08. Dezember 2019 / 17:53 Uhr

SC DHfK Leipzig scheitert 22:25 gegen den HC Erlangen

SC DHfK Leipzig scheitert 22:25 gegen den HC Erlangen

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Der SC DHfK verliert das Auswärtsspiel in Nürnberg mit 25:22.
Der SC DHfK verliert das Auswärtsspiel in Nürnberg mit 25:22. © Rainer Justen
Anzeige

Nach einem offenen Spiel und harten Kampf müssen sich die Handballer aus der Messestadt in Nürnberg geschlagen geben.

Anzeige
Anzeige

Nürnberg. Defensiv stimmt beim SC DHfK im Spiel gegen den HC Erlangen am Sonntag vieles, offensiv treffen die Leipziger Bundesliga-Handballer am Ende aber nur 22 Mal. Nicht genug, um gegen körperlich sehr präsente Hausherren zu gewinnen. 22:25 (8:10) unterliegen die Sachsen in Nürnberg und bleiben bei den Erlangern ohne Sieg.

SC DHfK Favorit

Der diesmal nicht überzeugende Nationalspieler Franz Semper meinte danach bei Sky: "Heute war mehr drin. Wir haben zwar gut gekämpft, haben uns aber im Angriff in zu vielen technischen Fehlern verloren oder sind am Torhüter gescheitert. Wir sind heute in alte Muster zurückgefallen - das kann ich mir im Moment noch nicht erklären. Das ist super ärgrlich. Wenn wir in der Liga oben angreifen wollen, müssen wir mehr Konstanz zeigen und dürfen nicht gegen Mannschaften verlieren, die klar unter uns stehen."

An die starken Leistungen gegen die Top-Mannschaften in den vergangenen Wochen wollten oder konnten die Leipziger in der ersten Hälfte nicht anknüpfen. Nur acht Tore gelangen den Handballern vom SC DHfK in den ersten 30 Minuten. Eins davon kam unerwartet von Torhüter Joel Birlehm, der als einziger von Anfang an richtig wach wirkte; sich aber auch bei guter, wenn auch teilweise zu aggressiver Defensivarbeit bedanken kann. Die Gäste, die gegen die zuletzt schwachen Erlanger als Favorit nach Nürnberg angereist waren, starteten mit einem namhaften Aufgebot im Angriff. Gleich drei Nominierte aus dem 28-Kader der Bundestrainers Christian Prokop standen dem HCE gegenüber: Franz Semper, Philipp Weber und Maximilian Janke. Keiner von ihnen konnte die Nominierung mit offensiven Leistungen richtig unterstreichen.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Auswärtsspiel in Nürnberg

Der SC DHfK verliert in Nürnberg gegen den HC Erlangen mit 25:22. Zur Galerie
Der SC DHfK verliert in Nürnberg gegen den HC Erlangen mit 25:22. © Rainer Justen

Zwei-Tore-Rückstand zur Pause

Stattdessen ging das erste Tor via Siebenmeter auf die Kappe von Lucas Krzikalla, der seinen zweiten Strafwurf und am Ende einen weiteren gegen Torhüter Nikolas Katsigiannis allerdings vergab. Erlangen schwächte sich früh selbst: Nikolai Link griff auf inakzeptable Weise von hinten Janke in den Wurfarm und riss den Grün-Weißen zu Boden. Die Rote Karte war die klare Konsequenz, die mögliche Führung für Leipzig blieb jedoch aus.

Erst bei der nächsten Zweiminutenstrafe in dem körperlichen Spiel – trotz klarer Warnung der Schiedsrichter mit dem frühen Platzverweis – gelangen Leipzig mehrere Treffer in Folge. Janke trifft zum 5:5, Lukas Binder legt kurz darauf zum 6:5 (19. Minute) nach, Torhüter Joel Birlehm reagiert nach einem verpatzten Angriff der Hausherren schnell und trifft zum 7:5. Doch die Führung geben die Leipziger – nach träger Zwischenphase ohne Treffer – wieder ab. Bastian Roschek holt nacheinander zwei Zweiminutenstrafen. In Unterzahl verspielen es die Leipziger zum 10:8-Pausenstand.

Gute Defensive, schwache Offensive

Ob es Kaffee, Mate-Tee oder Cola in der Kabine gab, bleibt offen. Leipzig kam mit erstarkter Offensive zurück auf die Platte. Zwar fanden sie nicht sofort die richtigen Mittel, konnten aber zwischenzeitlich auf 12:12 (37. Minute) ausgleichen und bekamen in der Folge mehrfach Siebenmeter für den ungewöhnlich unsicheren Krzikalla. Die Hausherren trafen jedoch auch häufiger als in Hälfte eins und so liefen die Leipziger meistens einer knappen Führung der Erlanger hinterher. 17:17 der Zwischenstand nach 48 Minuten. Das Spiel war völlig offen.

Mehr zum SC DHfK

Der SC DHfK versuchte es mit der Überzahl am Kreis, spielt mit sieben Feldspielern. Zwei anschließende Fehler sorgten für zwei Würfe ins leere Tor zum 17:19. Auszeit von Cheftrainer André Haber: „Wir machen weiter mit guter Abwehr und Tempo. Das sind die Sachen, die ich jetzt von euch brauche. Weiter mit Körpersprache mit Sieben gegen Sechs.“ Gleich zwei sehr streng gepfiffene Zweiminutenstrafen und ein Siebenmeter gegen den HCE hätten die Leipziger dabei unterstützen können. Das Coffein ließ nach - in Führung kommen die Sachsen nicht. Defensiv stimmte vieles, offensiv trafen die Leipziger am Ende aber nur 22 Mal. 22:25 (8:10) unterlag der SC DHfK erneut gegen den HCE und bleibt bei den Erlangern ohne Sieg. Zwölf Strafminuten für die Erlanger, nur sechs für die Leipziger. Ein harter Kampf, bei dem für die grün-weißen Gäste eigentlich mehr drin gewesen wäre.

SC DHfK: Birlehm 1, Vortmann; Semper 1, Wiesmach 3, Witzke 1, Krzikalla 4/4, Binder 4, Janke 2, Müller, Roscheck, Weber 3, Mamic 2, Remke 1, Gebala, Milosevic.

Siebenmeter: Erlangen 5/4, DHfK 6/4,

Strafminuten: Erlangen 12, DHfK 6.

Zuschauer: 5044.