19. Mai 2020 / 17:50 Uhr

Sarah Zadrazil nach Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings: "Ein sehr, sehr gutes Gefühl"

Sarah Zadrazil nach Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings: "Ein sehr, sehr gutes Gefühl"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Sarah Zadrazil (l.) wird von Pauline Wimmer bedrängt.
Sarah Zadrazil (l.) verlässt den 1. FFC Turbine Potsdam im Sommer nach vier Jahren. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Die 27-jährige Österreicherin Sarah Zadrazil und ihre Mitspielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam sind am Montagabend nach knapp zwei Monaten Pause wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen und bereiten sich auf die für Ende Mai geplante Wiederaufnahme des Spielbetriebs vor.

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"Da kann man vorher Läufe machen wie man will, Fußball an sich ist eine ganz andere Belastung und das hat man bei der ersten Einheit gemerkt", sagt Sarah Zadrazil mit Blick auf das nach gut zwei Monaten Pause erste absolvierte Mannschaftstraining der Bundesliga-Fußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam. Nachdem Chefcoach Matthias Rudolph seine Spielerinnen Ende April zumindest wieder in Kleingruppen auf dem Trainingsplatz begrüßen durfte, ging es am Montagabend im Potsdamer Luftschiffhafen wieder in voller Mannschaftsstärke zur Sache - wenn auch unter strengen Auflagen.

Die Transfers der Frauen-Bundesliga.

Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. Zur Galerie
Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. ©

Umkleiden und Duschen werden weiter nicht genutzt. Die Spielerinnen kommen fertig umgezogen zum Training, müssen vorher immer Temperatur messen. Zudem trinke jede Spielerin nur aus ihrer eigenen Flasche, man achte auf die Abstandsregeln und desinfiziere sich regelmäßig die Hände. "Natürlich müssen wir das alles streng beachten, das machen wir aber gerne, weil wir dadurch den Fußball wieder so ausüben können, wie wir es gewohnt sind", sagt Sarah Zadrazil nach der Auftakteinheit, in der viele Spielformen auf dem Programm standen. "Bei mir überwiegt auf jeden Fall die Freude, dass es wieder los geht. Bedenken, dass etwas passieren könnte, habe ich nicht. Wir werden regelmäßig getestet und halten uns an die Vorschriften."

Erstmals wieder um Punkte soll es in der Frauen-Bundesliga laut Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am letzten Mai-Wochenende gehen - vorausgesetzt, die behördlichen Bestimmungen lassen das zu. "Wir bereiten uns zumindest so vor, dass wir am 29. oder 30. Mai das erste Spiel haben. Die kurze Vorbereitungszeit ist eine großen Herausforderung und nicht alle Teams haben die gleichen Voraussetzungen", weiß Sarah Zadrazil, dass der VfL Wolfsburg bereits am vergangenen Freitag ins Mannschaftstraining einstieg, der USV Jena hingegen noch immer in Kleingruppen agiert. "Aber wir versuchen das Beste aus dieser für alle ungewöhnlichen Zeit zu machen und uns optimal auf den weiteren Saisonverlauf vorzubereiten."

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In diesem stehen für die zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung mit 27 Punkten auf Tabellenplatz fünf rangierenden Potsdamerinnen noch sechs Punktspiele auf dem Programm. Hinzu kommt mindestens eine Partie im DFB-Pokal. Dort empfangen die Turbine-Kickerinnen im Viertelfinal-Heimspiel, das am 3. Juni stattfinden soll, die SGS Essen. "Vor der Saison war es ein großes Ziel von uns, im DFB-Pokal ins Finale einzuziehen", verrät Kapitänin Sarah Zadrazil, "und das ist natürlich unter den veränderten Umständen weiterhin so. Ob, wann und wo das Endspiel ausgetragen wird steht zwar noch nicht endgültig fest, ist für uns aber erstmal zweitranging - wir wollen das Finale auf jeden Fall erreichen." Geplant ist das Endspiel aktuell für den 4. Juli.

Für die österreichische Nationalspielerin, die am Wochenende den Auftakt der Männer-Bundesliga mit großem Interesse verfolgt hat ("Ich fand es cool, dass es wieder losgeht. Das Spiel an sich hat sich ja nicht geändert, eben nur die Rahmenbedingungen und da haben die Spieler meiner Meinung nach das Beste draus gemacht."), könnte das der Abschluss von vier schönen Jahren in der Landeshauptstadt werden, in der sie ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängert hat.