet gegen Hoffenheim ihr letztes Spiel für Turbine Potsdam.
DIe Kapitänin geht von Bord: Sarah Zadrazil bestreitet gegen Hoffenheim ihr letztes Spiel für Turbine Potsdam. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Kapitänin Sarah Zadrazil über ihren Abschied vom 1. FFC Turbine Potsdam vor leeren Rängen.

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Die Kapitänin geht von Bord: Am Sonntag (14 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) gegen die TSG Hoffenheim wird Sarah Zadrazil (27) zum letzten Mal im Trikot des 1. FFC Turbine Potsdam auflaufen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht sie über ihren Abschied unter besonderen Voraussetzungen, die neue Herausforderung beim FC Bayern und den bevorstehenden Umzug.

Sarah Zadrazil, am Sonntag bestreiten Sie ihr letztes Spiel für Turbine Potsdam. Wie groß ist die Wehmut wenige Tage davor?
Schon sehr groß. Auch wenn ich versuche, nicht so viel daran zu denken. Es macht mich schon traurig, den Verein zu verlassen. Ich hatte in den vier Jahren eine tolle Zeit bei Turbine und mit meinen Mitspielerinnen.

Auch für Trainer Matthias Rudolph wird es die letzte Partie auf der Turbine-Bank. Will man da auch für ihn ein positives Ergebnis erzielen?
Auf jeden Fall! Ich finde, der Trainer hat hier in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet. Natürlich wollen wir da auch für ihn einen guten Abschluss hinlegen. Das wird sicher sehr emotional.

Ihr Abschied fällt in besondere Zeiten: Zuschauer sind wegen der Corona-Pandemie auch am Sonntag nicht erlaubt. Bedauern Sie es, nicht noch einmal vor den Fans im Karl-Liebknecht-Stadion auflaufen zu können?
Das ist sehr traurig. Der Rückhalt der Fans in diesen vier Jahren war einfach unglaublich. Es wäre echt schön gewesen, noch einmal im Turbine-Trikot vor unseren Fans im „Karli“ auflaufen zu können. Leider lässt das die momentane Situation nicht zu. Wir müssen das Beste daraus machen. Ich bin mir sicher, dass es trotzdem sehr emotional wird.

In Bildern: 50 ehemalige Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam – und was aus ihnen wurde

Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam. ©

Zur neuen Saison werden Sie sich dem FC Bayern München anschließen.
Ja. Ich bin jetzt 27 und wollte noch einmal den nächsten Schritt machen, mich noch einmal weiterentwickeln und etwas Neues sehen. Bayern ist ein absoluter Top-Verein in Europa. Sportlich ist das ein großer Schritt. Natürlich hat auch die Nähe zu meiner Heimat eine Rolle gespielt, es war aber nicht der Hauptgrund. Ich werde Potsdam trotzdem sehr vermissen.

Mit einem Sieg am Sonntag wäre Platz 4 in der Bundesliga noch möglich. Und Sie könnten ganz nebenbei dafür sorgen, dass Sie in der nächsten Saison mit Bayern in der Champions League spielen.
Es ist ja nicht nur für mich, sondern auch für einige andere Spielerinnen das letzte Spiel für Turbine. Auch für sie wollen wir auf jeden Fall gewinnen. Das wird nicht einfach, denn Hoffenheim spielt eine gute Saison. Ob wir am Ende auf Platz 4 landen können, hängt aber auch von anderen Partien ab.

Wird es nach dem Spiel einen gemeinsamen Saisonabschluss mit der Mannschaft geben?
Ja, eine kleine interne Abschlussfeier ist geplant – so gut es unter den aktuellen Umständen eben möglich ist. Wir wollen uns alle noch einmal sehen.

Und wie geht es danach für Sie persönlich weiter?
Für mich steht nach dem letzten Spieltag erstmal der Umzug an. Danach werde ich ein paar freie Tage in der Heimat verbringen, ehe in München die Vorbereitung auf die neue Saison startet.