19. November 2020 / 19:06 Uhr

SC-DHfK-Profi Wiesmach: „Ich stehe am Sonntag auf der Platte, um Lemgo zu schlagen!“

SC-DHfK-Profi Wiesmach: „Ich stehe am Sonntag auf der Platte, um Lemgo zu schlagen!“

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Patrick Wiesmach (19 Länderspiele für Dänemark) zählt zu den Leistungsträgern beim SC DHfK. © Christian Modla
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Die grün-weißen Handballer müssen am Sonntag (16 Uhr) nach über zwei Wochen Abstinenz das nächste Bundesligaspiel bestreiten. Dann kommt der zweifache deutsche Meister TBV Lemgo in die Arena an der Jahnallee. Allerdings plagen die Leipziger noch Personalsorgen. Außerdem müssen die Einheimischen auch auf die gewohnte Unterstützung von den Rängen verzichten.

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Leipzig. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Lediglich sieben Tage nach ihrer Quarantäne und ausgestandener Corona-Infektion sollten die Handballer des SC DHfK wieder auf der Platte stehen. Nach erneuten Corona-Tests und zahlreichen medizinischen Gutachten steht fest: Mindestens vier weitere Profis sind am Sonntag zum Heimspiel gegen Lemgo Lippe (16 Uhr) einsatzbereit – vielleicht stoßen sogar noch weitere Spieler bis zum Wochenende dazu. „Dass wir am Sonntag antreten können, verdanken wir einer unglaublich tollen medizinischen Betreuung durch unsere Mannschaftsärzte und die Ärzte der Uniklinik“, lobt Trainer André Haber.

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Doch über zwei Wochen Abstinenz von der großen Liebe und Leidenschaft haben bei den Grün-Weißen auch ihre Spuren hinterlassen. „Die Tage zu Hause waren ekelhaft“, sagt Patrick Wiesmach ganz direkt. „Ich freue mich sehr, dass ich mich nicht angesteckt hatte“, führt der Bundesligaprofi aus, doch genossen habe er die Zeit in Isolation nicht. Seit knapp einer Woche befindet sich Wiesmach zusammen mit fünf weiteren Profis und dem Nachwuchs wieder im Training. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit und allen Widrigkeiten zeigt sich der Däne aber selbstbewusst: „Wir können Lemgo schlagen. Ich stehe am Sonntag auf der Platte, um zu gewinnen.“

DURCHKLICKEN: Das war der Heimsieg gegen den TBV Lemgo im Oktober 2019

Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen den TBV Lemgo mit 34:32. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen den TBV Lemgo mit 34:32. ©

Auch Coach Haber zeigt sich vor dem Heimspiel kämpferisch, ist sich der besonderen Ausgangslage aber bewusst. „Durch unseren Nachwuchs aus der U23 und A-Jugend hatten die Jungs in der vergangenen Woche die Möglichkeit, gut zu trainieren. Wir wollen das Spiel gewinnen“, so der 34-Jährige, der vor allem auf seine Kerntruppe aus Wiesmach, Philipp Weber, Marko Mamic, Maciej Gebala, Lucas Krzikalla und Joel Birlehm setzen wird. Die restlichen Spieler sollen nach ihrer Infektion und der damit einhergehenden Pause mit kürzeren Spielzeiten in die anstehende englische Woche geführt werden. Das könnte sich gegen die Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann als Nachteil erweisen.

Für viele Experimente kein Platz

„Wir kennen Lemgo gut, aber sie uns leider auch“, erinnert Wiesmach an die vergangenen Begegnungen. Mit einem kleineren Kader und weniger Optionen müssen die Leipziger nun aufpassen, nicht berechenbar zu werden. Allerdings hatte Coach Haber auch zwei Wochen in Isolation, um sich den ein oder anderen Kniff gegen die kommenden Gegner zu überlegen. Der Einsatz der U23-Talente gehört vermutlich nicht zu diesem Repertoire und wird mit jedem genesenen Profi unwahrscheinlicher. „Es wird keiner am Sonntag spielen, der nicht vorher mit uns trainiert hat“, stellt der Coach klar. Für zu viele Experimente mit Nachwuchsspielern sei allerdings in einem solchen Spiel kein Platz.

Verzichten müssen die Grün-Weißen am Sonntag auch auf ihre lautstarke und treue Unterstützung von den Rängen der Arena. „Ein paar Trommler dürfen kommen und auch unsere restliche akustische Bandbreite wollen wir voll ausnutzen“, verspricht Geschäftsführer Karsten Günther. Maskottchen, Fahnen, Banner und Musik sollen im Zusammenspiel mit einer Leinwand mit zahlreichen aufgedruckten Fans für zumindest ein bisschen Heimspiel-Atmosphäre sorgen.