07. Juni 2020 / 19:15 Uhr

SC DHfK Leipzig-Handballer Niclas Pieczkowski noch ohne neuen Vertrag

SC DHfK Leipzig-Handballer Niclas Pieczkowski noch ohne neuen Vertrag

Christian Dittmar
Leipziger Volkszeitung
Pieczkowski
Die Zukunft von Niclas Pieczkowski beim SC DHfK hängt am seidenen Faden. © Christian Modla
Anzeige

Niclas Pieczkowski möchte gerne bleiben und DHfK-Manager Karsten Günther will ihn halten. Einem neuen Vertrag sollte also nichts im Weg stehen oder? Leider doch, denn aufgrund der Corona-Krise müssen die Grün-Weißen sparen. Für einen Verbleib müsste der Rückraumspieler wohl auf einen Teil seines Gehalts verzichten.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Er ist einer der meistdekorierten Spieler beim SC DHfK und doch ist derzeit völlig unklar, ob Niclas Pieczkowski (30) über den 30. Juni hinaus bei den Grün-Weißen spielen kann. „Ich würde gerne in Leipzig bleiben“, sagt der Handball-Europameister von 2016. Auch DHfK-Manager Karsten Günther betont, dass man gerne weiter mit „Pietsche“ zusammen arbeiten würde.

Allein, es hakt an der wirtschaftlichen Situation. Wegen der Corona-Krise müssen die Leipziger wie alle Clubs sparen, sodass die Situation des Rückraumspielers völlig offen ist. Darum wurde Pieczkowski, der im Winter sein Comeback nach langer Schulterverletzung feierte, nicht offiziell verabschiedet.

Mehr zum SC DHfK

„Es kann mal ganz schnell gehen, wenn sich einer unserer Spieler verletzt oder in den wirtschaftlich schweren Zeiten woanders besser aufgehoben fühlt“, sagt Günther. Mit anderen Worten: Das Thema Gehaltsverzicht wird erneut auf die Tagesordnung rücken. Sollte ein Leistungsträger ein besseres Angebot erhalten, könnte ein Platz im Rückraum frei werden.

Pieczkowski kein Einzelfall

Einen neuen Verein hat Niclas Pieczkowski noch nicht gefunden, was zum Großteil an der Krise liegt. „Das ist schon eine schwierige Situation, auch für meine Familie“, erklärt der Blondschopf. Wenn er weiterhin keinen Vertrag findet, will sich Pieczkowski ab dem 1. Juli arbeitssuchend melden.

Mit seinem Schicksal steht der gebürtige Hagener nicht allein, aktuell suchen einige namhafte Bundesliga-Profis einen neuen Verein. Ein großes generelles Problem beschreibt der frühere Bundesliga-Profi und jetzige Berater Erik Göthel, der auch Pieczkowski betreut. „Wenn einige Spieler auf 40 Prozent ihres Gehalts verzichten müssen, müssten sie sich vielleicht einen zweiten Job suchen“, sagte der Leipziger Göthel im Talk von „Sport im Osten“. Und: „Alle sitzen in einem Boot. Es geht um die Existenz des Profi-Handballs in Deutschland.“

Mit Frank Schober