11. Oktober 2020 / 15:14 Uhr

SC DHfK Leipzig bleibt in der Bundesliga ohne Niederlage

SC DHfK Leipzig bleibt in der Bundesliga ohne Niederlage

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Am Ende sollte es zwar nicht für einen Sieg der Leipziger reichen, dennoch bleiben die Grün-Weißen ungeschlagen. © Christian Modla
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Es war ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Am dritten Spieltag der Handball-Bundesliga trennten sich der SC DHfK Leipzig und die Füchse Berlin mit 24:24. Philipp Weber hatte den Sieg in der Hand, scheiterte jedoch mit einem schwierigen Wurf aus der Distanz.

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Leipzig. Der SC DHfK Leipzig ringt tollwütigen Füchsen Berlin am Sonntagmittag mit 24:24 (10:13) einen Punkt ab. Der Druck auf den Grün-Weißen war groß, es galt eine Tabellenführung zu verteidigen. Die Füchse kamen mit Schaum vor dem Mund nach Leipzig und wollten sich nach der deutlichen Niederlage gegen Magdeburg unbedingt von einer besseren Seite zeigen. Es reichte nur für ein Unentschieden.

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Der SC DHfK hatte nach den ersten Erfahrungen aus dem Heimspielauftakt gegen Ludwigshafen an ein paar Stellschrauben gedreht. Die Schlangen im gastronomischen Bereich sollten reduziert werden, das Verlassen der Arena nach Abpfiff noch schneller ablaufen. Im Gegenzug zeigten sich die Leipziger Fans am Sonntag erneut von ihrer besten Seite. 2041 vorbildlich maskierte Zuschauer brachten die Halle zum Beben und unterstützten ihre Mannschaft lautstark.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Unentschieden der Leipziger

Der SC DHfK Leipzig und die Füchse Berlin trennen sich leistungsgerecht mit 24:24. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig und die Füchse Berlin trennen sich leistungsgerecht mit 24:24. ©

Die Hausherren kamen trotzdem nur schwer in die Partie. Immer wieder scheiterte die Mannschaft von André Haber an Keeper Dejan Milosavljev oder gab den Gästen durch technische Fehler die Möglichkeit auf schnelle Konter.

Viele technische Fehler

Beim Zwischenstand von 2:5 rissen sich die Hausherren endlich zusammen und kamen mit besserem Tempospiel wieder auf 6:7 heran. Füchse-Coach Siewert zog eine Auszeit, wollte den Vorsprung wieder ausbauen.

Stattdessen griff Jacob Tandrup Holm dem Neu-Leipziger Martin Larsen bei einem Konter ins Gesicht, kassierte sofort die rote Karte und die entsprechende Zeitstrafe. Der SC DHfK spielte in Überzahl erneut eine aggressive Deckung, die sich bezahlt machte. Marko Mamic fischte einen Ball aus der Luft, spielte über Torgarant Philipp Weber auf Lukas Binder, der das 8:8 sicherte.

Wenig später gelang den Leipzigern erstmals die Führung – diese war allerdings nur von kurzer Dauer. Coach André Haber forderte in seiner folgenden Auszeit: „Das ist doch Scheiße! Wir müssen nur die Fehler weglassen und schon führen wir hier mit 2 bis 3 Toren.“ Das gelang den Grün-Weißen zu selten. Weitere technische Fehler kosteten die Führung und sorgten für ein 10:13 zur Pause.

Faires Ergebnis

Mit zwei schnellen Treffern von Binder und Kapitän Alen Milosevic kamen die Hausherren sofort auf 12:13 heran. Ein Foul von Nationalspieler Paul Drux sicherte den Ausgleich in der 33. Minute, denn Lucas Krzikalla verwandelte auch gegen die Füchse alle vier Siebenmeter. Damit steht die Strafwurf-Maschine nach drei Spielen bei 100 Prozent Trefferquote und auch aus dem Spiel gelangen Krzikalla mehrere starke Abschlüsse.

Mit weniger Fehlern auf beiden Seiten entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Beim 19:18-Zwischenstand kassierte Eigengewächs Julius Meyer-Siebert eine schmerzhafte Zeitstrafe, die in drei Gegentreffern in Folge resultierte. Das Ergebnisse korrigierte erneut Rechtsaußen Krzikalla, der zwei Siebenmeter in Folge versenkte. Mit einer hauchdünnen Führung ging es in die Schlussphase, die Leipzig fast durchgängig in Unterzahl bestritt.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

<b>André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):</b> Ich war in der Halbzeit in der Kabine sehr unzufrieden. Wir hatten gutes Tempo, aber viel zu viele Fehler. Wir können von Glück reden, dass die Füchse ähnlich viele Fehler gemacht haben und wir zur Pause nicht weiter zurücklagen.
 Mit der zweiten Halbzeit bin ich deutlich zufriedener. Wir haben gut gedeckt, hatten tolle Unterstützung aus dem Tor. Wir hätten uns Fehler sparen müssen und vorne einige Bälle mehr reinmachen müssen. Mit dem Unentschieden müssen wir jetzt zufrieden sein. Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach den ersten drei Spieltagen fünf Punkte und 15 Tore Differenz haben, hätte ich das sofort unterschrieben. Zur Galerie
André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "Ich war in der Halbzeit in der Kabine sehr unzufrieden. Wir hatten gutes Tempo, aber viel zu viele Fehler. Wir können von Glück reden, dass die Füchse ähnlich viele Fehler gemacht haben und wir zur Pause nicht weiter zurücklagen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich deutlich zufriedener. Wir haben gut gedeckt, hatten tolle Unterstützung aus dem Tor. Wir hätten uns Fehler sparen müssen und vorne einige Bälle mehr reinmachen müssen. Mit dem Unentschieden müssen wir jetzt zufrieden sein. Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach den ersten drei Spieltagen fünf Punkte und 15 Tore Differenz haben, hätte ich das sofort unterschrieben." ©

2041 Zuschauer gaben alles, um den fehlenden Mann auf der Platte zu kompensieren. Haber nutzte 30 Sekunden vor Abpfiff eine letzte Auszeit, stellte sein Team in Unterzahl auf einen finalen Angriff ein, um aus dem 24:24 noch einen Sieg zu zaubern. Es gelang ihnen nicht. 24:24 das faire Ergebnis nach einem umkämpften Spiel.

SC DHfK Leipzig: Saeveras, Birlehm; Larsen (1), Weber (6), Mamic (2), Wiesmach, Binder (6), Gebala, Krzikalla (8/4), Remke, Meyer-Siebert, Milosevic (1), Esche, Szeles - Füchse Berlin: Milosavljev; Wiede (1), Holm (1), Andersson (7), Lindberg (3/1), Michalczik (3), Matthes (3), Vujovic (2), Marsenic (3), Drux (1) - Siebenmeter: Leipzig 4/4, Füchse 1/2 - Zeitstrafen: Leipzig 10 Min, Füchse 4 Min - Rote Karte: Holm (Füchse/ 18. Min) - Zuschauer: 2041