30. Januar 2020 / 19:47 Uhr

SC DHfK Leipzigs Weber und Mamic zurück im Training: „Ich war körperlich am Ende“

SC DHfK Leipzigs Weber und Mamic zurück im Training: „Ich war körperlich am Ende“

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Nach der kräftezehrenden EM steigt Marko Mamic wieder ins Mannschaftstraining des SC DHfK Leipzig ein. © Rainer Justen
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Handball-Vizeeuropameister Marko Mamic ist gestern wieder in Leipzig gelandet und direkt ins DHfK-Mannschaftstraining eingestiegen.

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Leipzig. Viel Zeit zur Entspannung in Leipzig blieb dem Kroaten nicht: Am Sonntag (16 Uhr, Arena) will er gegen Erlangen seinen Mann stehen. „Wir haben ein tolles Turnier gespielt und waren vor dem Finale gegen Spanien top motiviert. Wir sollten mit Silber zufrieden sein – das ist eine tolle Leistung. Aber die Enttäuschung nach der Final-Niederlage überwiegt aktuell“, verrät das Rückraum-Ass. Die kurze Pause belastet den 25-Jährigen zusätzlich. „Es ist für den Kopf gerade ganz schwer, aber wir sind Profisportler. Das gehört für uns dazu. Handball macht mir einfach sehr viel Spaß“, so Mamic.

Eine ähnlich kurze Pause hatte Philipp Weber, der darüber alles andere als glücklich ist. „Ich bin in Deutschland gelandet und wusste erst mal nicht so recht, wo mir der Kopf steht. Ich war körperlich ziemlich am Ende, bin es jetzt teilweise noch. Mental bin ich auch noch nicht wieder ganz bereit – aber die nächsten drei Tage gilt es jetzt, noch besser zu regenerieren und den Kopf frei zu bekommen, damit es am Sonntag wieder richtig losgehen kann“, so der Rückraumspieler kämpferisch. Statt drei Tagen Pause hätte er sich aber doch gerne eine Woche Auszeit gegönnt.

„Für mich persönlich war es eine absolut gelungene EM. Nichtsdestotrotz haben wir als Team unser Ziel nicht erreicht, ins Halbfinale einzuziehen. Wenn man aber sieht, dass wir aus acht Spielen sechs gewonnen haben und nur gegen die Finalisten verloren haben, können wir im Endeffekt mit dem fünften Platz doch recht zufrieden sein.“ Besonders durch die vielen Verletzten im Kader der deutschen Nationalmannschaft seien die Ziele ambitioniert gewesen.

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„Wollten unser wahres Gesicht zeigen“

Die Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Vereinstrainer Christian Prokop hat Weber bei der EM sehr genossen. „Ich hatte einen noch engeren Draht zu ihm als vielleicht die Spieler auf den Außenpositionen. Wir haben uns häufig hingesetzt und die Aufgaben durchgesprochen. Paul Drux und ich haben sehr viel Vertrauen des Coaches genossen, sollten unsere Ideen einbringen.“

Die Kritik am Trainer findet Weber unangebracht: „Wir hätten uns nach dem Kroatien-Spiel nicht so den Arsch aufgerissen, wenn wir nicht alle hinter dem Trainer stehen würden. Das hätten wir gegen Österreich, Tschechien und Portugal ja nicht unbedingt machen müssen – dann wäre es eine katastrophale EM und der Trainer vermutlich weg gewesen. Aber wir wollten unser wahres Gesicht zeigen und haben den taktischen Entscheidungen unseres Trainers vertraut.“ Klare Worte.