30. August 2020 / 17:52 Uhr

SC DHfK Leipzig hält gegen Weltklasse-Team aus Kielce gut mit

SC DHfK Leipzig hält gegen Weltklasse-Team aus Kielce gut mit

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Handball Testpiel DHfK - KielceHandball Testpiel DHfK - Kielce
Oft gefragt war Leipzigs Schlussmann Kristian Sæverås. © Alexander Prautzsch
Anzeige

Zwar verliert der SC DHfK sein drittes Testspiel gegen Champions-League-Teilnehmer Vive Kielce mit 29:32, doch präsentieren sich die Leipziger sehr gut. Als nächstes testen die Grün-Weißen am kommenden Samstag gegen die Füchse Berlin.

Anzeige

Leipzig. Die Leipziger DHfK-Handballer haben im dritten Testspiel der langen Saisonvorbereitung ihre erste Niederlage kassiert. Diese kam insofern nicht überraschend, weil die Grün-Weißen am Sonntag vor 500 Zuschauern in der Arena gegen das Weltklasse-Team von KS Vive Kielce antraten. Zur Pause führte der Bundesligist 14:13, danach legten die Polen einen Gang zu, die Sachsen unterlagen am Ende 29:32. Der nächste Heim-Test findet am Sonnabend (17 Uhr) gegen die Füchse Berlin statt, noch gibt es einige der dann 999 Tickets.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur knappen Leipziger Niederlage

Der SC DHfK Leipzig verlor am 30. August 2020 das Testspiel gegen Vive Kielce knapp mit 29:32. Die Leipziger präsentierten sich gegen den Champions-League-Teilnehmer sehr gut. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verlor am 30. August 2020 das Testspiel gegen Vive Kielce knapp mit 29:32. Die Leipziger präsentierten sich gegen den Champions-League-Teilnehmer sehr gut. ©

Ein Testspiel gegen einen gestandenen Champions-League-Teilnehmer wie Kielce bedeutet natürlich Prestige für die aufstrebenden Messestädter. Ging es am Freitag sowie vor Wochenfrist bei den ersten beiden Sommer-Heimsiegen gegen die Zweitligisten Elbflorenz Dresden und EHV Aue noch gemäßigter und ein wenig undisziplinierter zu, ist gegen den polnischen Erstligisten von Anfang an Feuer drin. Ein hohes Tempo und eine engagierte Zweikampführung auf der Platte bescheren den treuen Fans trotz der Corona-Auflagen ein intensives Handballspiel. Auch beide Trainer haben sichtlich „Puls“ und nehmen dieses Match sehr ernst.

In Halbzeit zwei zieht Kielce an

DHfK-Coach André Haber steht ununterbrochen an der Linie und weist seine Schützlinge an. Und tatsächlich: Die Gastgeber können gegen den Final-Four-Teilnehmer der Königsklasse von 2019 sehr gut mithalten, führen verdient zur Pause.

Im zweiten Durchgang ziehen die Gäste das Tempo an und präsentieren ihre international erprobte Klasse. Der 29:32-Endstand resultiert auch aus guten Paraden des deutschen Nationalkeeper Andreas Wolff im Kielce-Tor, der mehrmals Würfe der DHfK-Angreifer entschärft. Dennoch kann Haber mit dem Auftritt seiner Mannschaf zufrieden sein.

Mehr zum SC DHfK Leipzig

Für zwei Handball-Hünen hat die Testpartie neben Abläufe einstudieren und Spielpraxis sammeln noch anderen Wert: Die Brüder Gebala stehen sich in unterschiedlichen Trikots gegenüber. Der Leipziger Maciej (26), zwei Meter hoch, empfängt sein zwei Jahre jüngeres, jedoch stolze 12 Zentimeter größeres "Brüderchen" Tomasz (24). Viele Berührungspunkte auf der Platte haben die beiden Polen aber nicht.

Schnelles Umdenken muss her

Die grünen Trikots der Anhänger sitzen übrigens mit sichtlichem Abstand auf den Rängen und lassen die Klatschpappen lautstark durch die Arena Leipzig hallen. 500 Fans reichen, um den berüchtigten Leipziger Hexenkessel auch in Pandemie-Zeiten nicht nur zu erahnen, sondern tatsächlich aufleben zu lassen. DHfK-Manager Karsten Günther hofft, in Zukunft „50 Prozent Auslastung“ der Halle zu erreichen, also zu den im Oktober beginnenden Bundesligaspielen gut 2500 Zuschauern die Chance zu geben, Klasse-Handball zu erleben. „Das muss aber immer im Einklang mit der aktuellen Pandemie-Situation sein. Sollte es in Leipzig höhere Pandemiezahlen geben, sollen auch weniger Menschen in die Arena.“

Karsten Günther und die anderen Bundesligisten möchten jedoch nicht nur der Stimmung wegen Fans in die Handball-Arenen der Nation lassen. „Aktuell habe ich das Gefühl, wir werden teilweise als verzichtbares Luxusgut angesehen. Das sind wir aber nicht, da muss schnell ein Umdenken her“, fordert 39-Jährige und erklärt: „Es geht im Sport um Millionen Arbeitsplätze und um ganz wichtige gesellschaftliche Institutionen, die für Zusammenhalt, Integration, Identifikation wichtig sind.“