31. Januar 2020 / 12:13 Uhr

Saulius Tonkunas von der HSG Exten-Rinteln im Interview: "Es wird verdammt schwer für die HSG"

Saulius Tonkunas von der HSG Exten-Rinteln im Interview: "Es wird verdammt schwer für die HSG"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Saulius Tonkunas spricht im Interview über den Umbruch bei der HSG Exten-Rinteln. 
Saulius Tonkunas spricht im Interview über den Umbruch bei der HSG Exten-Rinteln.  © archiv
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Die Nachricht hat in der Schaumburger Handballwelt in der vergangenen Woche eingeschlagen wie eine Bombe: Der Regionsoberligist HSG Exten-Rinteln lässt den Vertrag des Trainers Saulius Tonkunas auslaufen und plant ab der nächsten Saison einen großen Umbruch. Viele Spieler hatten angekündigt, den Verein ebenfalls verlassen zu wollen. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER Schaumburg sprach Tonkunas über seine Sicht.

Herr Tonkunas, nach 10 Jahren als Trainer bei HSG Exten-Rinteln wird der Vertrag am Saisonende nicht verlängert. Wie haben Sie die Entscheidung aufgenommen?

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Ich hatte in den vergangenen Wochen und Monaten schon so ein Gefühl, dass der Vorstand nicht mehr voll hinter mir steht. Es wurde sich noch nicht um Neuzugänge gekümmert und auch mit unseren Spielern wurde nicht über deren Zukunft gesprochen.

Was glauben Sie, waren die Gründe für die Trennung?

Das würde ich auch gerne wissen. Anscheinend traut man mir nicht zu, junge Spieler in die Mannschaft einzubauen. Am Anfang der Saison haben A-Junioren-Spieler mittrainiert, leider fehlte bei ihnen aber der nötige Ehrgeiz. Wir hatten extra drei Plätze im Kader freigelassen. In Absprache mit A-Jugend-Trainer Frank Petri sollten fünf Jungs um die drei Plätze kämpfen. Wenn ich als Jugendspieler aber in die erste Herrenmannschaft will, muss ich vollen Einsatz zeigen, jede Trainingseinheit voll mitziehen und ich kann nicht gleich erwarten, 60 Minuten Spielzeit zu haben.

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Die Vorgeschichte

Glauben Sie, dass die HSG nach den Abgängen im Fall des Aufstiegs in die Landesliga eine spielfähige Mannschaft stellen kann ?

Ich glaube, dass es verdammt schwer wird. Wichtige Leistungsträger verlassen den Verein. Die Jugendspieler sind spielerisch und körperlich noch nicht so weit, dass sie bei den Senioren gleich Fuß fassen können. Der Sprung in den Herrenbereich ist hart. Wenn Sie sich die Mannschaften in der Regionsoberliga ansehen, glaube ich nicht, dass die verbleibenden Spieler, aufgefüllt mit A-Jugendlichen eine Chance auf den Klassenerhalt haben.

Ihre Mannschaft hat am vergangenen Wochenende eine starke Reaktion auf die Nachricht gezeigt und mit 41:18 gewonnen. Was ist in dieser Saison jetzt noch drin? Aktuell sind sie Tabellenführer.

Die Nachricht hat die Mannschaft noch mehr zusammengeschweißt. Wir wollen jetzt unbedingt Meister werden und den Zuschauern weiter guten Handball zeigen. Das Team ist völlig intakt. Schade, dass wir den Weg nicht weiter gehen können. Die Jungs haben Spaß am Handball und jeder Jugendspieler der mitziehen will, ist weiter herzlich willkommen. Die Jugend kann von den erfahrenen Spielern viel lernen.

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Wie sieht ihre Zukunft aus?

Ich habe mehrere Angebote, die ich jetzt nach und nach prüfe. Wer mich kennt, der weiß, ich lebe für den Handball. Ich wünsche der HSG für die Zukunft alles Gute.

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