02. Februar 2020 / 17:46 Uhr

SC DHfK Leipzig macht HC Erlangen nass: Arena Leipzig tropft wieder

SC DHfK Leipzig macht HC Erlangen nass: Arena Leipzig tropft wieder

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Der SC DHfK Leipzig um Spielmacher Philipp Weber gewann gegen den HC Erlangen mit 26:21.
Der SC DHfK Leipzig um Spielmacher Philipp Weber gewann gegen den HC Erlangen mit 26:21. © Christian Modla
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Das Team von Trainer André Haber ließ sich auch von den teils widrigen Bedingungen in der Arena Leipzig nicht aus der Ruhe bringen und gewann gegen vor allem in der zweiten Spielhälfte schwache Gäste aus Erlangen mit 26:21.

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Leipzig. Handball ist Hallensport. Wind und Wetter toben draußen, der Boden ist pflegeleicht, der Ball kann vernünftig geprellt werden. Beim SC DHfK Leipzig in der Arena Leipzig gelten andere Gesetze. Der Ball bleibt rund, die Tore eckig, aber Trockenheit kann nicht garantiert werden. So tropfte es beim 26:21 (13:11)-Sieg gegen den HC Erlangen den Torhütern auf den Kopf. Der Dauerregen hatte eine neue Schwachstelle im Dach der Arena Leipzig aufgetan.

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Wichtiger Heimsieg für den SC DHfK Leipzig: Die Grün-Weißen gewannen gegen den HC Erlangen mit 26:21. Zur Galerie
Wichtiger Heimsieg für den SC DHfK Leipzig: Die Grün-Weißen gewannen gegen den HC Erlangen mit 26:21. ©
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Fünf Nationalspieler hatten die Bundesligisten vom SC DHfK bei der Handball Europameisterschaft gestellt. Die Rückrundenvorbereitung hatte Trainer André Haber fast ohne sie auskommen müssen und seine EM-Fahrer sicher schmerzlich vermisst. Wie sehr die Fans ihre Helden in der spielfreien Zeit vermisst haben, machten die über 4800 Zuschauer am Sonntag in der Arena deutlich. Die Arena Leipzig so laut wie nur sehr selten, der Jubel für die Nationalspieler ohrenbetäubend.

Kugelstoß-Weltmeister David Storl feuert seine Farben an

Einer der begeisterten Fans am Sonntag war Vereinskollege und Kugelstoß-Weltmeister David Storl, der den EM-Spielern persönlich gratulieren wollte und viel Erfolg für das erste Spiel des neuen Jahrzehnts wünschte. „Der SC DHfK ist ein Team. Wir unterstützen uns gegenseitig. Ich bin immer gerne hier“, so Storl. Das Hinspiel hatten die Leipziger beim HC Erlangen 22:25 verloren. Die Revanche hatten sich alle fest vorgenommen, die Motivation der Grün-Weißen stimmte von Beginn an, schwappte auf die Ränge über.

Aufreger nach zwei Minuten: Nationalspieler Philipp Weber stieg im Rückraum zu seinem ersten Wurf hoch. Sebastian Firnhaber griff deutlich in den Wurfarm, riss den Nationalspieler zu Boden – der 25-Jährige erhielt später eine weitere Zeitstrafe, sah kurz vor Schluss glatt rot. Die Zeitstrafe nutzte Leipzig kaum. Holte lediglich einen Siebenmeter in der Überzahlsituation, Lucas Krzikalla verwandelte. Nur drei Minuten stand er erneut allein vor Keeper Nikolas Katsigiannis, blieb eiskalt, traf erneut. Auch die zweite Zeitstrafe der Gäste nutzte der SC DHfK aber nur für einen Treffer. Ging so zumindest mit 4:2 in eine frühe Führung.

Nach einer Zeitstrafe für Bastian Roschek kam Erlangen schnell heran. Schlimmeres verhinderte Torwart Jens Vortmann für die Hausherren. Die Nummer eins hielt einen Ball nach dem anderen, brachte zielgenaue Pässe nach vorne, ermöglichte gute Konter. Hellwach auch Vize-Europameister Marko Mamic, der in der Defensive hart arbeitete, Chancen verhinderte, teilweise zu hart eingriff und gelb kassierte. Richtig absetzen konnten sich die Leipziger dennoch nicht. Erlangen lässt nur wenig Platz am Kreis und den Leipzigern nur wenige Chancen.

Hallendach erneut undicht

Spielunterbrechung in der 25. Minute: Torwart Vortmann tropfte es auf den Kopf. Der Dauerregen auf das Hallendach hatte eine neue Schwachstelle aufgetan – bekannte Probleme, neues Leck. Zur Belustigung der Zuschauer schallte „It‘s raining men“ aus den Lautsprechern. Eine Lösung war jedoch nicht in Sicht. Vortmann erhielt ein Handtuch, wischte alle zwei Minuten kurz durch. Irritieren ließ sich der Vollprofi davon nicht, hielt weiterhin erstklassig. Mit einer umkämpften 13:11-Fühurng ging es in die Halbzeit.

Diskussionen und Gespräche in der verlängerten Halbzeit. Wie geht‘s weiter mit dem Leck nach dem Seitenwechsel? Der Regen hörte nicht auf, das Dach ließ sich nicht reparieren, ein Eimer keine Option. Spielabbruch? Nein, Keeper Katsigiannis erhielt Unterstützung von zwei Helfern, die in jeder kleinen Pause durchwischten – Begeisterung sieht anders aus. Die Fans störte es nicht. Sie erlebten schnellen und treffsicheren Handball der Leipziger, die nur wenige Minuten nach Anpfiff bereits 18:13 in Führung gingen. So deutlich blieben die Leipziger nicht lange in Führung, gefährlich wurden ihnen die Gäste aber nicht mehr. Der SC DHfK blieb zu jedem Zeitpunkt mindestens drei Tore in Führung, aus dem Rückraum weiter torgefährlich, Vortmann weiter eine Wand, sogar bei Siebenmetern. Die Hausherren spielten – im Vergleich zu ihrer Arena – die Partie solide zu Ende. 26:21 der Endstand im ersten Spiel des Jahrzehnts. Verdiente Punkte für ein gelungenes Spiel.

Die Stimmen zum Spiel

Jens Vortmann: "Die Abwehr war heute die Grundlage zum Sieg. Wir waren immer aggressiv, haben immer den Ballführenden attackiert und so den Gegner zu Fehlern gezwungen. Die Sache mit dem Hallendach ist ärgerlich, zumal es nicht das erste Mal passiert ist. Ich bin froh, dass wir das Spiel beenden konnten. Aber es muss endlich was passieren."

Adalsteinn Eyjolfsson: "Glückwunsch an Leipzig. Wir haben ein starkes Abwehrspiel gezeigt, haben Fehler provoziert und den Ball immer wieder gewonnen. Das gilt aber auch für die andere Seite. Leipzig hat den Ball aber insgesamt besser gehalten, war sicherer und hat die Gegenstöße gut ummgesetzt. Jens Vortmann hat außerdem viele gute Chancen noch geklärt."

André Haber: "Wir wollten über gute Abwehrarbeit in unser Tempospiel kommen. Das hat sehr gut geklappt. Jens war gut drin, hat viele wichtige Bälle gehalten. Dadurch kamen wir gut in das Tempospiel, das in der Arena einfach gut aussieht. Es war eine tolle Stimmung, nach einem Monat Pause hat uns das getragen......Wir sind im Angriff teilweise ins Stocken geraten. Das ist aber nicht weiter schlimm gewesen, weil wir hinten so sicher standen. Kompliment an die Mannschaft, die über 60 Minuten ihre Spiel von vorne Weg gut durchgezogen hat.....Dankeschön an HC Erlangen. Es ist bei uns wieder nass geworden. Erst bei uns am Tor, nach dem Seitenwechsel dann bei ihnen. Da hätte Erlangen die Möglichkeit gehabt, sich quer zu stellen oder Theater zu machen. Das haben sie nicht gemacht. Sie haben sich mehr als sportlich verhalten. Hier soll Handball gespielt werden. Hier sollen sich die Mannschaften messen in der stärksten Liga der Welt, da gehören sinnlose Unterbrechung nicht dazu."

Philipp Weber: "Ich bin ganz schön erledigt und merke, dass ich noch nicht wieder zu 100 Prozent da bin, körperlich. Trotzdem habe ich heute alles gegeben. In manchen Situation ist das gut gelaufen, manchmal eben auch nicht so - da müssen wir in den nächsten Wochen das Zusammenspiel weiter herstellen. Meine guten Chancen habe ich natürlich genommen, aber ich habe heute häufiger auch versucht den Ball abzugeben. "

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