14. November 2020 / 08:22 Uhr

SC DHfK Leipzigs Manager Günther zur aktuellen Lage: "Können Liga nicht aussetzen"

SC DHfK Leipzigs Manager Günther zur aktuellen Lage: "Können Liga nicht aussetzen"

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Von der Bundesliga-Bildfläche verschwinden: für DHfK-Geschäftsführer Günther undenkbar.
Von der Bundesliga-Bildfläche verschwinden: für DHfK-Geschäftsführer Günther undenkbar. © PICTURE POINT
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Der DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther hat sich für eine uneingeschränkte Fortführung der Handball-Bundesliga ausgesprochen und setzt dabei auf sichere Hygienekonzepte. Das Corona-Virus macht allerdings auch vor Sportlern im Handball keinen Halt. Infizierte Spieler innerhalb der Liga und des Nationalteams wirbeln schon jetzt den Spielplan durcheinander. 

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Leipzig. Die Länderspielpause hat den Terminkalender in der Handball-Bundesliga durcheinander gebracht. Mehrere Partien mussten aufgrund von Corona-Infektionen einiger Nationalspieler kurzfristig verschoben werden. Betroffen sind an diesem Wochenende die Begegnungen Melsungen gegen Magdeburg, Göppingen gegen Wetzlar und Coburg gegen Minden. Nun stehen die Clubs vor der organisatorischen Herausforderung, ein neues Datum zu finden.

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Ausgeglichener Wettbewerb wegen Corona

Freie Termine sind bis zum Saisonende im Mai 2021 allerdings äußerst rar. „Wir können die Liga nicht aussetzen und einfach zwei Wochen hinten ranhängen. Da gibt es keinen zeitlichen Puffer, weil nach der Saison bereits Olympia stattfindet“, ordnet Karsten Günther ein. Der Geschäftsführer des SC DHfK weiter: „Für die betroffenen Partien müssen wir versuchen, Lücken zu finden, auch wenn das nicht ewig geht.“

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Den Grün-Weißen steht bei ihrer Rückkehr in den Bundesliga-Alltag selbst eine englische Woche bevor. Nach dem Auftakt gegen Lemgo Lippe am 22. November (16 Uhr) folgt am 26. das Nachholspiel gegen HBW. „Wir sind froh, dass wir für das Balingen-Spiel überhaupt einen Ersatz gefunden haben. Es gibt keine Termine mehr, die nicht in einer englischen Woche resultieren würden. Wenn die Belastung für die Spieler zu groß wird, müssen wir halt weniger trainieren und verstärkt auf unseren Nachwuchs setzen“, so Günther. Je nach Fitnesszustand der frisch genesenen DHfK-Handballer muss Cheftrainer André Haber vielleicht schon am kommenden Sonntag mehr U23-Aktuere einsetzen, als es ihm lieb wäre.

„Wir haben gemeinschaftlich innerhalb der Liga entschieden, die Saison fortzuführen. Die Mannschaften, die aufgrund der Nationalmannschaft zwei oder mehr Ausfälle haben, dürfen an diesem Wochenende ihr Spiel verlegen. Für alle anderen gilt: Wenn über 50 Prozent der Spieler fit sind, kann auch gespielt werden“, erklärt der DHfK-Manager die gemeinsame Entscheidung. Eine Regel, die in einer anderen Saison wohl kaum für Debatten gesorgt hätte. „Der Wettbewerb ist in diesem Jahr natürlich etwas anders, aber verletzte Spieler gab es schon immer“, sagt der Handball-Chef. Ausfälle durch Corona werde wohl fast jede Mannschaft im Laufe der Saison zu beklagen haben. Doch „so bleibt der Wettbewerb ausgeglichen.“

Katastrophe für Sportart, Liga und Clubs

Günther stellt jedoch klar: „Das geht natürlich alles nur in dem Wissen, dass unser Hygienekonzept greift und alle Spieler sicher sind. Viel mehr noch, mit regelmäßigen Tests können wir den Profis einen höheren Schutz als viele andere Arbeitgeber bieten, da infizierte Spieler sofort festgestellt und isoliert werden können.“ Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen, dass nicht ignoriert werden darf. Auch beim SC DHfK hatten sich neun Spieler angesteckt, bevor eine weitreichende Isolation weitere Infektionen verhindern konnte.

Für den Handball in Deutschland steht in dieser Saison viel auf dem Spiel. Eine Unterbrechung ist kaum möglich, jedes weitere Nachholspiel eine enorme Belastung für die Athleten. „Jetzt von der Bildfläche zu verschwinden wäre für die Sportart, die Liga und die Clubs eine Katastrophe“, sagt Günther.