23. Juni 2021 / 20:51 Uhr

SC DHfK Leipzig beißt sich aus dem Tief - 24:21-Sieg im letzten Heimspiel der Saison

SC DHfK Leipzig beißt sich aus dem Tief - 24:21-Sieg im letzten Heimspiel der Saison

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Hatte einen schweren Stand: Leipzigs Martin Larsen, hier attackiert von Nils Torbrügge (3) und Philipp Vorlicek (22).
Hatte einen schweren Stand: Leipzigs Martin Larsen, hier attackiert von Nils Torbrügge (3) und Philipp Vorlicek (22). © Picture Point
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Corona-Rekordkulisse, schwierige erste Hälfte, ganz viel Gefühl und ein starker Schlussspurt: Die letzte Heimpartie des SC DHfK Leipzig in der aktuellen Bundesliga-Saison bot noch einmal alles, was Handball ausmacht. Schließlich bezwangen die Grün-Weißen die HSG Nordhorn-Lingen verdient.

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Leipzig. Der SC DHfK Leipzig hat sich standesgemäß von seinem Heimpublikum verabschiedet. Der Handball-Bundesligist bezwang am Mittwochabend die HSG Nordhorn-Lingen mit 24:21 (11:12). Bis die zwei Punkte auf dem Konto waren, mussten die Hausherren allerdings eine lange und schwierige Phase überwinden, aus der sie sich vor der Corona-Rekordkulisse von 1863 Zuschauern erst in den Schlussminuten regelrecht herausbissen. Mit dem Sieg rückten die Messestädter auf Tabellen-Platz sechs vor, weil Konkurrent MT Melsungen gegen die Füchse Berlin verlor.

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"Ich freu mich riesig für die Mannschaft. Dramaturgisch hätte es nicht besser sein können. Wir haben viele Bälle verschossen, aber sind zum Ende des Spiels zum Glück nochmal besser in das Spiel reingekommen", kommentierte DHfK-Coach André Haber. "Es war ein unglaubliches kämpferisches Spiel, das beide Mannschaften geliefert haben. Es war ein besonderes Heimspiel und ich bin stolz auf alle Zuschauer." Sein Gegenüber Daniel Kubes sprach ähnlich über seine Sieben: "Wir haben für unsere Verhältnisse sehr gut gespielt, am Ende hat es aber leider nicht ganz gereicht. Dennoch bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft."

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Die Leipziger Handballer setzen sich gegen Nordhorn knapp durch. Zur Galerie
Die Leipziger Handballer setzen sich gegen Nordhorn knapp durch. ©

Keine Tore aus dem Rückraum

Man wolle noch einmal alles reinwerfen, voll durchziehen, hatte Coach André Haber vorab angekündigt. Die erste Halbzeit entsprach dieser Vorgabe allerdings so gar nicht. Nach passablem Beginn und 4:1- sowie 7:3-Führung (9. und 14. Minute) war der Faden weg, ließen sich die Hausherren beeindrucken von der aggressiven Herangehensweise der Gäste. Die hatten bereits nach einer reichlichen Viertelstunde vier Zeitstrafen auf dem Konto, agierten in der Abwehr über weite Strecken mit offensiver 4-2-Deckung.

Nicht ins Spiel kam vor allem der Rückraum der Grün-Weißen. Nicht einen einzigen Treffer markierten Philipp Weber, Martin Larsen, Luca Witzke und Co. in der ersten Halbzeit, die schließlich sogar mit einem 11:12-Rückstand endete. "Wir haben vorne viel zu viele Chancen liegen gelassen", monierte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther denn auch zur Pause. "Hier müsste es eigentlich 18:12 stehen. Das ist schade, weil wir uns viel vorgenommen hatten. Das müssen wir jetzt alles in die zweite Halbzeit packen." Wie laut es wohl angesichts dessen in der Kabine wurde? Haber schritt jedenfalls betont langsam, mit auf dem Rücken verschränkten Händen vom Parkett in Richtung seines in den Katakomben wartenden Teams, fast so, als würde er schon mal Luft holen.

Starke Schlussphase

Welche Worte auch immer er schließlich gefunden hatte, sie verfehlten ihre Wirkung zunächst. Zwar schaffte Larsen in der 36. Minute das erste Tor aus dem Rückraum, allerdings liefen die Gastgeber da bereits einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Und der hatte lange Bestand. Denn weiterhin waren zahlreiche der grün-weißen Wurfentscheidungen übereilt, sorgte Nordhorn mit seiner stets unangenehmen Deckung für Unruhe. Erst rund acht Minuten vor Ultimo gelang Lucas Krzikalla der umjubelte Anschluss zum 19:20. Und dann war es ausgerechnet Weber, in seinem letzten Heimspiel nach sieben Jahren SC DHfK, der den Ausgleich markierte - im Übrigen sein erstes Tor in dieser Partie.

Die Arena stand Kopf, die Stimmung war im genau richtigen Moment auf dem Siedepunkt. 1863 Fans standen, schrien, klatschten. Jetzt war alles Emotion. Keeper Joel Birlehm parierte, hielt sein Team im Spiel. 75 Sekunden vor Ultimo stand ein 22:21 zu Buche. 45 Sekunden später ein 24:21. Es war der Sieg. Ein schwer erarbeiteter, einer auf der letzten Rille, einer, der wie kein anderer steht für die DHfK-Saison.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Saeveras; Birlehm; Witzke (1); Krzikalla (7/3); Binder (4); Larsen (3); Roscheck (1); Weber (1); Mamic; Remke; Gebala (3); Milosevic (1); Esche (3); Hopfmann; Heitkamp; Gansau.

Nordhorn: Ravensbergen; Buhrmester; Torbrügge (1); Leenders; Weber (5/3); Mickal (1); Miedema (1); Stegefelt (4/3); Terwolbeck (2); Zare; Vorlicek (6); Visser; Possehl; Pöhle (1).

Siebenmeter: Leipzig 3/5; Nordhorn 6/8.

Zeitstrafen: Leipzig 3; Nordhorn 5.