10. Oktober 2021 / 17:38 Uhr

SC DHfK meldet sich zurück: Leipziger schießen TVB Stuttgart 33:24 aus der Arena

SC DHfK meldet sich zurück: Leipziger schießen TVB Stuttgart 33:24 aus der Arena

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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aCH1_2961 © Christian Modla
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Das war stark: Die Handballer des SC DHfK Leipzig lassen den Stuttgartern keine Chance und gewinnen in der eigenen Arena deutlich - ein wichtiger Sieg, der ein wenig den Druck nimmt.

Leipzig. Der Blick auf die Tabelle der Handball-Bundesliga trieb den Fans des SC DHfK Leipzig vor dem Anpfiff gegen den TVB Stuttgart die Sorgenfalten auf die Stirn. Die Grün-Weißen wollten Krallen zeigen, sich mit ihrem neuen Kader im deutschen Spitzenhandball etablieren – und fanden sich am Sonntagmittag auf dem 15. Tabellenrang wieder. Dicht gefolgt von den Schwaben, die ihnen in der Arena Leipzig zwei weitere Punkte rauben wollten. Doch unter dem Druck blühten die Sachsen auf, zeigten vor allem im zweiten Durchgang eine beeindruckende Leistung und sicherten sich mit ihrer stabilen Abwehrarbeit den verdienten 33:24 (14:14)-Heimsieg.

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Mit Remis in die Kabine

Der Einstieg in die Partie war für die DHfK-Sieben mehr als vielversprechend. Der Mittelblock aus Marko Mamic und Simon Ernst machte einen stabilen Eindruck, ermöglichte immer wieder Tempogegenstöße und setzte die geforderte Aggressivität gut um. Etwas zu viel Herz legte Mamic in seine Umarmung mit Zarko Peshevski und fiel diesem auf den Knöchel. Nach kurzer Behandlung war der Kreisläufer wieder fit, überließ seinem Backup Benjamin Meschke aber immer wieder die Platte. Der Ex-Leipziger gab alles für die Schwaben, die ihn erst vor wenigen Wochen nachverpflichtet hatten, und erzielte in der 14. Minute seinen ersten Treffer gegen seine ehemaligen Teamkollegen.

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Deutlicher Heimerfolg! Der SC DHfK Leipzig gewinnt gegen den TVB Stuttgart mit 33:24. Zur Galerie
Deutlicher Heimerfolg! Der SC DHfK Leipzig gewinnt gegen den TVB Stuttgart mit 33:24. ©

Auch wenn im Angriff noch zu wenig klappte, brachte gute Abwehrarbeit die Truppe von Trainer André Haber immer weiter in Führung. Nach 20 Minuten hatten sich die Sachsen so eine deutliche 11:6-Führung herausgespielt und das Spiel unter Kontrolle. Doch das sollte sich schnell ändern. Mehrere Fehlpässe und verworfene Bälle brachten die Gäste ins Tempospiel. Sascha Pfattheicher traf innerhalb von einer Minute dreifach und brachte den komfortablen Vorsprung zum schmelzen. Anstatt wieder Ruhe ins Spiel zu bringen, vergaben die Leipziger weitere Großchancen und ermöglichten ihren Gästen in der 26. Minute den Ausgleich, den sie immerhin bis in die Kabine bringen konnten.

Selbst die dreifache Unterzahl trübt die Stimmung nicht

Den enttäuschenden 14:14-Pausenstand wollten die Grün-Weißen so nicht stehen lassen. Mit einer ganz anderen Körpersprache, starker Abwehrarbeit und gutem Tempospiel dominierte die Haber-Sieben nach dem Wiederanpfiff. Gut fünf Minuten lang ließen sie - trotz zwischenzeitlicher Unterzahl - kein Tor zu, trafen vierfach und übernahmen erneut die Spielführung. Mit 3282 Zuschauenden im Rücken und mit sechs Toren in Front hätten die Sachsen die finalen 20 Minuten locker runterspielen können. Doch stattdessen drohte sich der erste Durchgang zu wiederholen. Für einen kurzen Moment (45.) kamen die Gäste auf drei Treffer heran, versetzten das Publikum in Schockstarre. Doch zwei starke Aktionen von Keeper Kristian Saeveras brachten den SC DHfK zurück in die Spur.

Weder der Sturz von Lukas Binder, der beim Sprung in den Kreis umknickte, noch die dreifache (!) Unterzahl (52.) brachte die Hausherren aus dem Konzept, denn auch als Haber-Vier und -Fünf gelangen noch Tempotore. Kurz vor Schluss hatte der SC DHfK alles unter Kontrolle und brachte die Arena zum Beben. Mit dem 33:24-Endstand haben sich die Leipziger beeindruckend zurückgemeldet und vom Tabellenkeller mit Nachdruck verabschiedet.

"Das war ein sehr emotionaler und wichtiger Sieg"

Lukas Binder sagte zu seinem Sturz: „Ich habe nicht mehr so viele Bänder in den Füßen, deswegen kann eigentlich nicht sehr viel kaputt gehen, außer ein Knöchel-Bruch. Das ist aber nicht passiert, deshalb werde ich es in der Kabine einfach ein bisschen kühlen.“ Zum Heimsieg befand er: „Es war sehr wichtig für uns, dass wir so deutlich gewonnen haben. Nach dem letzten Spiel kam der Geschäftsführer zu uns in die Kabine und das auch völlig zurecht, so wie wir aufgetreten sind. Ich glaube heute hat jeder gesehen, dass das eine völlig andere Vorstellung war. Wir wussten, dass wir das Spiel heute gewinnen müssen, sonst brennt hier richtig der Baum.“


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Simon Ernst ist glücklich über seinen Einsatz zu Beginn: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und mit meiner Leistung. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich heute von Anfang an Einfluss auf das Spiel nehmen konnte. Maciej war über die Woche etwas angeschlagen, hat ein, zwei Trainingseinheiten verpasst, weshalb wir ihn etwas dosierter einsetzen mussten.“ Kristian Saeveras sah auch die Fans als Faktor: "In der wichtigen Phase stand die Halle voll hinter uns und wir haben viele Tempo-Tore gemacht. Das war der Schlüssel zum Sieg."

Luca Witzke sieht das ähnlich: "Das war ein sehr emotionaler und wichtiger Sieg. Wir sind froh, dass uns und den Fans damit eine große Last von den Schultern gefallen ist. Wir haben auch schon in der ersten Halbzeit gespürt, dass wir die bessere Mannschaft sind - auch wenn das Ergebnis noch nicht befriedigend war. Auf jeden Fall war es in der Halbzeit nicht laut in unserer Kabine, wir haben einige Fehler analysiert und sind mit viel Motivation wieder rausgegangen."