28. April 2022 / 20:45 Uhr

SC DHfK Leipzig scheitert an Appelgren: Torhüter gewinnt Partie für Rhein-Neckar Löwen

SC DHfK Leipzig scheitert an Appelgren: Torhüter gewinnt Partie für Rhein-Neckar Löwen

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Mikael Appelgren auf Seiten der Rhein-Neckar Löwen brachte Mohamed El-Tayar und den SC DHfK Leipzig auf die Palme.
Mikael Appelgren auf Seiten der Rhein-Neckar Löwen brachte Mohamed El-Tayar und den SC DHfK Leipzig auf die Palme. © Picture Point/Sportbuzzer-Montage
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Der SC DHfK Leipzig verliert zu Hause. Gegen ersatzgeschwächte Löwen aus Mannheim. Aber in erster Linie scheitert das Team von André Haber an Appelgren.

Leipzig. Sie wollten Krallen zeigen, die beste Handball-Saison der Vereinsgeschichte spielen. Doch im Duell zwischen Leoparden und Löwen, blieben die Klauen des SC DHfK Leipzig in einem Apfel stecken. Mit 28:31 (13:15) mussten sich die Grün-Weißen am Donnerstagabend gegen die Rhein-Neckar Löwen geschlagen geben. Mannheims Keeper Mikael Appelgren war der Mann des Abends, entschärfte das Tempospiel der Sachsen fast im Alleingang und brachte die Mannschaft von Coach André Haber zur Weißglut.

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Löwen mit Minimalbesetzung

Lediglich zwölf Spieler standen im Aufgebot der Löwen. Mehr hatte der vermeintliche Spitzenclub aus Mannheim nicht versammeln können – und nicht benötigt. Die Verletzungen von Uwe Gensheimer und Jannik Kohlbacher setzen der Mannschaft von Coach Ljubomir Vranjes schon länger zu, hinzu kamen weitere Ausfälle, aber nur wenige Comebacks. Immerhin Star-Torhüter Mikael Appelgren steht seit einer Woche wieder auf dem Parkett. Viel Spielraum für weitere Ausfälle, Belastungssteuerung und Wechsel bleibt nicht.

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Der SC DHfK Leipzig verliert in einem intensiven Spiel mit starken Hüterleistungen mit 28:31 gegen die Rhein-Neckar Löwen. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verliert in einem intensiven Spiel mit starken Hüterleistungen mit 28:31 gegen die Rhein-Neckar Löwen. ©

Der eine oder andere Fan der Kicker von RB Leipzig hatte sich in die Arena verirrt. Entweder als kleines Warm-Up für das anschließende Spiel gegen die Glasgow Rangers oder in der Hoffnung, endlich viele Treffer oder einen weiteren ganz besonderen Kempa-Trick von Patrick Wiesmach und Kristian Saeveras zu erleben. Die hatten im Hinspiel in letzter Sekunde das inoffizielle Tor des Jahres geworfen und zum 28:28 ausgeglichen.

Mit schallendem Applaus verabschiedeten 3108 DHfK-Anhänger vor dem Anpfiff die noch sehr lebendige und äußerst aktive Handball-Legende Andy Schmid. Der Regisseur der Löwen ist auf Abschieds-Tour, geht im Sommer zurück in die Schweiz und wurde in der Arena gebührend aus der Bundesliga verabschiedet. Vielleicht war der Empfang etwas zu herzlich, sorgte für zu viel zusätzliche Motivation, denn neben Appelgren war Schmid der einzige wirklich gute Spieler der ersten Halbzeit. Auf beiden Seiten.

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Leipzig kommt nicht ran und an Appelgren vorbei

Während „Apfel“ im Tor der Löwen einen freien Wurf nach dem nächsten entschärfte, blieben Paraden von Saeveras und Mohamed El-Tayar aus. Wortwörtlich. Gut möglich, dass der sonst so starke Norweger mit dem Kopf nicht auf der Platte, sondern im Krankenhaus war. Die Geburt seines Kindes stand kurz bevor. Lediglich bei den Siebenmeter-Versuchen der Kontrahenten war er hellwach. Die Sachsen liefen dementsprechend früh einem Rückstand hinterher, holten erst kurz vor der Pause auf. Der 13:15-Pausenstand war für die Hausherren sogar ein kleiner Erfolg, denn während Appelgren bei acht Paraden stand, waren es beim Leipziger Duo lediglich zwei, die gehaltenen Siebenmeter.

Der zweite Durchgang brachte wenig Neues. Die Löwen verwarfen ihre Siebenmeter, Appelgren sammelte Paraden. Die positive Entwicklung aus Sicht der Hausherren: Lukas Binder kam immer besser ins (Tempo)-Spiel, die Löwen wurden immer bissiger. In der 43. Minute fanden sich diese beim Stand von 19:21 in doppelter Unterzahl wieder. Die Wende? Absolut nicht. Wiesmach kassiert eine Zeitstrafe, sein Team so viele Treffer wie es warf. Wieder nichts Neues. Der Rest des Abends sollte dem genesenen Mannheimer Star-Keeper gehören, der vom Ex-Leipziger Joel Birlehm von der Bank aus angefeuert wurde.

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Mann des Spiel war natürlich Mikael Appelgren: "Das war wirklich ein Kampf - und eine riesige Herausforderung für unser dezimiertes Team, denn Leipzig ist ein starkes Team. Ich habe unheimlich viel Spaß nach zwei Jahren Zwangspause wegen meiner Verletzung." Luca Witzke war unzufrieden: "Das war nicht unser sonstiger Handball. Das war ein riesiger Schritt nach hinten für uns, heute hatten wir den Sieg nicht verdient. Wir haben in der Abwehr nicht zugepackt, vorn hatten wir zu wenig klare Chancen - und wenn, war Appelgren zur Stelle."

Alen Milosevic sah das ähnlich und überhäufte den Löwen-Keeper mit Lob: "Über 60 Minuten muss man ganz ehrlich sagen, hat Leipzig gegen Mikael Appelgren verloren. Er ist ein Weltklasse-Torhüter. Er war jetzt lange verletzt, bei vielen vielleicht nicht mehr so auf dem Schirm. Aber das ist ein Top-Mann und man heute gesehen, zu was er fähig ist, wenn er fit ist."

DHfK-Tore: Ivic 7/1, Binder 5, Witzke 4, Gebala 4, Wiesmach 2, Sunnefeldt 2, Esche 1, Milosevic 1, Jotic 1, Mamic 1. Siebenmeter: 2/1:4/1. Strafminuten: 8:6

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