22. Oktober 2020 / 20:49 Uhr

Handballer des SC DHfK Leipzig verzweifeln an Göppinger Defensive

Handballer des SC DHfK Leipzig verzweifeln an Göppinger Defensive

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Das DHfK-Team um Weber kämpfte sich nach einer schwierigen Anfangsphase an die Gäste heran. Doch das sollte nicht zum Sieg reichen.
Das DHfK-Team um Weber kämpfte sich nach einer schwierigen Anfangsphase an die Gäste heran. Doch das sollte nicht zum Sieg reichen. © Dirk Knofe
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Was für ein Handball-Thriller! Der SC DHfK Leipzig hat am Donnerstagabend seine weiße Weste verloren. Frisch Auf! Göppingen entführte zwei Punkte aus Leipzig. Die Haber-Sieben verlor die Partie 22:25 (9:11) und kassierte die erste Saisonniederlage.

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Leipzig. DHfK-Trainer Andrè Haber hatte vor dem Bundesligaspiel am Donnerstagabend vor Gegner Frisch Auf Göppingen gewarnt. Der 34-Jährige wusste um die aggressive Abwehr der Gäste, dennoch fanden die Leipziger kaum eine Antwort darauf. Mit 22:25 (9:11) verloren die Grün-Weißen das Spiel.

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Etwas leiser als gewohnt, trotzdem mit schallenden Gesängen und rhythmischem Trommeln empfingen 999 Fans die DHfK-Handballer zu ihrem dritten Heimspiel der Saison. Ursprünglich wollten die Grün-Weißen erneut vor 2.100 Zuschauern auflaufen – doch die Corona-Pandemie hatte den Leipzigern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aufgrund der steigenden Fallzahlen in der Messestadt hatte das Gesundheitsamt Großveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern am Mittwoch untersagt.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 22:25-Niederlage gegen Göppingen.

Die DHfK-Handballer geben das erste Mal in der Saison zwei Punkte ab und verlieren 22:25 (9:12) gegen Göppingen. Zur Galerie
Die DHfK-Handballer geben das erste Mal in der Saison zwei Punkte ab und verlieren 22:25 (9:12) gegen Göppingen. ©

Die Mannschaft von Coach André Haber, 34, musste am Donnerstagabend allerdings nicht nur auf knapp 1.000 Fans verzichten, sondern auch auf Youngster Julius Meyer-Siebert. Der 20-Jährige hatte sich bei einem DHB-Lehrgang einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und fällt mindestens bis Anfang November aus.

Von Beginn an stand das Spiel unter keinem guten Stern. Weder im Abschluss noch am eigenen Kreis kamen die Leipziger in ihr gewohntes Spiel. Die Hausherren kassierten noch vor dem ersten eigenen Treffer zwei Strafwürfe. Den frühen 0:2-Rückstand hätten die Haber-Handballer gegen jeden anderen Gegner wohl schnell aufgeholt, doch an der extrem aggressiven Abwehr der Gäste bissen sich die Leipziger die Zähne aus. Nach einer Viertelstunde kamen die Grün-Weißen auf lediglich drei Treffer.

Kampfgeist geweckt

Nach einer Auszeit von Coach Haber fanden Niclas Pieczkowski und Philipp Weber aus der Rückraum-Mitte langsam mehr Optionen durch die Abwehr – doch trafen auf Keeper Daniel Rebmann. Innerhalb von 30 Sekunden fischte er zwei Würfe von Pieczkowski und einen Nachwurf von Kapitän Alen Milosevic aus der Luft. Zu allem Überfluss scheiterte auch Siebenmeter-Spezialist Lucas Krzikalla erstmals in dieser Saison bei einem Strafwurf. Mit 9:12 ging es in die Pause. Trainer Haber hatte einige Probleme zu beheben.

Auch nach der Pause hielt die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer, 51, ihr Versprechen und ging bis zur 9-Meter-Linie gegen jeden Ball und Spieler mit ganzer Kraft - kassierten dafür immer wieder Zeitstrafen oder Strafwürfe, die den Hausherren in die Karten spielten. In Überzahl fanden die DHfK-Männer häufiger den Weg zum Kreis und zum Abschluss. Doch unnötige Fehler, eigene Zeitstrafen und verpatzte Abschlüsse verhinderten eine Aufholjagd der Grün-Weißen. In der 40. Minute stürzte der frisch genesene Pieczkowski beim Sprung in den Kreis über Nicolai Theilinger, lag mit Schmerzen auf der Platte, hielt sich die Brust. Das Spiel ging weiter, 999 Stimmen waren alles andere als begeistert und teilten den Schiedsrichtern lauthals ihre Wut mit.

Der Kampfgeist der Haber-Sieben war spätestens jetzt geweckt – ihre Tabellenführung wollten sie nicht so schnell abgeben. Mit der Unterstützung von Torhüter Joel Birlehm, der in der zweiten Hälfte drei Siebenmeter in Folge verteidigte (!) drehte der SC DHfK noch einmal auf. In der 50. Minute erzielte Krzikalla via Strafwurf den wichtigen 20:21-Anschlusstreffer. Doch in Front kamen die Hausherren nicht mehr, verspielten eine Überzahl mit 0:2-Toren und mussten sich am Ende mit 22:25 geschlagen geben.