29. Oktober 2020 / 20:39 Uhr

SC DHfK Leipzig scheitert beim TVB Stuttgart an Nationaltorhüter Bitter

SC DHfK Leipzig scheitert beim TVB Stuttgart an Nationaltorhüter Bitter

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Milos Putera coachte den SC DHfK in Stuttgart. Dennoch fahren die Leipziger mit einer Niederlage zurück nach Sachsen: 24:30 hieß es am Ende.. © Klaus Trotter
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Schon früh hinkten die Leipziger Handballer einem Rückstand hinterher, fanden gegen den überragend aufgelegten Jogi Bitter keine Mittel und gehen mit einer Niederlage vom Platz: 24:30 verliert der SC DHfK beim TVB Stuttgart.

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Stuttgart. Mit tiefen Sorgenfalten auf der Stirn ging es am Donnerstag für die DHfK-Handballer zum TVB Stuttgart. Sie mussten ohne ihren Coach André Haber auskommen, der am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Auf der Platte ebenfalls schwer vermisst: Abwehrspezialist Macej Gebala.

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Dennoch zeigten sich die Grün-Weißen um Co-Trainer Milos Putera, Rückraum-Ass Philipp Weber und Kapitän Alen Milosevic kämpferisch. Für einen Sieg gegen die Sieben von Jürgen Schweikardt reichte es am Ende allerdings nicht. Vor dem Fernseher musste Haber eine 24:30 (12:15)-Niederlage seines Teams verfolgen.

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Schade! Der SC DHfK Leipzig verliert das Spiel beim TVB Stuttgart mit 24:30. Zur Galerie
Schade! Der SC DHfK Leipzig verliert das Spiel beim TVB Stuttgart mit 24:30. © Klaus Trotter

„Wir waren über die Nachricht natürlich geschockt. Mit Milos haben wir aber jemanden auf der Bank, der die Liga schon lange kennt. Er wird die Hauptlast tragen und von Max Janke Unterstützung bekommen. Ich merke auch eine zusätzliche Last auf den Schultern“, erklärte Nationalspieler Weber vor der Partie, schüttelte die angesprochene Belastung aber noch in der ersten Minute ab und war voll da.

Selbiges lässt sich nicht von allen Leipzigern behaupten. Strafwurf-Spezialist Lucas Krzikalla scheiterte direkt zu Beginn an Keeper Johannes Bitter und bekam später auch über die Außenposition keinen Ball ins Netz.

500 Zuschauer in der Porsche-Arena

Auffällig stark spielte der Kapitän der Grün-Weißen. Milosevic war immer bereit, torgefährlich und entlockte der TVB-Abwehr ein Foul nach dem anderen und allein in den ersten 30 Minuten sechs (!) Siebenmeter. Doch drei davon verpatzten die Leipziger gegen einen überragenden Nationalkeeper Jogi Bitter.

Lauter konnten knapp 500 Zuschauer in der Porsche-Arena einen Namen wohl kaum rufen, feierten ihren Stammtorhüter alle paar Minuten für eine weitere Glanzparade. Erst Krzikalla, dann Wiesmach, letztlich Weber: Jogi Bitter ließ die Gäste am Siebenmeterpunkt rotieren. Erst der Nationalspieler wurde für den Torhüter gefährlich. Setzte ihm zum 7:8-Anschlusstreffer einen durch die Haare, später zum 12:13 durch die Beine.

38 Jahre alt und noch immer Weltklasse

In der Defensive ungewöhnlich instabil und ohne ihren Abwehr-Hünen Gebala ließen die Sachsen jedoch zu viele Treffer zu. Die Putera-Sieben musste mit einem 12:15-Rückstand in die Pause und kam auch in den zweiten 30 Minuten nicht an die starken Hausherren heran. Das Team von Cheftrainer Schweikardt spielte immer wieder über den Kreis auf Zarko Peshevski und im rechten Rückraum über Viggo Kristjansson, die zusammen auf über zehn Treffer kamen.

Die Gäste fanden nicht die richtigen Lösungen, gerieten in noch höheren Rückstand. In der 42. Minute stand es bereits 14:20 gegen die Grün-Weißen. Immer wenn Weber oder Milosevic doch einen Weg durch die Abwehrreihe der Hausherren fand, schmiss sich Bitter in den Weg. Über 40 Prozent gehaltene Bälle, völlig zurecht Nationaltorhüter, auch mit 38 Jahren noch Weltklasse.

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Milos Putera (Co-Trainer SC DHfK Leipzig): „Es ist für mich eine ungewohnte Position. Ich bin heute kein glücklicher Mann. Jogi hat uns nichts gegönnt. Immer wenn wir eine Chance hatten, hat er wieder einen Ball gehalten. Es lag aber nicht nur an ihm, es lag auch an unseren technischen Fehlern. Zur Galerie
Milos Putera (Co-Trainer SC DHfK Leipzig): „Es ist für mich eine ungewohnte Position. Ich bin heute kein glücklicher Mann. Jogi hat uns nichts gegönnt. Immer wenn wir eine Chance hatten, hat er wieder einen Ball gehalten. Es lag aber nicht nur an ihm, es lag auch an unseren technischen Fehlern." ©

In der 49. Minute kamen Weber und Co. wieder besser ins Spiel und auf zwei Treffer heran, konnten den Kraftakt aber nicht aufrechterhalten. Die 24:30-Niederlage konnte Spielmacher Weber trotz guter Leistung und zehn eigenen Treffern nicht abwenden. Der TVB kann sich zu mindestens 40 Prozent bei Keeper Bitter für den Sieg bedanken.

DHfK Tore: Weber 10/5, Binder 3, Larsen 2, Mamic 2, Milosevic 2, Pieczkowski 2, Wiesmach 2/1, Roscheck 1; TVB Tore: V. Kristjansson 7/4, Pfattheicher 6, Peshevski 5, Lönn 4, Zieker 4, M. Häfner 2, Röthlisberger 1, Weiß 1