27. Mai 2021 / 20:42 Uhr

SC DHfK Leipzig verliert deutlich gegen Kiel, aber gewinnt 1000 Fans zurück

SC DHfK Leipzig verliert deutlich gegen Kiel, aber gewinnt 1000 Fans zurück

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
aCH1_9223(2)(1)
Die Leipziger ziehen gegen den THW Kiel den Kürzeren. © Christian Modla
Anzeige

Zum ersten Mal seit mehreren Monaten konnten die Leipziger Handballer vor Zuschauern spielen. Dabei musste sich der SC DHfK gegen den THW Kiel allerdings mit 26:33 (14:18) geschlagen geben.

Anzeige

Leipzig. Nach sieben Monaten der Stille war es am Donnerstagabend endlich wieder soweit. Der Klang von 1000 Klatschpappen hallte durch die Arena Leipzig, hunderte grün-weiße Trikots ließen die Ränge erstrahlen und begeisterte Fan-Chöre die Halle beben. Die 26:33 (14:18)-Niederlage der Gastgeber gegen den THW Kiel rückte beim Handballfest ein wenig in den Hintergrund.

Anzeige

Starker Leipziger Beginn

„Hallo und herzlich willkommen liebe Handball-Freunde“, begrüßte Arena-Sprecher Sascha Röser zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit die Anhänger des SC DHfK in ihrer Heimstätte mit einst gewohnten Worten. Routiniert und laut wie immer und doch mit einem Hauch Nervosität in der Stimme verkündete der Leipziger die Mannschaftsaufstellungen, die tosenden Applaus erhielt. Eine unfassbare Spannung erfüllte vor dem Anpfiff die Luft, die sich in einem Gewitter in den ersten Minuten entladen sollte.

DURCKLICKEN: Bilder zur DHfK-Niederlage gegen Kiel

Die DHfK-Fans feierten die Handballer trotz der Niederlage gegen Kiel. Zur Galerie
Die DHfK-Fans feierten die Handballer trotz der Niederlage gegen Kiel. © Christian Modla

Getragen von ihren Fans dominierten die Hausherren die ersten Minuten der Partie. Ein überragender Joel Birlehm im Tor hielt einen Ball nach dem anderen, gab seinen Team mit drei Paraden die nötige Rückendeckung und verhalf ihnen so zu einer frühen 3:0-Führung. Doch gegen die spielerische Klasse des deutschen Rekordmeisters sollte diese Momentaufnahme nicht lange anhalten. Vier Zeitstrafen in weniger als sieben Minuten gegen die Sachsen ließen die Partie völlig kippen.



Kiel überzeugt mit individueller Klasse

Besonders die Rote Karte für Kreisläufer Alen Milosevic in der neunten Minute schmerzte Coach André Haber, der den größten Teil des Spiels ohne seinen Kapitän auf der Platte auskommen musste. "Es war eine unglückliche Situation von Milo, er will ihm nichts Böses tun", kommentierte Philipp Weber die Szene später. "Er rutscht selber aus, das sieht einfach unglücklich aus. Ich erkenne nicht, dass man da eine rote Karte geben muss. Aber ich hatte generell nicht das Gefühl, dass die beiden Schiedsrichter eine Sensation zulassen wollten."

Doch selbst in doppelter Unterzahl und bei 5:8-Rückstand nach 14 Minuten gaben sich die DHfK-Männer nicht auf und lieferten einen beherzten Kampf gegen den Champions-League-Sieger. Gegen die individuelle Klasse von Welttorhüter Niklas Landin, Führungsspieler Sander Sagosen oder Scharfschützen Miha Zarabec fand die Haber-Sieben allerdings nicht die richtigen Lösungen und geriet bis zur Pause immer weiter ins Hintertreffen. Auch ein sehenswerter Kempa-Trick von Martin Larsen auf Youngster Julius Meyer-Sieber sowie das erste Bundesligator von Nachwuchsspieler Elias Gansau änderten daran nichts. 1000 Fans feierten beim 14:18- Pausenstand trotzdem ihre Truppe - vielleicht hatte einen Sieg gegen den Spitzenreiter auch keiner so richtig erwartet.

Fans feiern trotz Niederlage

An der Überlegenheit der Gäste sollte sich auch in der zweiten Halbzeit wenig ändern. Die Truppe von Coach Filip Jicha baute ihre Führung immer weiter aus, traf gegen Birlehm und Kristian Saeveras fast nach belieben und ließ in der eigenen Abwehr nur noch wenig zu. Oskar Sunnefeldt testete die Zweikampfstärke seiner künftigen Teamkollegen, kassierte in der 40. Minuten für etwas grobe Abwehrarbeit die Konsequenz und durfte für zwei Minuten auch die Bank seiner Heimstätte der nächsten Saison austesten.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

<b> Sozialministerin Petra Köpping: </b> Großes Kompliment, es funktioniert alles fantastisch. Das war mir aber auch vorher schon klar. (Zum Hygienekonzept des SC DHfK) Zur Galerie
Sozialministerin Petra Köpping: Großes Kompliment, es funktioniert alles fantastisch. Das war mir aber auch vorher schon klar. (Zum Hygienekonzept des SC DHfK) ©

Der Spielspaß der DHfK-Profis riss auch beim 19:25 nicht ab. Ein weiterer sehenswerter Kemper-Trick, diesmal auf Philipp Weber, brachte die Arena zum kochen. Technische Fehler und vergebene Chancen der Grün-Weißen verschlimmerten die aussichtslose Lage.

Am Ende stand eine klare 26:33-Niederlage auf der Anzeigetafel. Sonderlich wichtig wirkte das Ergebnis aus Leipziger Sicht nicht. Das Publikum feierte ihre Handball-Helden. Der SC DHfK hat seine Fans zurückgewonnen und darf sich auf vier weitere Heimspiele mit überragender Stimmung freuen.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Saeveraas; Birlehm; Wiesmach; Krzikalla (7/5); Meyer-Siebert (2); Binder (3); Larsen (2); Roscheck; Weber (3); Mamic (1); Remke; Gebala (7); Milosevic; Esche; Heitkamp; Gansau (1).

Kiel: N. Landin; Quenstedt; Ehrig; Duvnjak (2); Sagosen (3); Reinkind; M. Landin (1); Sunnefeldt; Weinhold (4); Ekberg (9/5); Ciudad Benitez (2); Dahmke (3); Zarabec (4); Voigt; Horak; Pekeler (5).

Siebenmeter: Leipzig 5/6; Kiel 5/5.

Strafen: Leipzig 6 + rote Karte für Milosevic; Kiel 4.