22. August 2019 / 19:45 Uhr

SC-DHfK-Saisonstart gegen Berlin: Wenn Müller auf Müller trifft

SC-DHfK-Saisonstart gegen Berlin: Wenn Müller auf Müller trifft

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Philipp Müller in seinem neuen Leipziger Dress beim Wurf.
Philipp Müller in seinem neuen Leipziger Dress beim Wurf. © Rainer Justen
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Am Sonntag starten die Handballer des SC DHfK Leipzig in ihre fünfte Bundesliga-Saison. Dann trifft Philipp Müller, der im Sommer aus Melsungen zu den Leipzigern gewechselt war, auf seinen Zwillingsbruder Michael. Ein spannendes Familienduell.

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Leipzig. Eines steht fest: Auf allzu viel Geschwisterliebe sollte sich Michael Müller am Sonntag nicht einstellen. Wenn der 34-Jährige mit seinen Berliner Füchsen in die Leipziger Arena kommt (13.30 Uhr), wird er auf seinen hoch motivierten Zwillingsbruder Philipp vom SC DHfK treffen. „Ich weiß, wie ich bei ihm zupacken muss“, schickt der Leipziger Neuzugang Müller dem Berliner Neuzugang Müller gleich eine kleine Ansage in die Hauptstadt.

Verbissen oder gar angriffslustig ist der Satz aber nicht gemeint. Zwischen den eineiigen Zwillingen besteht eine besondere Verbindung. „Er ist nur fünf Minuten älter als ich, aber trotzdem für mich mein großer Bruder. Im Handball-Alltag werde ich in dieser Saison merken, dass mir unsere Gespräche fehlen.“ Neun Jahre spielten sie gemeinsam in Großwallstadt (2006-2008), Wetzlar (2012-2013) und Melsungen (2013-2019). Beide im Rückraum, der eine links (Philipp), der andere rechts. Die 1,97-Meter-Kanten werden also beim Ligaauftakt direkt aufeinandertreffen.

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Gruppenfoto bei der Teamvorstellung des SC DHfK Leipzig. Zur Galerie
Gruppenfoto bei der Teamvorstellung des SC DHfK Leipzig. © Christian Modla
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Wobei sich die Frage stellt, für wen das Duell unangenehmer sein wird. Schließlich gilt Philipp Müller als einer der härtesten Verteidiger der Bundesliga. „Ich spiele zwar hart, aber nicht unerlaubt. Einige Sachen waren in der Vergangenheit vielleicht grenzwertig oder übermotiviert“, sagt er über sich selbst. Überraschen wird ihn sein Gegenspieler jedenfalls nicht. „Im Training haben wir schon oft gegeneinander gespielt.“

Die Brüder wurden unsanft getrennt

Das letzte Duell in einem Pflichtspiel liegt einige Jahre zurück: 2011 spielte Philipp in Wetzlar und Michael bei den Rhein-Neckar Löwen. 2012 kam auch Michael nach Hessen. Nur drei Jahre spielten die beiden während ihrer Karriere nicht im selben Team. „Zu den Höhen, die ich mit Michael erlebt habe, gehört sicher die Europapokal-Teilnahme mit Melsungen“, sagt Philipp Müller über die gemeinsamen Zeiten. International war „Micha“ noch ein wenig mehr unterwegs, lief 78 Mal (142 Tore) fürs Nationalteam auf. Philipp spielte zweimal mit dem Adler auf der Brust (kein Tor).

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In Melsungen kam es in diesem Sommer aus Sicht des Brüderpaars zur bitteren Trennung. „Das letzte halbe Jahr war für uns ein Tiefpunkt, weil uns nahegelegt wurde, den Verein zu verlassen. Das tat wirklich weh, weil wir viel Herzblut und Leidenschaft in das Projekt gesteckt hatten.“

Im DHB-Pokal kommt es nun ausgerechnet zum Wiedersehen mit den Ex-Kollegen vom MT (voraussichtlich am 2. Oktober). „Es ist schön, auf die ehemaligen Mitspieler zu treffen. Aber sie in der zweiten Runde gleich rauszuwerfen, ist natürlich schade“, blickt Philipp Müller mit einem Augenzwinkern auf das Achtelfinale.

„Vom Alter her könnte ich vielleicht der Vati sein“

SC-DHfK-Trainer André Haber und Manager Karsten Günther haben den Abwehr-Spezialisten auch aufgrund seines sympathischen Charakters in die Messestadt gelost. „Die Leipziger wollten jemanden mit Erfahrung, der eine junge Mannschaft führen und als Ansprechpartner fungieren kann“, sagt Müller selbst. „Vom Alter her könnte ich vielleicht der Vati von dem einen oder anderen sein.“

Auch unter den SC-DHfK-Profis fand Müller schnell Akzeptanz und wurde in den Mannschaftsrat gewählt.„Das ist für mich eine schöne Anerkennung. Ich freue mich darüber, dass die Jungs mir das Vertrauen schenken.“ Gerade deshalb will der Familienvater im Bruderduell nicht zurückstecken: „Ich werde attackieren, 100 Prozent geben, das bin ich meiner Mannschaft schuldig. Die Brüderlichkeit wird auf jeden Fall für 60 Minuten beiseite geschoben.“ Das Schöne ist: In Berlin sitzt ein Müller, der ganz genauso denkt.

Maximilian König

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