15. Juni 2021 / 16:44 Uhr

SC DHfK Leipzig will Serie gegen Coburg ausbauen: Platz sechs realistisch, Europa nicht

SC DHfK Leipzig will Serie gegen Coburg ausbauen: Platz sechs realistisch, Europa nicht

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
SC DHfK Leipzigs Trainer André Haber hat das Wort Europa bisher nur von außen gehört.
SC DHfK Leipzigs Trainer André Haber hat das Wort "Europa" bisher nur von außen gehört. © Christian Modla
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Wer, wie und warum einen Platz im europäischen Handball-Wettbewerb ergattert, ist nicht immer leicht nachzuvollziehen. Ein bestimmter Tabellenplatz muss nicht ausreichen, um die Teilnahme zu garantieren. So hat der SC DHfK Leipzig vier Spiele von Saisonschluss Platz sechs als Ziel fest im Auge - hakt Europa aber ab.

Leipzig. Die Vergabe der Europa-League-Plätze im Handball ist kompliziert und nicht immer ganz schlüssig. Der deutsche Pokalsieger (in diesem Jahr der TBV Lemgo Lippe) ist auf jeden Fall gesetzt, ebenso Platz drei und vier der Bundesliga. Der Titelverteidiger (SC Magdeburg, dritter) erhält meistens ein Freilos, weitere Teams können zumindest in der Theorie eine sogenannte Wildcard bekommen. Das erhöht die Chancen für die Fünftplatzierten Füchse Berlin dramatisch – bringt dem noch heiß umkämpften sechsten Platz aber herzlich wenig.

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„Sie haben keinen Ergebnisdruck mehr“

Den Überblick über dieses Vergabeverfahren der European Handball Federation (EHF) zu behalten, ist nicht ganz einfach. „Stand jetzt kenne ich kein Hintertürchen, bei dem Platz sechs für Europa reicht“, bringt es DHfK-Manager Karsten Günther auf den Punkt.

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Das Thema Europa ist bei den Leipzigern für diese Spielzeit abgehakt, war aber innerhalb des Vereins auch nie wirklich im Diskurs. „Von Europa höre ich immer nur etwas von Externen“, sagt Trainer André Haber und fügt hinzu: „Vor etwa fünf Wochen waren wir noch Zwölfter. Da ist es schon ganz schön vermessen, hier irgendwelche Rechenspielchen aufzumachen.“ Das ändere aber nichts an der großartigen Stimmung und der Motivation innerhalb seiner Truppe. Noch vier Spiele stehen an, „das fühlt sich langsam nach Endspurt an“, so Haber. Die Lust, die tolle Ausbeute (13 Punkte aus acht Spielen) weiter auszubauen, sei groß. Dennoch warnt der Coach vor dem heutigen Gegner HSC Coburg (19 Uhr), denn das Schlusslicht der Tabelle hatte zuletzt gegen Balingen und Lemgo gute Leistungen gezeigt. „Sie haben keinen Ergebnisdruck mehr und sind jetzt sehr gefährlich“, so der 34-Jährige.

„Uni Halle wird die Spiele bis zum Ende begleiten“

In dem Duell gegen den künftigen Zweitligisten kann der Trainer wieder auf Führungsspieler Luca Witzke setzen, der aufgrund einer Gehirnerschütterung zuletzt gefehlt hatte. Auch Martin Larsen, der vor der Partie gegen die Eulen Ludwigshafen umgeknickt war, könnte wieder mit im Kader stehen. Verzichten müssen die Sachsen auf Youngster Julius Meyer-Siebert, der sich in Friesenheim eine „Teilruptur vom Außenband im Sprunggelenk“, also einen Anriss der Fußmuskulatur, zugezogen hat.

Die klare Favoritenrolle gegen Coburg wollen die Grün-Weißen dennoch erfüllen und mit einem Heimsieg ihren Fans den Abend versüßen. Bis zu 2000 Zuschauer dürfen zu den letzten beiden Bundesligabegegnungen in die Arena kommen. Die Partien zählen inzwischen wieder als Großveranstaltungen, das Modellprojekt ist passé. „Die Uni Halle wird die Spiele dennoch bis zum Ende begleiten und gibt uns ganz wichtiges Feedback“, so Günther, der die Abläufe am Spieltag mit Hilfe der Experten aus der Nachbarstadt für die nächste Saison weiter optimieren möchte.