12. März 2019 / 14:17 Uhr

Sarah Zadrazil vor Turbines Pokal-Kracher: "Wir wollen alle nach Köln"

Sarah Zadrazil vor Turbines Pokal-Kracher: "Wir wollen alle nach Köln"

Christoph Brandhorst
Turbine-Spielerin Sarah Zadrazil mit dem Ball.
Fußballschuhe wieder da: Sarah Zadrazil ist bereit für das Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg. © Jan Kuppert
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Österreichs Fußballerin des Jahres wird am Mittwochabend auch im Viertelfinale bei Seriensieger VfL Wolfsburg den Takt im Mittelfeld von Turbine Potsdam angeben.

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Drei Stunden stand Sarah Zadrazil am späten Sonntagabend auf dem Flughafen Berlin-Tegel am Kofferband, ehe nach der Rückkehr vom Zypern-Cup, den sie mit der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft auf Platz vier abschloss, endlich ihr Gepäck um die Ecke kam. „Meine Fußballschuhe sind wieder da“, verrät die Mittelfeldspielerin vom Frauenfußball-Bundesligisten Turbine Potsdam. Schon am Mittwochabend (18 Uhr, AOK-Stadion) wird sie die wieder brauchen: Im DFB-Pokal-Viertelfinale treffen die Brandenburgerinnen auf Meister und Titelverteidiger VfL Wolfsburg.

Dem Seriensieger, der den Cup in den vergangenen vier Spielzeiten in die Autostadt holen konnte, haben die Turbinen erst Anfang Dezember beim 1:1 im Karl-Liebknecht-Stadion einen Punkt abnehmen können. Das macht Mut. „Wolfsburg ist zwar der Favorit, aber wir fahren dorthin, um zu gewinnen“, sagt Sarah Zadrazil und fügt hinzu: „Das Finale in Köln, da wollen wir alle hin.“

Die Trikots von Turbine Potsdam seit 2005

<b>Saison 2005/06 (Heimtrikot)</b> Klassisch: Im blauen Jersey mit weißen Akzenten an der Seite jubeln Ariane Hingst (l.) und die Torschützin zum 1:0, Conny Pohlers (r.), am 14. Mai 2006 beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Am Ende der Saison sprang das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg für die Turbinen heraus. Zu erwähnen sei die Tordifferenz von 115:13. Allein Conny Pohlers konnte sich mit 36 Toren zur besten Torschützin der Bundesliga krönen. Zur Galerie
Saison 2005/06 (Heimtrikot) Klassisch: Im blauen Jersey mit weißen Akzenten an der Seite jubeln Ariane Hingst (l.) und die Torschützin zum 1:0, Conny Pohlers (r.), am 14. Mai 2006 beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Am Ende der Saison sprang das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg für die Turbinen heraus. Zu erwähnen sei die Tordifferenz von 115:13. Allein Conny Pohlers konnte sich mit 36 Toren zur besten Torschützin der Bundesliga krönen. ©
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2016 kam die 26-Jährige vom US-College nach Potsdam. „Seitdem habe ich mit sehr weiterentwickelt und immer mehr Verantwortung übernommen“, betont sie. Seit dem Abgang von Kapitänin Lia Wälti im vergangenen Sommer ist sie die unumstrittene Taktgeberin im Turbine-Mittelfeld. „In dieser Saison hat sie noch einmal einen bis anderthalb Schritte nach vorn gemacht“, lobt Trainer Matthias Rudolph. Die Krönung: Vor Weihnachten wurde Zadrazil in ihrem Heimatland zur ersten Fußballerin des Jahres gewählt.

Pajor und Harder bilden Bundesliga-Top-Sturm

Nun wird es Zeit, endlich auch mit Potsdam mal eine Trophäe zu holen. Die letzte Chance darauf bietet wohl auch in diesem Jahr der DFB-Pokal. Dort wartet nun die höchstmögliche Hürde. „Wir dürfen uns nicht verstecken, müssen mutig sein, dürfen hinten aber auch wenig zulassen“, sagt Sarah Zadrazil. Wenn der Bundesliga-Top-Sturm um Ewa Pajor (17 Tore) und Pernille Harder (13 Tore) ins Rollen kommt, wird ihre Zweikampfstärke besonders gefragt sein. „Sarah gewinnt viele Bälle und spielt inzwischen auch sehr gut nach vorne“, weiß Matthias Rudolph um die Vorzüge seiner Spielmacherin. „Sie ist total wichtig für uns, eine klare Führungsspielerin.“ Eine, die am Mittwochabend auf dem Platz vorangehen muss. „Es ist ein Spitzenspiel. Und im Pokal ist alles möglich“, sagt Zadrazil optimistisch. Ihr Trainer ergänzt: „Wenn der Erste gegen den Dritten spielt, ist die Vorfreude groß. Die Spannung steigt langsam.“ Die Tagesform werde entscheiden, glaubt Rudolph, das sei schon im Bundesliga-Hinspiel im Dezember so gewesen, als beide eine gute Verfassung an den Tag legten.

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Der bevorstehende Wechsel von Turbine-Kapitänin Svenja Huth nach Wolfsburg bringt zusätzliche Brisanz in die Partie. „Wenn eine Spielerin geht, die hier zu internationaler Klasse aufgeblüht und noch dazu Kapitänin ist, ist es doch klar, dass man traurig ist. Aber dass Spielerinnen woanders hingehen, ist legitim“, sagt Matthias Rudolph, der nicht glaubt, dass der Transfer im Pokalspiel eine Rolle spielt: „Wenn Anstoß ist, ist das wieder raus aus dem Kopf.“

Sarah Zadrazil, die ihren Vertrag bereits Ende 2017 vorzeitig bis 2020 verlängert hatte, wird dann künftig noch mehr Verantwortung zukommen. „Ich hoffe natürlich, dass meine Entwicklung so weitergeht“, sagt sie. Gleiches gilt für den Weg im DFB-Pokal – an dessen Ende wartet das Finale in Köln.

Gina Chmielinski ist wieder fit

Zwar muss Turbine-Trainer Matthias Rudolph im Pokal-Schlager beim deutschen Frauenfußball-Branchenprimus auch weiterhin auf die verletzten Wibke Meister und Lena Petermann verzichten, zwei positive Nachrichten gibt es dennoch. Erstens: Alle Nationalspielerinnen sind fit von ihren Auswahlteams zurückgekehrt. "Die Arbeit im Training war zwar schwierig, weil kaum welche da waren, aber wir haben viel im individuellen Bereich getan. Und Wolfsburg ging es ja vermutlich ähnlich", so Rudolph. Zweitens: Mittelfeldspielerin Gina Chmielinski wird gegen Wolfsburg ins Aufgebot zurückkehren.

Auch beim VfL gibt es vermutlich ein Comeback: Nationalkeeperin Almuth Schult hat ihre Masern-Erkrankung auskuriert, stand zuletzt schon bei der Reserve zwischen den Pfosten und könnte pünktlich zum Pokal-Hit gegen die Brandenburgerinnen ins Wolfsburger Gehäuse zurückkehren.

In Bildern: Trainingsauftakt 2019 bei Turbine Potsdam

Co-Trainer Dirk Heinrichs versammelt die Turbinen erstmals in 2019 zum Training auf dem Platz. Zur Galerie
Co-Trainer Dirk Heinrichs versammelt die Turbinen erstmals in 2019 zum Training auf dem Platz. © Christoph Brandhorst

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