20. November 2021 / 11:57 Uhr

SC DHfK Leipzig ersatzgeschwächt am Kreis: Gegen Melsungen werden Helden geformt

SC DHfK Leipzig ersatzgeschwächt am Kreis: Gegen Melsungen werden Helden geformt

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Hendrik Hanemann sprang zuletzt zwei Mal am Kreis ein – und wird dies wieder tun.
Hendrik Hanemann sprang zuletzt zwei Mal am Kreis ein – und wird dies wieder tun. © PICTURE POINT
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Der SC DHfK Leipzig will den dritten Heimsieg in Folge holen, doch bangen die Grün-Weißen vor dem Heimspiel am Sonntag gegen die MT Melsungen um ihre Kreisläufer. Muss erneut Youngster Hanemann wieder einspringen und es richten?

Leipzig. Die MT Melsungen hat einen überragenden Kader, der in der Theorie für den Kampf um die Tabellenspitze der Handball-Bundesliga ausreichen sollte. Ein namhafter Spieler jagt bei den Hessen den nächsten, rund die Hälfte der Mannschaft war bereits Nationalspieler oder ist es. Doch mit 10:10 Punkten steht das Team von Neu-Coach Roberto Garcia Parrondo im Mittelfeld – knapp hinter dem SC DHfK, der auf 11:9 Zähler kommt.

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Einsatz von Milosevic unklar

Aufgrund des holprigen Saisonstarts der Gäste, die seit Jahren einen roten Drachen als Maskottchen präsentieren, sollten sich die Sachsen am Sonntag (16 Uhr/Sky) auf keinen Fall in Sicherheit wähnen. Dem ist sich auch DHfK-Trainer André Haber bewusst. „Sie verfügen über sehr gute Individualisten“, weiß der 35-Jährige. Neben etablierten Bundesliga-Größen wie Julius Kühn, Silvio Heinevetter oder Kai Häfner sollen auch neue Sterne bei der MT Melsungen ihr volles Potenzial entfalten. Einer von ihnen ist der Portugiese Andre Gomes. „Ein Spieler mit dem X-Faktor, der noch nicht zu 100 Prozent in der Bundesliga angekommen ist – diese Liga aber ganz sicher mit seiner Art bereichern wird“, prophezeit der Leipziger Chefstratege und fügt hinzu: „Aber bitte erst ab Montag.“

Unter dem neuen Trainer habe sich beim Sonntag-Gegner einiges verändert. „Sie verteidigen sehr kompakt, legen ein großes Augenmerk auf ihre Deckungsarbeit“, berichtet Haber von den Videoanalysen der vergangenen Tage. Dennoch zeigt sich der Coach selbstbewusst, dass seine Mannschaft die Defensive knacken kann. „Ich bin sehr gespannt, wie wir dagegenhalten können. Wir haben aus dem letzten Heimspiel guten Rückenwind mitgenommen, spielen im Angriff sehr kreativ, egal was uns die Gegner entgegenstellen.“

Eine Schwachstelle könnte die Sachsen auf dem Weg zum dritten Heimsieg in Serie stoppen: Das Problem auf der Kreisläuferposition. Kapitän Alen Milosevic hatte gegen Wetzlar und Hannover gefehlt, war zuvor beim Training umgeknickt. Inzwischen ist der 31-Jährige zurück im Team, bereitet sich intensiv auf das Spiel vor. Ob er auf die Platte darf, ist allerdings noch offen. Haber versichert, dass sein Kapitän „unbedingt spielen will“, den richtigen Kampfgeist habe – die Entscheidung könne aber erst am Spieltag fallen. Gewissheit herrscht hingegen bei seinem Positionskollegen Maciej Gebala, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Trotz Impfung und keiner Symptome darf der polnische Nationalspieler definitiv nicht spielen, befindet sich in häuslicher Quarantäne.

„Die Feuertaufe des Hanemann“

Für Milosevic war in der vergangenen Woche Hendrik Hanemann aus dem Nachwuchs in den Kader gerückt, er hatte gegen die HSG zwei Tore erzielt und zweifelsfrei sein Talent bewiesen. Sollten beide Profis ausfallen, läge eine enorme Verantwortung auf ihm, denn auch Mika Sajenev, der sich in der vergangenen Saison als großes Talent bewiesen hatte, fehlt wegen eines Mittelhandbruchs.

„Beim letzten Mal ist Kristian Saeveras für uns zum Held geworden. Das hat uns sehr geholfen – mal gucken, wer es am Sonntag wird“, so Haber. „Tolles Milosevic-Comeback“ oder „Die Feuertaufe des Hanemann“ wären auf jeden Fall gute Titel für eine Heldengeschichte.